Donnerstag, 30. April 2015

Warum Schaffhausen? Weil es nahe liegt...

Warum Schaffhausen? So heisst der neue Werbefilm der Wirtschaftsförderung des Kanton Schaffhausen. Schaffhausen ist attraktiv für international tätige und innovative Unternehmen, ist verkehrstechnisch ausgezeichnet erschlossen und bietet eine unvergleichbare Lebensqualität.

Warum Schaffhausen?
-Zentrale Lage in Europa mit optimalen Verkehrsverbindungen
-Nähe zu Zürich, Internationalem Flughafen und Deutschland/EU
-Exzellente Infrastruktur für internationale Unternehmen
-Höchste Lebensqualität
-Günstige Betriebs- und Lebenshaltungskosten
-Attraktives Steuerklima
-Umfassende Dienstleistungen der Wirtschaftsförderungsstelle

Diese Punkte werden von der Wirtschaftsförderung des Kantons Schaffhausen besonders hevorgehoben und neu in diesem Video präsentiert. Die Luftufnahmen wurden mit Drohnen von Lufutruum.ch gemacht, welche wir mal einen Tag begleitet haben - siehe Bericht. Hier das neue Video:



Dienstag, 28. April 2015

MYRTA Gastrobetrieb auf dem Herrenacker geöffnet

Vor Kurzem berichteten wir noch über den Umbau und ab heute, 28. April 2015, ist der neue Gastrobetrieb MYRTA auf dem Herrenacker in Schaffhausen für jedermann geöffnet. MYRTA befinet sich im Haus zum Myrthenbaum, wo es früher schon mal das JazzArt Café sowie Sandor Lukacsis Lounge 74 gab.
Der neue Gastrobetrieb MYRTA auf dem Herrenacker in Schaffhausen
Das Innere des Hauses zum Myrthenbaum wurde komplett neu gestaltet. Es sollte keine Pinselrenovation, sondern gleich richtig gemacht werden. Drei Decken und vier Wände wurden herausgebrochen, dabei kam u.a. ein unbekanntes Fenster zum Innenhof zum Vorschein. Auch die Toiletten wurden komplett renoviert, zudem mussten die Wasser- und Abwasserleitungen komplett saniert werden, da sie undicht waren.
Das MYRTA Erdgeschoss mit offener Küche im hinteren Teil
Neben dem Erdgeschoss verfügt der Gastrobetrieb auch noch über einen ersten Stock, welcher bequem über eine neue gerade Treppe - vom Eingang aus gesehen links - erreicht werden kann. Im ersten Stock herrscht eine Art Wohnzimmeratmosphäre, in der man gut auch mal ein Buch lesen oder mit dem Laptop oder Tablet im Internet surfen kann. Der erste Stock ist immer zugänglich, aber variabel in der Gestaltung. Ideen wären, dass dort auch ein Mutter-Kind-Tag stattfinden oder eine Lesung besucht werden kann. Evtl. wird es später auch mal kleinere musikalische Events geben.
Der erste Stock vom MYRTA - Herrenacker Schaffhausen
Das MYRTA hat jeweils von Dienstag bis Samstag ganztägig geöffnet. Sonntag und Montag sind Ruhetage. Freitag und Samstag ist das Lokal bis Mitternacht und somit länger als die übrigen Tage geöffnet. Es werden sowohl Mittagessen als auch abendliche Häppchen angeboten. Die angebotenen Speisen zeichnen sich durch ihre hohe Qualität, regionale Herkunft sowie saisonale Ausrichtung aus. Convenience Food soll keiner angeboten werden, das Angebot geht mehr in Richtung Slow Food. Hier kann man sich schon mal das Mittagsmenü der ersten Woche anschauen, tönt jedenfalls schon mal lecker:
MYRTA Mittagsmenü 1. Woche
Neben dem Innenbetrieb gibt es auch schöne Sitzplätze draussen, so dass man bei schönem Wetter auch direkt auf dem Herrenacker verweilen kann.
MYRTA Sitzplätze draussen auf dem Herrenacker - Schaffhausen
Die MYRTA Geschäftsführerin heisst Stéphanie Jud, ihr Stellvertreter ist Önder Yilmazer, welcher auch schon im ehemaligen JazzArt Café zum Team gehörte. Zudem werden auch noch Raphael Brüschweiler, bestens bekannt als Barchef vom TapTab, sowie Foodbloggerin Federica Fele zum aktiven Team im täglichen Gastrobetrieb gehören. Während des Stars in Town Festivals auf dem Herrenacker (siehe auch unseren Stars in Town - Hinter den Kulissen Bericht) verwendet die Trägergesellschaft des Festivals, die Flow Productions AG, den ersten Stock der Haus zum Myrthenbaum Liegenschaft jeweils als Büro. Als das JazzArt Café geschlossen wurde, suchten die Verantwortlichen nach einer neuen Lösung. So gründeten Adi Brugger und Simon Vogel, die Geschäftsleiter von Flow Productions, sowie Stéphanie Jud und Patrick Schindler, Inhaber von D'Chuchi, die mir und anderi GmbH, welche als Pächter der Liegenschaft fungiert. Es wird allgemein eine ausgedehnte Zusammenarbeit von MYRTA und Flow Productions geben.
Raphael Brüschweiler richtet leckere Häppchen in der MYRTA Küche
MYRTA ist eine Mischung aus einem Speiserestaurant und einem Café.  Am Nachmittag wird es Kaffee und Kuchen geben und am Abend Sharing Plates, die man wie Tapas zusammen am Tisch essen kann. Das Getränkeangebot ist ebenfalls nicht 0-8-15, es gibt auch speziellere Sachen. Es wird ein Monatsbier angeboten und spezielle Kaffeevarianten, welche auch immer mal wieder wechseln werden. Die Standard-Kaffeeröstung wird gelabelt werden, so dass man sie auch für zu Hause kaufen kann. Dies gilt ebenso für andere hausgemachte Produkte wie Salatdressing, Chutneys, Marmelade, Eingemachtes und Haustee. Bei der Ausarbeitung des Gastrokonzeptes ist Patrick Schindler von D'Chuchi Schaffhausen behilflich. Der Myrtenzweig - bekanntlich ein Symbol der Fruchtbarkeit - ist ein Grundthema für den Gastrobetrieb und wird auch beispielsweise bei den kulinarischen Köstlichkeiten eine Rolle spielen.
MYRTA - erster Stock - die Wand erzählt die Geschichte des Hauses
Erhalten werden konnte die beeindruckende Wand im ersten Stock, welche historisch äusserst interessant ist. Das Haus zum Myrtenbaum war nämlich bei der Bombardierung von Schaffhausen 1944 bis zum ersten Stock abgebrannt und wurde nachher wieder aufgebaut, was sich alles Schritt für Schritt aus der Wand ablesen lässt.

Weitere Infos: MYRTA Facebook Page
Bericht: Beat Hochheuser für Schaffhausen.net - Fotos: MYRTA Facebookpage, Martin Ulmer.

Montag, 27. April 2015

Müslüm - 30.4.2015 Kammgarn - 2x2 Tickets gewinnen

Müslüm kommt diesen Donnerstag in die Kammgarn Schaffhausen. Neue CD – Neue Tour! Sein «chültüreller» Witz und seine schrillen, witzig-tiefsinnigen Auftritte mit seiner Band, den «Süpervitamines» sorgen für ausverkaufte Konzerte. Tolle Bühnenpräsenz, brillante Musik und Texte mit viel viel Inhalt - der bei jeder Altersgruppe beliebte «Süper-Immigrant» zieht alle in seinen Bann – Die multikulturelle Schweiz ist begeistert. Zusammen mit der Kammgarn verlosen wir 2x2 Tickets. Zum Mitmachen schreibe einfach ein Email mit dem Betreff "Müslüm Wettbewerb" an: Update: Der Wettbewerb ist beendet, die Gewinner wurden informiert.
Müslüm kommt in die Kammgarn in Schaffhausen (Foto: SMA 2015 Afterparty)
Die Türöffnung am Donnerstag, 30. April 2015 in der Kammgarn, ist um 20:00 Uhr. Der Konzertbeginn ist um 21:00 Uhr. Der Eintritt kostet 35.00 Franken, oder mit Vergünstigung 30.00 Franken. Auf starticket.ch kann man Karten im Vorverkauf erwerben.


Sonntag, 26. April 2015

Interview - Schaffhauser Leichtathlet Marco Kern

Leichtathlet Marco Kern, Schaffhausen, Foto: D. Muffler
Nach Kunstturner Lucas Fischer aus dem Aargau (siehe Blogbeitrag) widmen wir uns heute einem Leichtathlet aus der Munotstadt, dem Schaffhauser Marco Kern (27). Sein grosses Ziel sind derzeit die Leichtathletik Europameisterschaften im Sommer 2016 in Amsterdam, wo er den 3'000 Meter Hindernislauf (Steeplechase) absolvieren möchte.

Als Etappenziele stehen vorher noch die Sommer-Universiade 2015 in Gwangju (Südkorea) und die Team-Europameisterschaften 2015 in Heraklion (Griechenland) auf dem Programm.

Im Schaffhausen.net Interview gehen wir neben dem Trainingsalltag auch ausführlich darauf ein, wie man es schafft, als Schaffhauser Leichtathlet seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Wir treffen uns mit Marco im traditionellen Café Vordergässli in der schönen Schaffhauser Altstadt zum entspannten Nachmittags-Kaffee. Beste Voraussetzungen für ein Interessantes Interview - und schon geht's looos!

Beat Hochheuser: Was ist dein nächstes grosses Ziel?

Marco Kern: Die Leichtathletik Europameisterschaften im Sommer 2016 in Amsterdam. Ich versuche mich für den 3'000 Meter Hindernislauf (Steeple) zu qualifizieren. Damit ich mich qualifizieren kann, werde ich eine Zeitvorgabe vom nationalen Leichtathletik-Verband "Swiss Athletics" bekommen, die ich erreichen muss. Gemäss dem letztjährigen Wert wird diese Zeitvorgabe ca. 8:37 Minuten sein. Diese Zeit muss ich dann an einem Wettkampf, den der Verband als Qualifikationsgrundlage akzeptiert, erreichen. Ich kann auch an mehreren solcher Wettkämpfe teilnehmen und muss es dann normalerweise mindestens ein Mal schaffen. Für mich geht es darum, dass ich mich bereits dieses Jahr den 8:37 Minuten annähre oder sie bereits erreiche.

