Monday, August 11, 2008

Cocaine Cowboys - neu auf DVD

Schauplatz von "Cocaine Cowboys" ist Miami. Nah an Kuba und Südamerika gelegen eroberte der Schnee über den See- und Luftweg erst Florida, dann die ganzen USA und schliesslich auch den Rest der Welt. "Cocaine Cowboys" erzählt die wahre Geschichte hinter diesem zweifelhaften Siegeszug. Dokumentarfilmer Bill Corben lässt in seinem zweistündigen Film die wahren Tony Montanas (Al Pacino in "Scarface") von ihrem steilen Aufstieg und tiefen Fall erzählen. Die Geschichte beginnt in den 70er Jahren. Marihuana dominiert das Drogengeschäft im sonnigen Florida. Da der Markt aber bald gesättigt ist wird neuer Stoff gebraucht. Das Kokain beginnt seinen steilen Siegeszug. Von Kleinganoven über Ärzte bis hin zu (Staats-)Anwälten, alle ziehen ihre Lines. Die Gewinnspanne der leicht aus Kolumbien zu beziehenden Droge ist gewaltig, die Dealer zahlreich. Schnell baut sich ein immer komplexer werdendes Netzwerk aus kolumbianischen Herstellern, amerikanischen Kurieren und lokalen Drogendealern auf. Die Stadt floriert durch das schmutzige Geld. Die Immobilienpreise schnellen in die Höhe, teure europäische Sportwagen finden reissenden Absatz und auch die Juweliere der Stadt machen den Gewinn ihres Lebens. Der lange Arm des Gesetzes steht dem handlungsunfähig gegenüber. Die einen können der Anziehungskraft der Droge nicht widerstehen und lassen sich kaufen, die anderen sind mit dem Ausmass der Kokain-Invasion überfordert. Nachdem die Zahl der Drogentoten (sowohl der an Überdosis gestorbenen als auch der Bandenopfer) in den 80ern in astronomische Höhen wächst zeigen die Staatshüter endlich den nötigen Einsatz. Unter Präsident Reagan flacht der Kokainberg langsam ab...

Waren die Bilder aus "Scarface" und "Blow" schon erschreckend, setzt "Cocaine Cowboys" dem Ganzen noch einen drauf. Anstelle von Schauspielern kommen hier echte Drogengrössen der 70er und 80er Jahre zu Wort. Untermalt werden ihre Aussagen von original TV-Aufnahmen aus der Zeit und Kommentaren der zuständigen Ordnungshüter. Echte Ganovengrössen werden porträtiert, ihr grausames Spiel illustriert. Was aber besonders hängen bleibt sind die Bilder der Todesopfer des weissen Siegeszugs. Brutal hingerichtete Kleinganoven, massakrierte Familien und erschossene Kinder säumen den blutigen Weg des Narkotikums.

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