
Wie der Untertitel des Spiels schon vermuten lässt, schlüpft der Spieler in die Rolle eines Fallschirmjägers der US-Streitkräfte. Als Boyd Travers kämpft man sich durch sechs Missionen von Sizilien, über Frankreich, sowie Holland, bis nach Deutschland. Dabei erlebt Travers nicht nur die ersten Stunden des D-Day, sondern hilft auch bei der Operation Market Garden mit. Sicherlich ist das für Kenner der Serie nichts Neues und mit nur sechs Missionen ist das Spiel auch relativ kurz ausgefallen. Immerhin dauern die Missionen, je nach Schwierigkeitsgrad und Spielweise, schon einmal gut über 30 Minuten. Pro Mission muss Travers verschiedene Missionsziele erfüllen. Neu ist, wie man diese Missionsziele in Angriff nimmt. Das Level-Design ist nämlich grundsätzlich offen. Der Spieler bestimmt, welches Missionsziel er als nächstes in Angriff nehmen will. Vor jeder Mission springt Travers mitsamt der 82. Airborne Division aus dem Flugzeug und gleitet, Fallschirm sei dank, gen Boden. Im gesamten Gebiet sind selbstverständlich Wehrmachts-Soldaten stationiert, die nur darauf warten Travers vor die Flinte zu bekommen. Deswegen sollte er in den grün markierten Sicherheitsbereichen landen; dort warten nämlich Extramunition und ein paar Heilverbände auf ihn. Die Gegner halten sich ausserdem von diesen Landezonen netterweise fern. Immer mit dabei sind Travers’ Divisions-Kollegen, die zwar meistens dumm im Weg stehen, ab und an aber auch einem tatkräftig unter die Arme greifen. Befehle kann man zwar nicht erteilen, dafür werden die Kollegen ständig durch neue ersetzt, sobald sie ihr Leben ausgehaucht haben.

Um den Kampf gegen die deutschen (und italienischen) Schergen zu vereinfachen, lassen sich alle Waffen des Spiels bis zu drei Mal upgraden. Dafür muss Travers lediglich viele Gegner mit einer Waffe erledigen. Ist die Anzeige der besagten Waffe voll, erhält man ein Abzeichen und verbessert zum Beispiel die Nachladegeschwindigkeit, die Größe des Magazins oder den Rückstoss. Beim dritten Upgrade bekommen die Waffen zudem noch sinnvolle Ergänzungen wie Fernrohre oder einen Aufsatz für Granaten spendiert.

Medal of Honor Airborne ist kein schlechtes Spiel geworden, erfindet aber auch das Rad nicht neu. Zu ausgelutscht ist bereits das Szenario des Zweiten Weltkriegs, um mit bahnbrechenden Innovationen zu punkten. Dennoch entfaltet das Spiel seinen persönlichen Reiz. Vor allem das Start everywhere-Prinzip weiss zu gefallen, wenn es auch zum Ende einer Mission hin nicht konsequent genug ausgenutzt wurde. Negativ fallen die unfairen Momente des Spiels - Scharfschützen können einen bereits mit einem Schuss töten - sowie die kurze Spielzeit auf. Dennoch: Wer die Serie mag und mal wieder im Zweiten Weltkrieg herumlaufen will, kann sich gerne der 82. Airborne Division anschliessen.
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