Beat Hochheuser: Hast du noch weitere Etappenzeile bis zur EM 2016?

Marco Kern: Ja, ich möchte zudem dieses Jahr nach meiner ersten Teilnahme 2013 in Kazan (Russland) nochmals an der Universiade teilnehmen. Die Weltspiele der Studenten bis 28 Jahre findet dieses Jahr in Südkorea statt. Da ich noch an der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) immatrikuliert bin und diesen Sommer 28 Jahre alt werde, passe ich auch noch knapp rein. Ausserdem möchte ich dieses Jahr auch noch an die Team-Europameisterschaften 2015 in Heraklion (Griechenland), dort tritt die Schweiz in der zweithöchsten Liga an. Man misst sich mit den anderen elf Nationen in dieser Liga und versucht, möglichst viele Punkte zu erzielen. In beiden Wettkämpfen will ich mich in meiner Hauptdisziplin 3000m Steeple empfehlen. Diese beiden Wettkämpfe sind interessant, weil man gegen internationale Athleten antritt. Ein Alternativplan sieht vor, dieses Jahr ohne internationalen Grossanlass auf schnelle Rennen und das Verbessern meiner Bestzeiten über 1500m, 3000m und 3000m Steeple zu fokussieren – natürlich im Hinblick auf die EM in Amsterdam 2016. Das vergangene Jahr war für mich nicht einfach, da ich mir die Vorstufe zu einem Ermüdungsbruch in der Hüfte zugezogen habe, weshalb ich nicht mehr laufen gehen konnte. Ich musste viereinhalb Wochen an Krücken gehen und durchlief eine intensive Rehabilitationsphase.

Beat Hochheuser: Wie sieht dein Tagesablauf in einer normalen Trainingswoche aus?

Marco Kern: Ich trainiere pro Tag zwei bis drei Stunden, in denen ich Kräftigungsübungen, Ausdauerläufe, Sprinttrainings und Intervalltrainings (z.B. 5x 1'000 Meter laufen und dazwischen je zwei Minuten Pause) mache. Ausserdem gehört dazu Beweglichkeitstraining und Dehnen. Ich wechsle das dann von Tag zu Tag ab, der eine Tag ist z.B. mehr ausdauerlastig usw. Zu diesen zwei bis drei Stunden kommen noch Sachen wie Physiotherapie und Massagen.

Beat Hochheuser: Okay und den Rest vom Tag liegst du auf der faulen Haut?

Marco Kern: Nicht wirklich, die letzten viereinhalb Jahre habe ich im Fernstudium den Bachelor in Betriebsökonomie an der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) gemacht. Das Studium war aufgeteilt in 20% Frontalunterricht an der Schule selber in Regensdorf sowie 80% Selbststudium zu Hause. Man hat dort die Onlineplattform und kann alles Material herunterladen. Die benötigten Bücher bekommt man zugeschickt. Ich habe mir dieses Fernstudium ausgesucht, da ich für den Sport möglichst flexibel bleiben und auch an Trainingslagern teilnehmen wollte, zu denen ich das Material für das Studium mitgenommen habe. In dieser Zeit bin ich neben Sport und Studium nicht noch einer anderen Arbeit nachgegangen.
Marco Kern: Schweizer Meister Crosslauf 2015 in Lausanne  (Foto: Daniel Mitchell).
Beat Hochheuser: Musst du als Profisportler auf viele Sachen verzichten, z.B. beim Essen, Ausgang, Alkohol?

Marco Kern: Mir wird häufig von Leuten die Frage gestellt, was ich so esse. Am Morgen esse ich Müesli oder drei bis vier Scheiben Brot mit Honig oder Konfitüre und den Tag über meistens Früchte. Ich schaue, dass ich so esse wie meine Mutter zu Hause gekocht hat. Ich versuche mich also ausgewogen zu ernähren mit Gemüse und Früchten. Fettreiche Nahrung wie ein Big Mac oder eine Bratwurst mit Pommes Frites und Zwiebelsauce kommen für mich nicht in Frage, reizen mich aber ehrlich gesagt auch gar nicht so. Ich empfinde es nicht als Verzicht, weil mir diese Speisen gar nicht so zusagen. Früher habe ich noch eher solche fettreichen Sachen gegessen, heute aber nicht mehr. Süssigkeiten esse ich, aber in Massen. Ich trinke ab und zu ein Bier und auch mal ein Glas Wein, aber zurückhaltend, weil wenn man zu viel hatte, verzögert dies die Regeneration und schwächt einen beim Training in den nächsten Tagen. Betreffend Ausgang gehe ich schon mit Kollegen gerne mal weg, aber erst um zwei in der Nacht nach Zürich in den Ausgang zu gehen und am nächsten Tag um zehn Uhr wieder zu Hause zu sein kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe jetzt diesen Weg gewählt und dementsprechend diesen Lebensstil, der ein wenig anders ist. Ich empfinde es aber nicht als Verzicht.

Beat Hochheuser: Wie sieht es mit verletzungsträchtigen Hobbys aus?

Marco Kern: Ich übe eigentlich keine verletzungsträchtigen Hobbys mehr aus. Früher bin ich sehr gerne Skifahren gegangen und im Winter etwa vier Wochen auf den Skiern gestanden. Damals konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass das mal anders sein wird. Je mehr Leichtathletik ich gemacht habe, desto weniger bin ich Ski gefahren. Diesen Winter war ich kein einziges Mal, letzten Winter vielleicht mal einen Tag. Ich habe nicht mehr so viel Zeit, da die Wintermonate wichtige Trainingsmonate sind. Früher bin ich auch bei jedem Wetter Skifahren gegangen, heute mache ich das nur noch, wenn schönes Wetter ist. Mein Training findet hauptsächlich draussen statt wobei ich schon bei jedem Wetter rausgehe.
Marco Kern beim Sieg im Kurzcross - Schweizer Meisterschaften 2015. Foto: D. Mitchell
Beat Hochheuser: Mich als Unternehmer interessiert es natürlich, wie du es schaffst, die ganze Sache zu finanzieren.

Marco Kern: Ich bin seit Herbst 2014 nicht mehr im Kader, da ich durch meine Verletzung die geforderte Leistung im letzten Jahr nicht mehr erbringen konnte. Davor war ich Angehöriger des B-Kaders. In diesem haben wir aber auch nicht wirklich finanzielle Leistungen erhalten, von Zeit zu Zeit wurde einem aber das Trainingslager bezahlt und solche Sachen. Der Kader wurde jetzt jedoch neu strukturiert und es gibt auf Elitestufe nur noch ein Kader. Wenn man dort drin ist, bekommt man monatlich eine finanzielle Unterstützung, welche nach Niveau abgestuft ist. Ich schätze, dass der grösste Teil der Schweizer Leichtathleten über den Sport nichts für später auf die Seite legen kann. Ich habe 2009/10 die Rekrutenschule gemacht und war seither dem CISM (Conseil International du Sport Militaire) und danach der Spitzensportförderung der Armee angehörend. Das ermöglichte es mir, meine WKs als Trainingslager oder Militärsportwettkämpfe zu absolvieren. Durch die Umstrukturierungen im Kader von Swiss Athlectics kann ich dieses Jahr aber nicht mehr vom Militär profitieren und muss es irgendwie anders organisieren. Im Prinzip war ich also genau im falschen Jahr verletzt. Jetzt geht es für mich darum, zurück ins Kader zu kommen, auch damit ich von dort aus wieder Unterstützung erhalte.

Beat Hochheuser: Du hast auch noch einen Supporter-Club für dich aufgebaut. Was ist das genau?

Marco Kern: Solange man international noch nicht wirklich den Durchbruch geschafft hat, hat man auch noch nicht so viel finanzielle Unterstützung. Um trotzdem alles finanzieren zu können, habe ich 2008 den Supporter-Club gegründet und ein Kollege hat mir eine Homepage programmiert. Um mich darüber finanziell zu unterstützen, bezahlt man als Bronze-Supporter 50 Fr. pro Jahr, als Silber-Supporter 100 Fr. pro Jahr und als Gold-Supporter 200 Fr. pro Jahr. Ab 400 Fr. pro Jahr kann man Exklusiv-Supporter werden. Der Support-Club zählt momentan etwa 90 Mitglieder. Die Supporter werden auf meiner Homepage in ihrer entsprechenden Kategorie aufgelistet. Alle Supporter erhalten sogenannte "Goodies" und werden von mir regelmässig über meine sportlichen Aktivitäten informiert. Ausserdem können sie jeden Oktober an meinem Supporter-Apéro teilnehmen.

Beat Hochheuser: Zudem hast du auch noch Sponsoren, die dich unterstützen?

Marco Kern: Genau, Colin&Cie. Vermögensmanagement ist derzeit mein Hauptsponsor, unterstützt mich finanziell und ermöglicht auch den Sponsorenanlass. Diesen Sponsoring-Vertrag konnte ich vor Kurzem mit Peter Strohm und Urs Dietiker (beide sind Partner bei Colin&Cie.) bis Ende 2016 verlängern. Im Gegenzug hat dieser Sponsor neben dem Ausrüster Adidas den präsentesten Platz für das Logo auf meiner Bekleidung. Von Adidas erhalte ich ausschliesslich Ausrüstung. Ich erhalte dort ein Budget, mit dem ich die Ausrüstung beziehen kann. Zudem habe ich noch ein paar andere Sponsoren. Früher hatte ich noch die Schweizer Post als wichtigen Sponsor, aber diese ziehen sich komplett aus dem Laufsport zurück und richten sich auf Geschäftskunden aus. Von meinem Verein, dem Leichtathletik Club Schaffhausen (LCS), erhalte ich ebenfalls eine monatliche finanzielle Unterstützung. Daneben erhalte ich je nach Leistung etwas an Preisgeldern oder Prämien für Wettkämpfe. So durfte ich etwa den Meta-Preis (Leichtathletik Förderpreis Schaffhausen) schon sieben Mal erhalten. Ich bin froh um jegliche Unterstützung, um damit meine Kosten zu decken. Etwas für später auf die Seite zu legen, liegt aber nicht drin. Derzeit arbeite ich nicht noch neben dem Training, aber mein Ziel ist es, dass ich nach dem Abschluss meines Betriebsökonomiestudiums einen Teilzeitjob zu maximal 50% finde. Mit Crowdfunding-Plattformen wie ibelieveinyou.ch oder wemakeit.ch (primär für Musikprojekte) haben Sportler weitere Möglichkeiten projektbezogen finanzielle Unterstützung zu erhalten. Ich setze aber auf mein eigenes Konzept und bin sehr froh um meinem Supporter-Club, der recht breit abgestützt und gesamthaft gesehen momentan mein grösster Sponsor ist.
Marco Kern - Leichtathlet aus Schaffhausen
Beat Hochheuser: Du bist jetzt 27 Jahre alt. Nach den Leichtathletik Europameisterschaften 2016 in Amsterdam wirst du 29 Jahre alt sein. Möchtest du danach noch weiter machen mit dem Profisport?

