Zidane: Ein Porträt im 21. Jahrhundert - neu auf DVD
Als Zinedine Zidane nach der Europameisterschaft 2004 aus der französischen Nationalmannschaft zurücktrat, herrschte im Hexagon "la grande tristesse". Ein ganzes Land weinte, weil ein Fussballer nicht mehr spielen wollte. Zum Glück hat er es sich aber nochmal überlegt und kehrte für einen Triumphmarsch durch das sommerliche Deutschland zurück, der ihn bis ins Finale der Fussball-WM führte. Zidane ist eine Erscheinung, ein echtes Phänomen, das für den jetzt als DVD erhältlichen Dokumentarfilm "Zidane - Ein Porträt im 21. Jahrhundert" (2006) mit 17 Kameras gefilmt wurde.Zinedine Zidane wechselte 2000 für die Rekordsumme von 71,6 Millionen Euro von Juventus Turin zu Real Madrid. Der Ball und Zidane sind auf dem Platz eins, sie verschmelzen förmlich, gehen eine zärtliche Symbiose ein. Es gibt niemanden, der sich so gut mit dem Ball versteht und so elegant mit dem Spielgerät umgehen kann wie "Zizou". Er spielt nicht, er zelebriert Fussball. Zidane schwebt über den Platz wie ein Engel - seine äussere Erscheinung verstärkt diesen Eindruck, der Haarkranz wird zum Heiligenschein. Genau das, nicht mehr, nicht weniger, zeigen die Regisseure Phillipe Parreno und Douglas Gordon in ihrem Dokumentarfilm. Es ist ein gewagtes Experiment, das die beiden eingingen. Aber es hat sich gelohnt. Von 17 Kameras gefilmt, zeigen sie Zinedine Zidane nur in einem einzigen Spiel: am 23. April 2005 beim 2:1-Sieg der Königlichen gegen Villareal. Vom Anstoss bis zum Abpfiff bleibt Zizou im Mittelpunkt, ist immer zu sehen. Das sind 90 Minuten pure Ästhetik, 90 Minuten Vollendung in der Form. Für die ätherische Leichtigkeit des Films sorgte dabei auch die schottische Gruppe Mogwai, die den ruhigen, luftigen, reduzierten Soundtrack lieferte. Der scheut dann zur richtigen Zeit auch vom Piano angetriebene Lärmgewitter nicht: Zidane ist auch jemand, dem manchmal die Emotionen durchgehen, der sich impulsiv zu Wehr setzt, der sich nicht zurücknehmen kann. Die letzten Minuten des Dokumentarfilms wirken wie ein Omen für das WM-Finale, das wenige Wochen nach dem Dreh in Berlin stattfand.
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