Monday, June 16, 2008

Ninja Gaiden 2 - neu für XBox 360

Ganz ohne Schockeffekte setzt "Ninja Gaiden 2" auf die logische Fortführung des ersten Teils und liefert vor allem viel abgetrennte Gliedmassen. Wo Ninja Ryu Hayabusa hinschlägt, fliegen diesmal Arme, Beine und Köpfe durch die Luft. War der Vorgänger samt seiner Varianten eher eine knallharte Videospiel-Reifeprüfung, geht es beim zweiten Teil deutlich heftiger zur Sache. Zur Story muss man nicht viele Worte verlieren. Es geht mal wieder dem Drachenclan samt Menschheit an den Kragen und böse Mächte hetzen Dämonen auf die ahnungslose Erdbevölkerung. Ray Hayabusa muss als letzter Kämpfer für das Gute die Welt retten, Kinder über die Straße bringen und anderen Blödsinn erledigen. Die Palette der Charaktere reicht von einer vollbusigen CIA-Agentin, über einen bösen Ninja bis hin zu dem alten, weisen Schwerthändler Murasama, der überall im Spiel seinen Shop aufgestellt hat.
Interessanterweise passen die schrägen Charaktere genau wie die übertriebene Gewaltdarstellung, zum Spiel. Wenn Ray nach einem blutigen Gefecht das Blut von der Mordwaffe schüttelt und man gerade zwei Dutzend fliegende Fische erledigt hat, gelingt es kaum, ein Lächeln zu verkneifen. Hauptverantwortlich für den enormen Spielspass ist aber das noch immer, unerreichte Kampfsystem. Auf den ersten Blick sehen die wirren Schlagkombinationen zwar nach heftigem Button-Smashing aus, verwandeln sich aber bei näherer Betrachtung in genau getimte Bewegungsabläufe. Wer zum Beispiel nicht gerne blockt oder für den jeweiligen Gegner nach der richtigen Angriffstaktik sucht, wird schnell die Segel streichen. Hält man sich dagegen an die Grundregeln, können auch weniger talentierte Knöpfchenakrobaten auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad den Titel in die Knie zwingen. Den Helden sieht man wie gewohnt in der Aussenperspektive. Die Kamera kann man jederzeit frei positionieren. Leider bleibt einem dazu nur selten Zeit. Im hektischen Spielgeschehen muss man auf das Spielsystem vertrauen und das versagt mal wieder hoffnungslos
Wird es eng und kuschelig, bleibt die Kamera ständig irgendwo hängen und man verliert die Orientierung. Ein Problem, das schon beim Vorgänger genervt hat, aber mit dem es sich leben lässt. Das gleiche Bild beim Kampfsystem: Die Unterschiede zu den Vorgängern muss man mit der Lupe suchen. Wirklich neu ist nur ein Kontersystem, um auf Knopfdruck einen vernichtenden Gegenangriff auszulösen. Mit acht verschiedenen Prügelwerkzeugen, wie Schwerter, Stäben und Sicheln, gilt es mit Dutzenden Kombos die Feinde zu zerlegen. Im Gegensatz zum Vorgänger geht es diesmal vornehmlich gegen Mutanten, Werwölfe und Roboter. Natürlich zeigt einem auch ab und zu der Ninja-Spinnenclan, wo der Shuriken hängt, doch wer den alten Stil lieber mochte, wird etwas enttäuscht sein.

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