Marco Kern: Ja, ich denke es kann möglich sein, mich für Leichtathletik-Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Ich bin überzeugt, mein sportliches Potential noch nicht ausgeschöpft zu haben. Es gibt in meinem Sport Athleten, die mit 35 Jahren noch vorne mit dabei sind, von dem her kann ich durchaus noch weitermachen. Es ist aber natürlich so, dass man, je älter man wird, schauen muss, ob der Körper noch mitmacht - und genau davon hängt es ab. Man kann heute nicht abschätzen, ob man selbst in acht Jahren noch dabei sein kann. Ich hatte auch schon einige Verletzungen und es ist sehr schwierig abzuschätzen, ob man jeweils seinen Körper beim Training bereits überbelastet oder ob es noch im Rahmen ist. Man muss sich sehr auf sein Gefühl verlassen, aber das Gefühl kann einen auch durchaus mal täuschen, besonders wenn man gerade in einer guten Trainingsphase ist und meint, man hätte alles gut im Griff.

Beat Hochheuser: Verletzungen sind für Profisportler eine üble Sache, auch psychisch. Was machst du, um dich aus dem Tal der Tränen wieder herauszuholen.

Marco Kern: Also singen, wie das Kunstturner Lucas Fischer macht, tue ich nicht. Ich habe mich in den Verletzungsphasen jeweils mehr auf mein Studium konzentriert und versucht, dort mehr Input zu geben. Es ist aber so, dass wenn man verletzt ist, der Aufwand enorm ist, um schnellst möglich wieder zurück zu kommen. Das wird häufig unterschätzt. Der Aufwand, wenn man verletzt ist, ist häufig noch grösser, als wenn man gesund ist. Wenn man von Arztbesuch zu Arztbesuch und von Therapie zu Therapie muss, hat man natürlich schon einen enormen Aufwand. Heutzutage kann man mit Physiotherapie sehr viel machen, häufig bereits ab dem Tag der Diagnose. Als Läufer konnte ich meistens schon kurz nach der Diagnose wieder Ausdauertraining machen, im Wasser oder auf dem Velo, sofern es der Arzt von der Belastung her erlaubt. Sturzverletzungen wie bei den Radrennfahrern, wo man dann vier Wochen ruhen muss, gibt es bei uns Läufern eher selten. Sobald man verletzt ist, probiert man einfach so schnell wie möglich zurück zu kommen. Es nützt auch nichts traurig zu sein. Ich versuche immer positiv und zuversichtlich zu sein, dann geht es schneller, als wenn man die Faust im Sack macht.

Beat Hochheuser: Letzte Frage: Du hast dich ja irgendwann dazu entschieden, dass Leichtathletik mehr als ein Hobby für dich sein wird. Wann oder wie ist das genau passiert und wie hat dein Umfeld darauf reagiert?

Marco Kern: Für mein Umfeld hat es nie so einen Moment oder Tag gegeben, an dem ich gesagt habe, ich will jetzt diesen Weg gehen und Sportler werden. Das ging eher schleichend vor sich. Für mich hat es aber schon einen Schlüsselmoment gegeben. Mit zwölf Jahren spielte ich Fussball beim FC Büsingen und begann daneben ins Leichtathletiktraining beim LC Schaffhausen zu gehen. Dort absolvierte ich die Mehrkampf-Disziplinen. Ich habe dann schnell gemerkt, dass mir das Laufen mehr zusagte als die anderen Disziplinen, wo ich eher unterdurchschnittlich oder durchschnittlich war. Als dann an den Weltmeisterschaften 2001 André Bucher Weltmeister über 800 Meter wurde, stand für mich von da an fest, auch Läufer zu werden. Ich durfte dann mit 14 Jahren im Herbst im Lauftraining von Daniel Rahm beginnen. Er ist bis heute mein Trainer. Zudem konnte ich dann auch von der Kanti Schaffhausen in die Kunst- & Sportklasse am Gymnasium Rämibühl in Zürich wechseln. Dort war es dann klar, dass ich das Laufen auch nach der Kanti weiterverfolgen möchte und es zu meinem Lebensmittelpunkt werden wird. Von meinen Eltern aus war das nie ein Problem. Sie haben mich und meinen Bruder bei allem was wir taten immer unterstützt und uns die Wahl gelassen, für welchen Sport und für welches Hobby wir uns entscheiden. Für sie war einfach wichtig, dass wir auch die Schule noch machen. Ich bin sehr froh, dass ich nun diese Ausbildung habe. Das ist sehr wichtig für die Zeit, wenn es mit dem Leistungssport vorüber sein wird.

Marco Kern: Facebook Page - Web: www.marcokern.ch

Bericht: Beat Hochheuser für Schaffhausen.net

Samstag, 25. April 2015

Mäk Rheinterrasse Warteck Feuerthalen Neueröffnung

Im April 2014 hatten wir über den Umbau berichtet (siehe damaligen Schaffhausen.net Blogbeitrag) und jetzt ist sie realität, die neue Mäk Rheinterrasse in Feuerthalen beim Warteck. Heute startete bereits der Testbetrieb. Die schöne grosse Rheinterrasse des Restaurants Warteck liegt direkt am Rhein wurde für den Neustart komplett saniert.
Mäk Rheinterrasse beim Warteck in Feuerthalen
Die grosszügige Rheinterasse besteht aus zwei Teilen. Die obere Terrasse verfügt über einen Steinboden, der untere Teil über einen Holzboden.
Mäk Terrasse beim Warteck Feuerthalen - oberer Teil
Die Terrasse bietet maximal für etwa 300 Leute Platz. Von Schaffhausen aus gesehen ist sie wesentlich näher gelegen als das Restaurant Paradies, welches ebenfalls Sitzplätze direkt am Rhein bietet. Das Restaurant Warteck möchte preiswerte Gerichte anbieten wie etwa Grillspiesse, Flammkuchen, Burger und Pommes Frites. Für Gäste, die vom Wasser aus mit dem Weidling oder ähnlichen Gefährten anreisen möchten, bestehen zahlreiche Anlegemöglichkeiten entlang der Warteck Terrasse. Neben der Treppe zum Wasser wurde auch ein neuer Steg installiert, an dem Boote bequem anlegen können.
Neuer Anlegesteg bei der Mäk Rheinterrasse beim Restaurant Warteck in Feuerthalen
Die Mäk Rheinterrasse heisst übrigens so, da das Konzept von McDonalds als Vorbild gedient hat und einige Sachen von dort übernommen werden, aber nur die guten Sachen. Das sind aus der Sicht des Betreibers vor allem eine zügige Essenszubereitung und bezahlbare Preise.

Donnerstag, 23. April 2015

Neue Bowlingbahn in Thayngen Schaffhausen geplant

Wie Radio Munot berichtet, ist in der Nähe des Bahnhofs im Industriegebiet von Thayngen im Kanton Schaffhausen ein neues Bowlingcenter mit zehn Bowlingbahnen geplant. Das Projekt soll 4.5 Millionen Franken kosten und von Hanspeter Weder von Weder Immobilien finanziert werden. Im 1'800 Quadratmeter grossen Bowlingcenter sollen neben den zehn Bowlingbahnen auch eine Lounge mit Speise- und Getränkeangebot, drei Billardtische und Dartscheiben ihren Platz finden.
In Thayngen im Kanton Schaffhausen ist ein neues Bowlingcenter geplant
Die Bowlingbahnen sollen die modernsten der ganzen Schweiz werden und vom renommierten Hersteller Brunswick stammen. Der Geschäftsführer soll Mirko Danek werden. Momentan gehen die meisten Schaffhauser, welche Bowling spielen möchten, noch über die Grenze ins FAZZ nach Singen in Deutschland. Dies soll sich aber mit dem neuen Bowlingcenter in Thayngen ändern, welches konkurrenzfähige Preise bieten soll. Die Eröffnung ist frühestens für Dezember 2015 geplant.

Montag, 20. April 2015

Peach Weber - Interview SHF Schaffhausen

Am Donnerstag, 16. April 2015, war der Schweizer Komiker Peach Weber aus dem Aargau zu Gast im Hombergerhaus in Schaffhausen und präsentierte dort sein neues Bühnenprogramm GäxBomb, welches doch immerhin schon das 14. Programm des Altmeisters mit 38-jähriger Bühnenkarriere ist. Darf man mit langen Hosen an ein Rock-Konzert? Ich gehe nur an Beerdigungen von Leuten, die auch an meine kommen... Ich will so ruhig sterben wie mein Grossvater, nicht so hysterisch wie sein Beifahrer... Wenn der Hund mit der Rute wedelt, wedelt er mit seinem Schwanz, beim Nikolaus stimmt der Folgesatz nicht so ganz.... - Ja, Peach liess keinen Ulk aus und begeisterte damit sein - aus doch recht beachtlichen 350 Leuten bestehendes - Publikum.
Peach Weber Interview im Schaffhauser Fernsehen SHF (Foto: SHF)
Im Rahmen seines Besuches in der Munotstadt hat das Schaffhauser Fernsehen ein Interview mit Peach Weber führen können, bei dem er erzählt, wie er seinen Bühnenprogramm schreibt. Dies braucht jeweils etwa drei Monate, in denen er täglich um 8:00 Uhr am Morgen im Büro Platz nimmt und dann bis am Abend daran arbeitet. Jedes neue Bühnenprogramm beinhaltet bei Peach 100% neues Material, weshalb er wirklich nicht weiss, wie es jeweils ankommen wird. Peach Weber spielt es auch nicht vorher noch ein paar Kollegen vor, weil er 200 neutrale, zahlende Leute bräuchte, um wirklich beurteilen zu können, wie es ankommt.
Peach Weber bei seinem Besuch im Hombergerhaus in Schaffhausen
Wenn Peach Weber auf der Bühne mal nicht mehr weiter weiss, improvisiert er einfach - und die Leute würden dann jeweils immer meinen, er habe es extra gemacht. Dies sei der Vorteil, wenn man allein auf der Bühne sei - sonst würden solche Sachen eher auffallen, wenn jemand zum Beispiel vergesse ein Stichtwort für den Kollegen zu sagen. Ausserdem ist Peach davon überzeugt, dass er die Stand-Up Comedy in der Schweiz erfunden habe - noch dazu habe er sie weiterentwickelt, da er es im Sitzen mache. Seinen letzten Auftritt plant Peach Weber für den 15. Oktober 2027 im Hallenstadion. Dann wird der 1952 in Wohlen im Kanton Aargau geborene Peach 75 Jahre alt sein. Der Vorverkauf laufe übrigens prächtig, 8'900 Eintritte seien bereits verkauft worden und damit sei es praktisch voll. Das Interview des Schaffhauser Fernsehens SHF mit dem Komiker Peach Weber kann man sich hier anschauen:


