Southland Tales - neu auf DVD
Los Angeles 2008. Die Zukunft ist ein Albtraum, aus dem es kein Erwachen gibt: Unter der Kontrolle der allmächtigen amerikanischen Sicherheitsbehörde "US-Ident" gerät die Millionenstadt in nur drei Tagen an den Rand des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Zusammenbruchs. Im Southland von Los Angeles bekämpfen brutale Cops und rücksichtslose Terroristen einander bis aufs Blut. In dieser bedrohlichen Lage überschneiden sich die Schicksalsfäden von Boxer Santaros (Dwayne "The Rock" Johnson, u.a. "Doom"), einem Actionstar ohne Erinnerungen, mit denen des Pornostars Krysta Now (Sarah Michelle Gellar, u.a. "Buffy"), die an einem eigenen Reality-TV-Projekt arbeitet, und des Polizisten Roland Taverner (Seann William Scott, u.a. "American Pie"), der den Schlüssel zu einer weitreichenden Verschwörung besitzt ...Für einen Film wie diesen wurde der Begriff "grenzgenial" erfunden. Hinter dem Projekt steht mit "Donnie Darko"-Regisseur Richard Kelly tatsächlich ein kleines Genie, doch er verrannte sich bei der Umsetzung seiner Vision derart, dass ausser ihm kaum mehr jemand alles dechiffrieren kann. Vieles ist absurd, anderes funktioniert überhaupt nicht, weshalb der Film in Cannes bei der Premiere von Buh-Rufen begleitet zum Flop gestempelt wurde. Diese 160-Minuten-Fassung schnitt Kelly später um, wobei er ganze Nebenhandlungen entfernte und dafür eine Erzählstimme von Justin Timberlake einsetzte. Doch es half nichts, die Kritiker blieben beim Kopfschütteln, was man noch halbwegs nachvollziehen kann. Aber eben nur halbwegs, denn in der Verwirrung, im Überladen und Experimentieren liegt hier genau das Genie. "Southland Tales" ist ein Lynch-Film für das Zeitalter der Popkultur, ein kryptisches Etwas zwischen apokalyptischem Sci-Fi-Szenario, verworrenem Mysteryfilm und plakativer Politsatire, die Kellys etwas diffuse Wut auf die Bush-Regierung widerspiegelt.
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