Freitag, 17. April 2015

Stadtrat Daniel Preisig - 100 Tage im Amt - Bericht

Daniel Preisig ist jetzt seit 100 Tagen als Stadtrat in Schaffhausen aktiv. Grund genug für uns, ihn in seinem Büro zu besuchen und ihn mal zu fragen, wie alles so läuft - vor allem auch, da es in den anderen Medien derzeit doch auffallend ruhig um Daniel Preisig ist. Bei dieser Gelegenheit konnten wir auch gleich mal noch schauen, wie der gelernte Uhrenmacher und Mikrotechnik-Ingenieur sein Stadtrats-Büro eingerichtet hat. Nach einem besonders feinen Kaffee von seiner Assistentin ging es dann auch gleich los mit dem Interview und ans Eingemachte.
Stadtrat Daniel Preisig in seinem neuen Büro - seit 100 Tagen ist er im Amt
Schaffhausen.net Interview mit Stadtrat Daniel Preisig (SVP)

Beat Hochheuser: Ist es als Stadtrat so, wie du es dir vorgestellt hast?

Daniel Preisig: Ja und nein. Ich wusste es ein bisschen von der parlamentarischen Arbeit her, auf was man sich einlässt. Was ich mir nicht so bewusst war ist, wie extrem breit und vielfältig alles ist. Bei der Referatsverteilung habe ich mein Wunschreferat, nämlich das Finanzreferat, erhalten. Es heisst zwar Finanzreferat, aber neben den Finanzen sind auch noch die Immobilien und die Einwohnerdienste mit dabei. In meinem Referat kann man registriert werden, wenn man einwandert (Einwohnerkontrolle), man kann heiraten (Zivilstandsamt), man kann Steuern zahlen (Steueramt), man kann vererben (Erbschaftsamt) und man kann auch begraben werden (Bestattungsamt). Des Weiteren sind noch die Verkehrsbetriebe Schaffhausen (VBSH) bei mir, wo es derzeit relativ viel zu tun gibt (Fahrpläne, gemeinsame Trägerschaft RVSH - VBSH, Auswirkungen des kantonalen Sparprogramms). Es sind also sehr viele Bereiche im Finanzreferat vereint und wenn man neu anfängt, so wie ich, muss man sich erst mal einen guten Überblick verschaffen. Ich habe ja mal Uhrenmacher gelernt und daher kommt es wahrscheinlich, dass ich wie bei einem Uhrwerk alles verstehen will, sonst fühle ich mich nicht wohl. Das ist natürlich extrem aufwendig, um die Themendurchdringung zu haben. Zum Glück kann ich mich im Finanzreferat auf mein erstklassiges Team verlassen. Dazu gehören Ralph Kolb (Bereichsleiter Finanzen), Gianni Dalla Vecchia (Chef der Einwohnerdienste), Bruno Schwager (Direktor der Verkehrsbetriebe) und Rebekka Gnädinger (Assistentin). Ausserdem arbeiten wir eng mit Patrik Eichkorn (Finanzkontrolle) zusammen.

Beat Hochheuser: Wie läuft es bei der parlamentarischen Arbeit und mit deinen Stadtratskollegen?

Daniel Preisig: Die parlamentarische Arbeit ist so wie erwartet, dort habe ich mich gut eingelebt. Ich musste auch schon gegen meine eigene Partei, die SVP, reden, als es beim Hohberg darum gegangen ist, ob es eine Volksabstimmung geben soll oder nicht, aber das gehört dazu und ich kann auch damit leben. Im Stadtrat merkt man momentan, dass es politisch einen Wechsel gab. Der Wähler erwartet auch, dass jetzt von den Mehrheitsverhältnissen her mehr bürgerliche Politik gemacht wird und da sind wir uns gerade am Finden. Es gibt schon ein paar Themen, die jetzt völlig anders beurteilt werden als vorher. Die Parkplätze sind so ein Thema und auch beim gemeinnützigen Wohnungsbau gibt es ein breites Meinungsspektrum. Im Stadtrat funktioniert es auf der zwischenmenschlichen Ebene sehr gut, auf der politischen Ebene gibt es unterschiedliche Meinungen und kontroverse Diskussionen, aber ich denke, dass muss auch so sein. Im Stadtrat herrscht bekanntlich das Kollegialitätsprinzip und es muss das Ziel sein, dass wir uns im Stadtrat einigen und nachher mit einer Stimme reden.

Beat Hochheuser: Als Simon Stocker neu im Amt war, gab es recht schnell einmal eine Feuerprobe mit den Raubüberfällen (siehe: Stadtrat Simon Stocker 150 Tage im Amt). Bei dir scheint bis jetzt alles recht ruhig zu verlaufen, auch in den Medien liest man nicht viel.

Daniel Preisig: Ja, es gibt viele Leute die mir sagen, dass man von mir gar nichts hört. Vordergründig stimmt das auch, aber im Hintergrund läuft ziemlich viel. Es gibt das Tagesgeschäft und momentan läuft der Jahresabschluss, also die Jahresrechnung, welche am 4. Mai 2015 den Medien vorgestellt wird. Das muss alles vorbereitet werden. Wir machen auch eine Analyse, um daraus etwas lernen zu können und in die Budgetierung einfliessen zu lassen. Viel Zeit investiert haben wir auch in die gemeinsame Trägerschaft von VBSH und RVSH, in die Neuausrichtung des Kammgarn Flügel West und ins Controlling.

Beat Hochheuser: Stichwort Controlling, das ist ja dein grosses Projekt, was du im Wahlkampf angekündigt hattest.

Daniel Preisig: Genau, es geht dort auch um die Erledigung des Postulates der GPK und es gibt bereits einen Bericht und Antrag ans Parlament. In dieser Vorlage geht es darum, dass das Projekt-Controlling bei den Finanzen angegliedert wird und somit breiter über die Referatsgrenzen hinaus abgestützt ist. Bis jetzt machen die projektführenden Referate (z.B. Hochbauamt) ihr Controlling selbst und das Finanzreferat hat auf die Projektfinanzen keinerlei Einfluss bis auf das Bezahlen von Rechnungen, was natürlich nicht optimal ist. Mein Ziel ist es, dass das Finanzreferat eine proaktive Steuerungsmöglichkeit hat. Ich habe den Anspruch, dass das Finanzreferat künftig bei allen finanziell relevanten Aktivitäten in der Stadt Schaffhausen die Übersicht hat und auch mitreden kann - und nicht nur die Rechnungen bezahlt. Das bedeutet natürlich auch, dass man dann mitverantwortlich ist, wenn irgendwo etwas nicht so gut läuft. Für die Umsetzung werden wir die Stelle eines Finanz-Controllers beim Finanzreferat schaffen und sobald die GPK dazu ein Feedback gegeben hat eine Stellenausschreibung veröffentlichen. Er wird bei neuen Projekten wie z.B. einem Neubau eines Kindergartens von Anfang an eine betriebswirtschaftliche Sicht hineinbringen und einschätzen, ob sich die Projekte lohnen oder eben nicht lohnen.
Eine Uhr darf im Büro des gelernten Uhrenmachers Daniel Preisig nicht fehlen
Beat Hochheuser: An was arbeitest du gerade zudem besonders viel?

Daniel Preisig: Ich habe viel für die Umsetzung der Motion "Gesunde und attraktive Finanzen" - besser bekannt unter dem Namen: "Motion Wullschleger" gearbeitet. Dieser Auftrag aus dem Parlament wartet seit dem Jahr 2002 auf die Umsetzung durch den Stadtrat. Ich arbeite daran mit der GPK zusammen, wo das aktuell - unter Ausschluss von der Öffentlichkeit, deshalb kann ich auch nicht in die Details gehen - diskutiert wird. Vom Stadtrat aus haben wir dort konkrete Vorschläge eingebracht, welche dazu führen, dass diese Motion endlich erfüllt und entsprechend abgeschrieben werden kann. Ich denke, dort sind wir auf einem guten Weg. Mein dickstes Dossier trägt den Titel "gemeinnütziger Wohnungsbau" aus dem Bereich Immobilien, der ja auch zum Finanzreferat gehört. In diesem Bereich sind zwei Initiativen pendent von der Juso und von der SP, welche ein stärkeres Engagement der Stadt im Wohnungsmarkt fordern.

Beat Hochheuser: Du kommst aus der Privatwirtschaft und bist ein "Macher-Typ". Gehen dir die politischen Prozesse nicht zu langsam?

Daniel Preisig: Also eine Überraschung war es natürlich für mich nicht, dass die politischen Prozesse langwieriger sind. Aber ich muss ehrlich sagen, dass der Spirit in der Verwaltung überhaupt nicht so langsam und bequem ist, wie es immer gesagt wird. Die Mitarbeiter in meinem Umfeld sind motiviert, arbeiten dynamisch und das Arbeitsklima ist gut. Aber was natürlich langsam ist, ist der politische Prozess. Man muss mit einer Vorlage zuerst zum Stadtrat und die Stadtratskollegen überzeugen, was auch richtig ist. Danach geht es zum Parlament in die Kommission usw. Aber das habe ich natürlich schon gekannt. Die Prozesse sind langsamer, dafür sind die Sachen besser überlegt und breiter abgestützt. Auffallend für mich ist das Verbesserungspotential beim Einsatz von IT. Was ich vermisse, wäre eine Chat-Funktion zwischen den einzelnen Mitarbeitern. Das bin ich mir aus der Privatwirtschaft gewöhnt gewesen und dort sieht man sofort, ob jemand gerade online bzw. verfügbar ist. Zudem würde ich es begrüssen, wenn Einladungen zu Terminen per Outlook verschickt würden und nicht auf Papier usw.

Beat Hochheuser: Was machst du in deinem Referat anders als dein Vorgänger Peter Neukomm (SP)?

Daniel Preisig: Es ist sicher so, dass wir politisch andere Schwerpunkte setzen. Bei Entscheidungen ist für mich eine saubere Kosten-/Nutzenanalyse sehr wichtig. Vor allem bei grösseren Investitionen finde ich es wichtig, dass geprüft wird, ob es betriebswirtschaftlich Sinn macht. Man muss sich immer die Frage stellen, ob sich etwas lohnt, finanziell und auch nach anderen, nicht geldwerten Kriterien. Auf diese Weise kann man auch verschiedene Lösungsvarianten vergleichen und sich am Schluss für die beste Lösung entscheiden. Da hat mich mein beruflicher Werdegang stark geprägt. Ich frage immer zuerst danach, was Sinn macht und nachher bin ich natürlich froh, wenn ich den Support vom Rechtsdienst der Stadtkanzlei habe, um zu überprüfen, wie die Lösung rechtlich kompatibel umgesetzt werden kann. Nicht die rechtlichen Aspekte, sondern die Wirkung einer Lösung steht für mich an erster Stelle.

Beat Hochheuser: Wie gut klappt die Zusammenarbeit mit deinen Stadtratskollegen?

Daniel Preisig: Ich bin sehr gut aufgenommen worden und Peter Neukomm hat mich sehr gut in das Finanzreferat und die vielfältigen Themen eingeführt. Er hat sich sehr viel Zeit genommen und wir sind häufig hier zusammen in diesem Büro gesessen, welches damals noch etwas anders ausgesehen hat. Das trifft auch auf Raphaël Rohner (FDP) zu, der mir die VBSH übergeben hat. Die Diskussionen im Stadtrat erlebe ich als sehr kontrovers, aber die Zusammenarbeit klappt sehr gut. Vom Prozess her ist alles sehr normiert. Immer am Donnerstag muss man seine Anträge an den Stadtrat einreichen. Am Freitagmorgen wird die Stadtratsmappe mit Traktandenliste - streng nach Referat - erstellt. Jeder Stadtrat bekommt dann alle Stadtratsanträge mit der Traktandenliste und wir müssen uns alle einlesen. Am Dienstag ist dann die Stadtratssitzung. Ich bringe mich dort gerne ein in die Anträge der anderen Stadtratsmitglieder und umgekehrt natürlich genauso.
Der von Raphaël Rohner übernommene Bus steht als Miniatur auf dem Schreibtisch
Beat Hochheuser: Im Wahlkampf hattest du mir im August 2014 einige Sachen gesagt, die du als Stadtrat gerne angehen möchtest (siehe unseren damaligen Schaffhausen.net Blogbeitrag). Nun möchte ich natürlich gerne wissen, wie es mit diesen Dingen so steht. Du hattest gesagt, die städtischen Freiluftparkplätze in der Altstadt sollen erhalten bleiben. Nun fallen aber neun Parkplätze auf dem Platz in der Altstadt weg. Wie kommt das und werden noch weitere Parkplätze wegfallen?

Daniel Preisig: Die Neugestaltung des Platzes mit dem Wegfall von neun Parkplätzen ist bereits letztes Jahr und somit vor meinem Amtsantritt entschieden worden. Ich werde mich dafür einsetzen, dass keine weiteren Parkplätze abgebaut werden, wenn es nicht unbedingt sein muss. Das Areal beim Kirchhofplatz Richtung Pfarrhof ist ein Entwicklungsareal und es ist dort geplant, dies allenfalls einer Wohnbaugenossenschaft abzugeben, Stichwort gemeinnütziger Wohnungsbau. Es gibt noch keine konkreten Ideen, aber sofern dieses Projekt ein Parkhaus beinhaltet, könnte man natürlich auch über die Aufhebung der oberirdischen Parkplätze reden. Momentan ist kein weiterer Abbau von oberirdischen Parkplätzen in der Altstadt beschlossen. Bei der Schützenstube Ecke Kantonalbank, beim Haberhaus in der Neustadt und im Kammgarnhof sind drei Areale, bei denen Umgestaltungen in Projektierung sind und bei denen auch die Kompensation von Parkplätzen bei der Umgestaltung geprüft wird. Konkret ist noch kein Beschluss im Stadtrat gefallen.

Beat Hochheuser: Du hast gesagt, dass du allgemein die Gastronomie fördern möchtest, speziell auf dem Herrenacker - und schon ist das MYRTA auf dem Herrenacker da und sie können sogar hinausstuhlen, was dir immer wichtig war. Das läuft ja wie am Schnürchen!

Daniel Preisig: Natürlich finde ich es toll, wenn unsere Stadt mit neuen Lokalen aufgewertet wird, aber alles kann ich mir nicht anrechnen lassen. Meine Wahlversprechen gelten natürlich immer noch. In der Politik kann man nicht alles in den ersten 100 Tagen umsetzen. Ganz sicher nicht vergessen habe ich auch die Gastronomie am Rhein. Da bin ich unverändert der Überzeugung, dass Schaffhausen hier riesiges Potential hat.

Beat Hochheuser: Wann kommt der I love Schaffhausen Schriftzug?

Daniel Preisig: Der ist auch noch nicht vergessen, aber vielleicht hat mich ein bisschen die Realität vom politischen Alltag eingeholt. Man muss ja schon sehen, wir haben noch andere Sorgen, zum Beispiel die Entwicklung vom Kammgarn Flügel West. Es sind da momentan - auch finanziell - andere Prioritäten vorhanden.
Daniel Preisigs I love Schaffhausen Schriftzug hat derzeit für ihn keine Priorität
Beat Hochheuser: Du wolltest auch dem Gärtlidenken im Stadtrat ein Ende machen.

Daniel Preisig: Ich glaube, hier gibt es schon Bewegung. Wie oben bereits gesagt, bringe ich mich bei den Geschäften der anderen Stadträte ein. Es gibt aktuell auch einige referatsübergreifende Projekte. Zudem wird es durch das Controlling, welches neu beim Finanzreferat angegliedert sein wird, automatisch eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Leuten aus den einzelnen Referaten geben. Das Projekt-Controlling funktioniert künftig nicht mehr isoliert im projektführenden Referat, sondern zusammen mit dem Finanzreferat. Dies ist ein Rezept aus der Privatwirtschaft, welches besonders im politischen Betrieb - wo es eine breite Abstützung braucht - Sinn macht.

Beat Hochheuser: Neues Fussballstadion - du bist dafür und warst auch für eine finanzielle Beteiligung der Stadt Schaffhausen.

Daniel Preisig: Genau, damals wusste man noch nicht, dass es noch das Referendum von Stefan Wagner und Waltzer Hotz geben wird. Ich bedaure den Volksentscheid. Unser Sportreferent Urs Hunziker (FDP) ist im Gespräch mit Aniello Fontana wegen des neuen Schaffhauser Fussballstadions. Wir warten jetzt auf die nächsten Schritte von Aniello Fontana, der Ball - der Fussball liegt bei ihm. Wenn er sich entscheidet - was wir nicht hoffen - das Projekt nicht zu realisieren, müssen wir weiter schauen.

Beat Hochheuser: Im Moment ist es auffallend ruhig in den Medien zum Thema Daniel Preisig.

Daniel Preisig: Das ist mir nicht unrecht und hat sicher auch mit der Natur vom Finanzreferat zu tun. Beim Baureferat beispielsweise gibt es immer mal wieder einen Spatenstich oder es gibt eine Eröffnung - so etwas hat man im Finanzreferat halt einfach nicht. Ich werde die Jahresrechnung präsentieren und das Budget - und dafür gibt es einen fixen Zeitplan. Ich finde es aber auch nicht richtig, wenn man neu in einen Laden kommt, der eigentlich gut läuft, dass man dann sofort am ersten Tag alles umkrempelt und ein Geschrei in den Medien macht. Ich habe ein Team von ausgezeichneten Bereichsleitern, die ihren Laden im Griff haben und Spezialisten in ihrem Gebiet sind. In den ersten 100 Tagen finde ich es wichtig, zuzuhören und die Leute kennenzulernen sowie sich in die Themen einzuarbeiten. Von diesem Prinzip habe ich eine Ausnahme gemacht, nämlich beim Controlling, wo der Handlungsbedarf schon aus der parlamentarischen Aufarbeitung der Kostenüberschreitungen offensichtlich war.

Beat Hochheuser: Offiziell hast du ein 70% Pensum als Stadtrat, wie sieht es wirklich aus?

Daniel Preisig: Vor allem jetzt am Anfang, wo ich mich noch einarbeiten muss, ist die Arbeitsbelastung ziemlich gross. Ich habe den Kopf ständig voll mit verschiedensten Themen. Aktuell würde ich mein Arbeitspensum auf mindestens 120% Prozent einschätzen. Die Arbeit ist sehr fordernd und bringt mich stark an die Grenzen der Belastbarkeit. Deshalb muss ich ab und zu ganz bewusste Pausen einlegen, z.B. Wochenenden ohne Arbeit.

Beat Hochheuser: Seit dem Amtsantritt hast du deine Homepage und deine Socialmedia-Accounts nicht mehr gross aktualisiert.

Daniel Preisig: Das stimmt, da läuft momentan nicht sehr viel. Die nicht vorhandenen Updates zeigen vielleicht auch, wie viel ich sonst noch zu tun habe. Die Überarbeitung der Webseite ist auf meiner Pendenzenliste, aber ich bin noch nicht dazu gekommen. Bezüglich Facebook habe ich nicht den Anspruch, dort ständig präsent zu sein. Meine Hauptaufgabe ist es, mich politisch im Stadtrat einzubringen. Das muss nicht zwingend immer in der Zeitung oder sonst wo stehen. Mir ist aber klar, dass es bei Bedarf und zum richtigen Zeitpunkt Öffentlichkeitsarbeit braucht, z.B. bei der Präsentation des Rechnungsabschlusses oder bei der Veröffentlichung von Vorlagen. Vieles ist noch nicht spruchreif und alles was intern läuft, gehört nicht in die Medien.

Beat Hochheuser: Hast du dein Büro schon fertig eingerichtet?

Daniel Preisig: Noch nicht ganz, beim Eingang fehlt noch ein Sofa. Ich reise viel und gerne, deshalb habe ich viele Fotos von meinen Reisen im Büro aufgehängt. Das ist für mich wie ein bisschen ein Ausgleich zur ständigen Präsenz in Schaffhausen. Meine Reiselust ist ungebrochen und auf diese Weise kann ich das Fernweh etwas mildern. An den Wänden in meinem Büro findet man etwa Fotos von London, Santorini, Delhi, San Francisco, Mumbai, São Paulo und Sidney.
Im Hintergrund hängen die Fotos von Daniel Preisigs Reisen an der Wand
Beat Hochheuser: Letzte Frage: Wie stark wird die Unternehmenssteuerreform Schaffhausen treffen?

Daniel Preisig: Die Unternehmenssteuerreform III ist sicher die finanzpolitisch grösste Herausforderung der nächsten Jahre. Schaffhausen war in den letzten Jahren vor allem dank der guten Arbeit der Wirtschaftsförderung extrem erfolgreich in der Ansiedlungspolitik von internationalen Unternehmen und gemischten Gesellschaften, da man steuerlich sehr attraktiv sein konnte. Im Kanton Schaffhausen sprechen wir von etwa 3'000 Arbeitsplätzen. Mit der Unternehmenssteuerreform III, die auf Bundesebene wegen dem internationalen Druck gemacht wird, besteht jetzt das Risiko für den Kanton Schaffhausen und somit auch für die Stadt Schaffhausen, dass wir diese neu angesiedelten Firmen wieder verlieren. Der im Vergleich doch recht kleine Kanton Schaffhausen ist von allen Kantonen am drittmeisten betroffen und viele von den angesiedelten Unternehmen haben ihren Sitz in der Stadt.Wenn diese Unternehmen abwandern in steuergünstigere Länder wie Irland, dann fehlt uns erstens die Unternehmenssteuer und zweitens die Einkommensteuer der Mitarbeiter. Dies würde ein riesiges Loch in unsere Steuerkasse reissen und natürlich auch stark negative Effekte auf das Schaffhauser Gewerbe, den Wohnungsmarkt usw. haben. Soweit darf es nicht kommen! Deshalb arbeiten wir zusammen mit dem Kanton, primär mit Rosmarie Widmer Gysel vom Finanzdepartement, an einer Lösung. Erklärtes Ziel ist es, die Unternehmen, welche schon hier sind, zu behalten und zusätzlich für Neuansiedlungen nach wie vor attraktiv zu sein. Dies ist eines der wichtigsten standortpolitischen Projekte, welche auf uns zukommen.

Text und Fotos: Beat Hochheuser für www.schaffhausen.net

Mittwoch, 8. April 2015

Bericht vom m4music 2015 - Musikfestival Zürich

Das m4music Musikfestival in Zürich ist jedes Jahr Pflichtprogramm. Es ist wie ein erstens Openair des Jahres, welches aber indoor stattfindet und somit eigentlich ein Closedair ist. Beim m4music steht das M für die Migros, welche den Event grosszügig unterstützt und für faire Eintrittpreise ein attraktives Programm bietet. Das Festival findet in den Locations Schiffbau Halle, Moods, Exil, Box, Matchbox und auf der Showcase Stage statt, welche sich als einzige ausserhalb der Gebäude befindet. Der Event wird jährlich an zwei aufeinander folgenden Tagen durchgeführt, diesmal Freitag, 23. März sowie Samstag, 24. März 2015. Wie übliche picke ich ein paar der von uns besuchten Konzerte am m4music für den Bericht heraus. Es gab sicher auch vieles anderes Interessantes, was wir verpennt oder wegen Überschneidungen verworfen haben.
m4music 2015 - Awolnation live im Schiffbau Zürich - Halle
Das m4music bietet wie jedes Musikfestival live Konzerte, aber zusätzlich auch schon am Nachmittag interessante Panels, Interviews, Keynotes und Workshops, was durchaus speziell ist. Was auch jeweils auffällt ist das ganz spezielle Licht, in dem sich die Bands präsentieren. Dies sieht man oben schon gut bei Awolnation und auch im m4music Festival 2014 Bericht hier auf dem Blog.
Awolnation am m4music 2015 in Zürich - Halle -Schiffbau
Das helle Licht sorgte im Speziellen bei Awolnation zwar für sensationelle Fotos - und das auch mit einer kleiner Kompaktkamera wie ich sie am Start hatte - war aber doch etwas stark für das Publikum in der ersten Reihe, wo wir uns bekanntlich gerne aufhalten. Man fühlte sich zeitenweise gerade zu geblendet und hätte am liebsten eine Sonnenbrille aufgesetzt. Da es aber nun mal kein Openair war, hatte leider niemand eine dabei - zumindest nicht aus Zweckmässigkeits-Gedanken, sondern höchsten aus Coolness. So oder so, die Erinnerungen an das Konzert sind so heller denn je, was ja auch nicht schlecht ist. Auch die Videos haben durch die extreme Lichtshow etwas Besonders zu bieten - und natürlich durch Sänger Aaron Bruno, denn er hat die Moves like...

Awolnation - live - m4music - 27. März 2015 Zürich Schiffbau


Awolnation - Windwos - live - m4music - 27. März 2015 Zürich Schiffbau


Awolnation - Burn it Down - live - m4music - 27. März 2015 Zürich Schiffbau


Hier noch die komplette m4music Awolnation Setlist:
Awolnation Setlist m4music 2015 Schiffbau (indispect.ch)
Die Band Lonely The Brave war vom Sound her geil, aber von der Show her nicht wirklich. Dies lag primär daran, dass der Sänger gar keinen Blickkontakt zum Publikum pflegte, sondern permanent vor sich nach unten auf den Boden der Tatsachen starrte und sich dazu auch noch seitlich auf der Bühne versteckte. Also ich meine, wieso gibt man dann überhaupt Konzerte, da ist man irgendwie am falschen Platz. Scheint wohl mehr eine Studioband zu sein, jedenfalls kann ich persönlich mit sowas live nicht viel anfangen. Die Rolle des Frontmannes übernahm dann zwar irgendwie mehr oder weniger der Gitarrist, welcher auch sichtlich Freude am Konzertgeben hatte, wobei das natürlich neben einem solch zurückhaltenden Sänger dann auch etwas seltsam anmutet.
Lonely the Brave -  m4music - Der Sänger ist an seinem üblichen Platz links aussen
Das Konzert war musikalisch gesehen keineswegs schlecht, doch dann könnte ich es überspitzt gesagt auch am Radio hören. Es war gut, aber mit auf das Publikum zugehenden und mit diesem interagierenden Frontmann wäre es noch deutlich besser gewesen. Die Videos verdeutlichen es:

Lonely the Brave - live - m4music - 27. März 2015 Zürich Exil


Lonely the Brave - live - m4music - 27. März 2015 Zürich Exil


Lonely the Brave - live - m4music - 27. März 2015 Zürich Exil


Ein schöner Konzertabschluss für den Freitag war Death By Chocolate um 01:15 Uhr im Moods im Schiffbau. Sänger Mathias Schenk war gerade noch auf der Frontseite des Migrosmagazins und jetzt ist die Band auch noch am hauseigenen Migros Musikfestival - Death By Schoggi scheint also bei der Migros (zu Recht!) hoch im Kurs zu stehen.
Death by Chocolate live am m4music 2015 im Moods im Schiffbau
Selbst Polo Hofer sagte vor Kurzem: "Es gibt sie zum Glück noch. Death by Chocolate zum Spiel oder Pegasus, das ist Musik. Ohne Trickli und Anbiederungen". Recht hat der gute Mann. Die Band hatten wir im Januar gerade noch im TapTab in Schaffhausen, mein Bericht inkl. Interview dazu hier: Death by Chocolate im TapTab. Bei den Fotos fällt auch hier schon wieder das extrem spezielle Licht auf - der m4music Lichtmensch hat etwas auf dem Kasten.
Death by Chocolate Band live - m4music 2015 - Moods im Schiffbau Zürich
Die Setliste wurde offenbar direkt vor dem Konzert kurzerhand auf einen Papptellerli, welches Backstage für Kuchen und allerlei andere Leckereien parat gestellt war, geschrieben - wozu auch der Schnickschnack, würde Polo jetzt vermutlich sagen ;-).
Death by Chocolate Setlist - m4music 2015 Moods
Hier noch ein paar Videos von Death by Chocolate am m4music im Moods im Schiffbau:

Death by Chocolate - Alfred - live - m4music - 27. März 2015 Moods Schiffbau


Death by Chocolate - tell me what you see - live - m4music 2015 Zürich Moods Schiffbau


Death by Chocolate - Rock'n'Roll - live - m4music 2015 Moods Zürich Schiffbau


Death by Chocolate - Siren Calls - live - m4music 2015 Moods Schiffbau Zürich


Alles in allem eine weitere sehr gelungene Ausgabe des grossartigen m4music Festivals. Ein kleiner Tipp noch: Wer es am Samstag nach den Konzerten noch bis ins Exil schafft und dort dann noch eine ganze Weile durchhält, der konnte zumindest dieses Mal bis zum bitteren Ende verharren. Die Security wurde irgendwann heimgeschickt, die Putzmannschaft begann mit ihrer Arbeit. Wer noch da war konnte bleiben und man traf dort die eine oder andere Grösse aus der Musiklanschaft in geselliger Runde - nur so als Tipp für's nächste Jahr ;-).

Text, Fotos, Videos: Beat Hochheuser für Schaffhausen.net

Dienstag, 7. April 2015

Wettbewerb - Bravo Hits Party Kammgarn 3x2 Tickets

Diesen Samstag, 11. April 2015, findet in der Kammgarn Schaffhausen ab 22:00 Uhr eine weitere Ausgabe der beliebten Bravo Hits Party statt. In Zusammenarbeit mit der Kammgarn verlosen wir 3x2 Tickets. Um zu gewinnen, schreibe einfach ein Email mit dem Betreff: "Bravo Hits Wettbewerb" und deinem vollständigen Namen an: Update: Der Wettbewerb ist beendet, die Gewinner wurden informiert!
Bravo Hits Party 11. April 2015 Kammgarn Schaffhausen
Munter weiter geht es auch in diesem Jahr mit der Schaffhauser Flashback-Party Nummer 1 in der Kammgarn. 1-A-Sound aus den guten alten 90er- und 2000er- Jahren dröhnen aus den Boxen, von Bloodhound Gang über Ace of Base oder Nirvana bis Lenny Kravitz ist alles dabei. Lustigmachende Brause-Drinks und passende Deko tun ihr Weiteres und machen die Bravo Hits Party in der Kammgarn sicher auch an der zweiten Ausgabe der neuen Saison wieder zu einer Riesensause! Der Vorverkauf auf starticket.ch wird wärmstens empfohlen, denn die letzten Partys waren bald einmal ausverkauft!

Montag, 6. April 2015

dolder2 wird fortbestehen - Genossenschaft pro dolder2

Ein breiter Kreis in der Bevölkerung wünscht, dass die "KultUhrBeiz dolder2" von Tom Albatros Luley erhalten werden soll. Der Betrieb am jetzigen Standort in Feuerthalen ist bis Ende 2016 gesichert. Dieser Zeitpunkt bedeutet jedoch nicht das Ende vom "dolder2“. Freunde des Kulturklubs haben beschlossen, in den kommenden Wochen die Genossenschaft "pro dolder2" zu gründen. Zweck dieser gemeinnützigen Genossenschaft ist der Weiterbetrieb des Lokals im bisherigen Sinne mit dem Ziel, den Kulturbetrieb - in welcher Form und an welchem Standort auch immer - zu erhalten, damit dieser wichtige Beitrag zum lokalen Kultur- und Sozialleben mit einzigartigen Veranstaltungen und Konzerten nicht verloren geht.
Bastian Baker beim live Konzert im dolder2 Feuerthalen am 2. Dezember 2011
Tom Albatros Luley, der Betreiber des dolder2, hat ein exzellentes Gespür für aufstrebende Künstler, so dass diese schon vor dem grossen Durchbruch im dolder2 zu sehen sind. Ein Beispiel ist Shooting Star Bastian Baker, den Tom Albatros Luley bereits am 2. Dezember 2011 bei sich im kleinen und heimeligen dolder2 hatte. Davon gibt es auch noch ein Video:



Zu den weiteren Highlights, die Tom Albatros Luley bereits im dolder2 präsentieren konnte, gehören unter anderen Mungo Jerry, Albert Lee, Gigi Moto und Tito & Tarantula. Zudem lässt er regelmässig regionale Newcomerbands auftreten, vor kurzem am 26. März 2015 zum Beispiel die Jah Pirates aus Schaffhausen.

Samstag, 4. April 2015

Mathias Gnädinger tot - Schauspieler aus Schaffhausen

Der aus Ramsen im Kanton Schaffhausen stammende Schauspieler Mathias Gnädinger ist tot. Er starb gestern am Karfreitag im Alter von 74 Jahren im Universitätsspital Zürich. Seit einem Unfall am 5. März 2015 war er im Unispital hostpitalisiert. Während der Rekonvaleszenz im Spital gab es Komplikationen mit den Lungen- und Herzfunktionen, weshalb Mathias Gnädinger in der Intensivstation betreut werden musste.
Schauspieler Mathias Gnädinger aus Ramsen im Kanton Schaffhausen ist tot
Mathias Gnädinger war einer der berühmtesten Schauspieler aus dem Raum Schaffhausen. Er spielte in 130 Theaterstücken und über 70 Filmen für Kino und Fernsehen mit. Seine letzte Rolle hatte er in der Serie "Der Bestatter" mit Mike Müller und Carlos Leal inne. Er spielt den Bösewicht Louis Lauener, der dem detektivischen Bestatter Luc Conrad (Mike Müller) das Leben schwer machte. Am Schluss der im Januar und Februar 2015 ausgestrahlten neusten Bestatter-Staffel lag er selber tot im Grab, welches er eigentlich für seinen Kontrahenten Conrad vorgesehen hatte. Unser herzliches Beileid an die Familie.

Mittwoch, 1. April 2015

Lucas Fischer Konzert & Interview - KC Downtown Band

Lucas Fischer (24) ist Schweizer Kunstturner und gewann 2013 die Silbermedaille an der Europameisterschaft in Moskau am Barren. Zwei Jahre zuvor, im Jahr 2011, musste Lucas wegen einem epileptischen Anfall die Turn-Weltmeisterschaft in Tokio, für die er bereits qualifiziert war, absagen. Dies wäre gleichzeitig auch die Qualifikation für Olympia 2012 in London gewesen. Hier war er kurz davor, alles hinzuschmeissen und mit dem Turnen aufzuhören. Das Musik machen half ihm damals über diese schwierige Zeit hinweg und den Weg in Turnhalle zurück zu finden. Heute tritt Lucas Fischer neben dem Turnen - was immer noch seine grösste Leidenschaft ist - auch öffentlich bei Konzerten als Sänger auf. Am letzten Samstag, 28. März 2015, hatte er einen Auftritt zusammen mit KC and the Downtown Band im Auditorium vom Technopark in Zürich. Im Rahmen von diesem Event konnte ich auch noch ein Interview führen, welches man hier im Anschluss lesen kann.
Lucas Fischer ist Sänger und Kunstturner am Barren - Vize-Europameister 2013
Nach dem Gewinn der Silbermedaille im April 2013 erlitt Lucas Fischer Mitte August 2013 seinen mittlerweile siebten epileptischen Anfall und musste deshalb kurzfristig die Teilnahme an der Turn-Weltmeisterschaft 2013 im belgischen Antwerpen absagen. Danach zog er eine für erst nach der WM geplante Knieoperation vor, bei der die Kniescheibe gerichtet wurde. Leider zeigte sich in der Folge jedoch, dass auch noch ein grosser Knorpelschaden vorlag. In einer weiteren Operation mussten Teile des Knorpels entfernt werden, um einen neuen heranzuzüchten. Dies war alles sehr langwierig, doch jetzt geht es Lucas Fischer immer besser und er ist wieder dabei, sich auf neue Wettkämpfe vorzubereiten.
Bei Lucas Fischer geht es aufwärts - klar war er beim Interview in bester Laune

Beat Hochheuser: Wie geht es dir heute, kannst du schon wieder 5-6 Stunden täglich trainieren?

Lucas Fischer: Momentan bin ich bei 4 bis 4.5 Stunden pro Tag. Ich muss auch nicht unbedingt auf 5-6 Stunden Training pro Tag kommen, aber es wäre natürlich von Vorteil.

Beat Hochheuser: Eine Musikkarriere braucht auch viel Zeit. Wie schaffst du es, Musik und Sport unter einen Hut zu bringen?

Lucas Fischer: Wenn man etwas machen will, gibt es eigentlich immer auch einen Weg. Mir ist die Musikkarriere wichtig und deshalb nehme ich mir auch Zeit dafür. Es ist natürlich nicht viel, aber ich nutze die mir zur Verfügung stehende Zeit sehr gut.

Beat Hochheuser: Du hattest den Plan gehabt, Ende 2014 wieder erste Turniere mit turnen zu können. Konntest du diesen Plan in die Tat umsetzen?

Lucas Fischer: Bis jetzt konnte ich noch kein Turnier mitmachen. Es gab leider Verzögerungen bei der Heilung von meinem Knie. Es ist besser, dass ich warte, bis das Knie ganz ausgeheilt ist, damit ich dann wieder richtig einsteigen kann. Das ist viel vernünftiger, als es zu früh zu stark zu belasten. Es ist auch noch zu früh für die Turn-Europameisterschaft 2015 in Montpellier und die Turnweltmeisterschaft 2015 in Glasgow. Eine Teilnahme von mir an diesen Wettkämpfen ist unrealistisch. Mein grosses Ziel sind nach wie vor die Olympischen Spiele im August 2016 in Rio de Janeiro. Ich gebe alles dafür und wenn es nicht klappt, weiss ich wenigstens, dass ich alles dafür gegeben habe. Dann kann ich nachher mir nichts vorwerfen.
Lucas Fischer mit KC O'Douwd, seinem Manager für Music und Show

Beat Hochheuser: Alles klar, dann kennen wir jetzt deine sportlichen Ziele. Wie sieht es bei deiner Musikkarriere aus?

Lucas Fischer: "Back right Now" ist mein erster eigener Song, die anderen Lieder sind Covers. Von meinem Adele Cover "Someone Like You" gibt es ein Musikvideo. Bei "Back right Now" habe ich den Text selbst geschrieben, die Musik ist in Zusammenarbeit mit meinem Manager KC O'Douwd entstanden. Ich spiele selbst kein Instrument und habe das Ganze mit viel Hilfe aus Kopf heraus aufgebaut. Die Ideen, welche wir hatten, haben wir nachher zu einem Produzenten nach Deutschland geschickt, den mein Manager gut kennt. Dieser hat es uns eingespielt und wir haben es dann zusammen immer weiter Ausgearbeitet bis zur endgültigen Version.



Beat Hochheuser: Du hast mal gesagt, du möchtest Turnen und Sport in einer Show kombinieren. Wie kann man sich das vorstellen?

Lucas Fischer: Ja, genau, ich habe schon zwei-drei solche Shows gemacht, bei denen ich Turnen und Singen kombiniert habe und das ist extrem gut angekommen. Es ist etwas sehr Spezielles, was es sonst in dieser Form denke ich noch nicht gegeben hat. Das ist auch mein Ziel für später, etwas Spezielles auf die Beine zu stellen. Im Übrigen plane ich auch noch neue eigene Musik und bin momentan viel am Texten, alles was mir einfällt schreibe ich auf. Aber ich bin jetzt noch nicht konkret an neuer, eigener Musik dran, weil ich mich einfach momentan noch viel mehr auf das Turnen konzentriere. Kunstturnen steht für mich nach wie vor an erster Stelle. Ich habe sogar das Gefühl, dass meine Liebe zum Turnen heute noch grösser ist, als je zuvor.

Beat Hochheuser: Das führt uns gerade zur nächsten Frage. Man kann ja nicht zeitlich unbegrenzt mit dem Kunstturnen fortfahren. Du bist jetzt 24 und hattest mal geplant bis 25 oder 26 weiterzumachen. Ist dieser Zeitplan noch aktuell?

Lucas Fischer: Nein, der Zeitplan hat sich verändert. Ich habe mir darüber in letzter Zeit viele Gedanken gemacht und bin zum Schluss gekommen, dass ich noch nicht das erreicht habe oder das Potential ausschöpfen konnte, was möglich wäre. Ich konnte viel weniger Wettkämpfe mitturnen, als ich eigentlich wollte und deshalb habe ich mich entschieden, sofern es möglich ist bis zum Jahr 2020 weiter zu machen. Wenn man es geschickt angeht, immer einen guten Aufbau macht und auf seinen Körper hört - und das habe ich jetzt gelernt, auf meinen Körper zu hören - dann sollte es sicher möglich sein, denke ich. Wenn jedoch mein Körper schlapp machen sollte, werde ich nicht auf Biegen und Brechen etwas erzwingen wollen. Momentan geht es mir sehr gut, es ist nur noch das Knie, welches noch im Kraftaufbau ist. Es ist aber eigentlich sehr gut, ich konnte beim Barren auch schon wieder die ersten Ausgänge auf weiche Matten machen.
Der Event fand im bemerkenswerten Auditorium im Technopark Zürich statt

Beat Hochheuser: Ja, das habe ich auf Facebook gesehen. Momentan geht es dir ja sehr gut, aber du postest auf Facebook auch, wenn es dir mal nicht gut geht, das ist eher die Ausnahme, für viele Leute gibt es nur ein Gute-Laune-Facebook.

Lucas Fischer: Ja, es gibt viele Leute, die einfach nicht verstehen oder akzeptieren, dass es auch okay ist, wenn es einem mal nicht so gut geht. Ich finde es gehört genau so zum Leben, wenn es einem mal nicht so gut geht. Zu dem kann man auch dazu stehen.

Beat Hochheuser: Schon, ja, aber du sagst es ja nicht nur deiner Familie oder deinen engsten Freunden, sondern du trägst es in die Öffentlichkeit hinaus und ich denke das ist auch ein Grund, wieso sich die Medien so stark für dich interessieren. Es gibt ja noch andere erfolgreiche Sportler, die weit weniger präsent sind in den Medien.

Lucas Fischer: Stimmt, es kommen immer wieder Anfragen, das ist unglaublich wie häufig und ich finde das schön. Das SRF begleitet mich jetzt gerade wieder mit einer neuen Produktion, welche "Mein Weg nach Rio" heissen wird und sie waren auch bei meinem letzten Konzert dabei. Das wird dann so eine Serie geben mit mehreren Sportlern und der erste Teil wird im Juni 2015 ausgestrahlt werden. Der zweite Teil folgt dann ein Jahr später. Ich finde es interessant, wenn man solche Einblicke in das Sportlerleben erhält und mitverfolgen kann, wie Sportler mit Schicksalsschlägen umgehen. Wenn ein Spitzensportler z.B. durch einen Unfall querschnittgelähmt wird, muss das extrem schlimm sein. Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen. Wir sind Bewegungsmenschen, welche die Bewegung einfach brauchen.
Soundcheck vor der Show im Auditorium vom Technopark in Zürich

Beat Hochheuser: Kannst du erklären, wie du darauf gekommen bist, mit deiner Musik an die Öffentlichkeit zu gehen? Dass dir deine Musik in der schweren Zeit so gut geholfen hat ist klar, aber du hättest ja auch im stillen Kämmerchen singen können.

Lucas Fischer: Ich hatte mir einfach gedacht, wieso soll man es nicht an die Öffentlichkeit bringen, es schadet ja nichts, sondern hilft mir nur für die Zukunft. Ich habe zudem gedacht, dass es mir als Mensch auch etwas bringt. Ich wollte es wie ein bisschen testen am achtzigsten Geburtstag von meinem Grossvater. Dort stand ich das erste Mal auf der Bühne, zusammen mit meinem Cousin. Es war ein Unterhaltungsanlass für Turner und ich habe ein Cover von Hallelujah gesungen. Das war mein erster öffentlicher Auftritt und es ist so gut angekommen, dass ich gar nicht mehr von der Bühne runter wollte. Seit diesem Auftritt hat mich das einfach total gepackt und es ist für mich die genialste Abwechslung zum Sport. Ich bin ein extremer Emotionsmensch und diese Emotionen mit anderen Menschen zu teilen und anderen Leuten etwas von mir selber zu geben finde ich etwas unglaublich Schönes.

Beat Hochheuser: Für mich wäre es nichts, ich gehe lieber an Konzerte als Zuschauer und Zuhörer.

Lucas Fischer: Es ist ja cool, dass es Leute gibt, die gerne auf der Bühne stehen und andere gibt, die gerne zuhören. Das geniesse ich dann.
KC and the Downtown Band im Auditorium - Technopark Zürich

Beat Hochheuser: Das stimmt, es braucht beides, sonst würde es ja nicht funktionieren. Bei dir ist es ja so, dass du in ruhigeren Zeiten die Anspannung und Nervosität vor deinen Einsätzen vermisst. Das ist zum Beispiel bei mir gar nicht so, ich bin froh, wenn ich entspannt zuschauen kann.

Lucas Fischer: Als ich noch permanent Wettkämpfe geturnt habe, hatte ich es auch nicht so gerne. Aber jetzt, wo ich das nicht habe, vermisse ich es unglaublich. Ich vermisse es, meine Hand zu erheben und meine Übung zu zeigen. Ich vermisse die Anspannung und das Kribbeln. Es ist auch ein unglaublich spannender Weg ein paar Monate vor dem grossen Anlass bis hin zum Event. Die Arbeit bis zum Tag X und dann dort das zeigen zu können, was man eigentlich kann und man hat nur eine Chance. Dieser Weg ist so spannend, auch wenn es dann am Schluss nicht klappen sollte. Wenn man am Schluss zurückschaut auf den Weg, dann ist das genial und man ist auch irgendwie stolz.

Beat Hochheuser: Was bedeutet das Musik machen genau für dich?

Lucas Fischer: Nach dem für mich sehr schwierigen Jahr 2011 wäre ich ohne das Musik machen nicht in die Turnhalle zurückgekehrt. Ich habe zu diesem Zeitpunkt gemerkt, dass Reden allein mir nicht mehr reicht. Ich habe das Singen gebraucht, um all den Frust und die negativen Gedanken wie heraus zu schreien. Ich war total in meiner Welt gefangen und bin wie nicht mehr herausgekommen. Das Singen hat mir sehr dabei geholfen, das alles zu verarbeiten und tut mir einfach sehr gut.
Neben Lucas Fischer war Petrik Thomann ein weiter Gastsänger

Beat Hochheuser: Letzte Frage, auch wenn du jetzt noch bis ins Jahr 2020 weiter machen wirst, irgendwann wird Schluss sein mit dem Turnen und du wirst anderweitig dein Geld verdienen. Planst du nachher mit der Musik oder allgemein im Showbiz durchzustarten?

Lucas Fischer: Es wäre ein Traum und genial, wenn das klappen würde. Ich mache mir aber nichts vor, einfach wird das nicht. Wie ich aber schon am Anfang von Interview gesagt habe, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Beat Hochheuser: Ich habe das Gefühl, dass Musiker, welche wirklich durchstarten wollen, bei Karrierebeginn jung sein müssen. Mir fällt auf Anhieb kein Musiker ein, der erst mit 30 ins Business eingestiegen ist und dann noch eine riesige Karriere hingelegt hat. Die Leute, die auch 30 Jahre alt sind, gehen nicht mehr so häufig in den Ausgang und die Jungen, die noch viel gehen, interessieren sich eher für Künstler in ihrem Alter. Man sollte also aus meiner Sicht nicht zu lange warten.

Lucas Fischer: Ich denke, man kann immer noch fresh sein, auch wenn man vielleicht ein bisschen älter als die junge Generation ist. Aber es stimmt schon, je älter man wird, desto schwieriger wird es. Es wäre aber genial, wenn es irgendwie in diese Richtung gehen würde. Ich habe auch noch einen KV-Abschluss, aber das ist schlussendlich eigentlich nichts für mich. Ich bin niemand, der sich hinsetzt und gerne Stunden lang am Computer arbeitet. Ich bin eher jemand, der halt herumzappelt und immer irgendwas machen muss. Ich bin für sehr vieles offen, auch dass ich nach dem Turnen noch irgendetwas im Sportbusiness machen würde. Am liebsten wäre es mir aber, wenn ich mit der Musik noch eine weitere Leidenschaft zum Beruf machen könnte.
KC O'Douwd ruft Lucas Fischer zur Downtown Band auf die Bühne
So, jetzt wollen wir aber auch mal noch hineinschauen in den Auftritt von Lucas Fischer. Er performte an diesem Abend insgesamt 5 Lieder:

all of me (John Legend Cover) mit Daniel Studer (Keys)
I see fire (Ed Sheeran Cover) mit Daniel Studer (Keys)
I'm not the only one (Sam Smith Cover) mit Daniel Studer (Keys)
This love (Maroon 5 Cover) mit KC O'Doud and the Downtown Band
Rolling in the Deep (Adele Cover) mit the Downtown Band

In drei davon kann man hier hineinschauen:

Lucas Fischer - I see fire (Ed Sheeran Cover)


Lucas Fischer - I'm not the only one (Sam Smith Cover)


KC O'Douwd - Lucas Fischer - This Love (Maroon 5 Cover)


Alles in allem ein äusserst gelungener Abend in einer ganz speziellen Atmosphäre, zu der auch diese aussergewöhnliche Location, das Auditorium im Technopark Zürich, beigetragen hat. KC O Douwd ist der geborene Entertainer und führte mit Witz und Charme gekonnt durch den Abend. Vielen Dank für die Einladung an diesen Event, es war ein wunderschöner Abend. Weiterführende Infos gibt es hier:

Lucas Fischer: Facebook Page - Web: www.lucas-fischer.ch
KC O'Douwd: www.blackundwhite.ch
Daniel Studer: www.danielstuder.com

Hier noch ein paar Fotos vom Event:









Text, Fotos, Videos: Beat Hochheuser für www.schaffhausen.net
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