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Dienstag, 9. August 2022

DJ Sam Madi gibt Vollgas an der Streetparade 2022

Am Samstag findet mit der Streetparade in Zürich der grösste Technoumzug der Welt statt. Am DJ Pult sind auch die zwei DJs Sam Madi und Mr. Da-Nos aus der Region Schaffhausen anzutreffen.

DJ Sam Madi in Partystimmung an der Streetparade 2019. (Bild: zvg)

 «Ich freue mich mega», sagt DJ Sam Madi voller Vorfreude auf das kommende Wochenende. Rund 30 bunte Lovemobiles, bestückt mit deftigen Musikanlagen und tanzenden Partypeople, werden rund um das Zürcher Seebecken fahren und die erwarteten 1 Million Besucher mit Techno und elektronischer Musik versorgen. Der 2.4 km lange Umzug startet um 13 Uhr am Utoquai, führt über das Bellevue, die Quaibrücke und den Bürkliplatz bis zum Hafendamm Enge. Während die Trucks im Schritttempo ihre Strecke in Angriff nehmen, sind auf den fahrenden Stages hunderte DJs an den Turntables. Zwei davon kommen aus der Region Schaffhausen. DJ Sam Madi fährt auf dem «Temptation of Love», während Mr. Da-Nos auf dem «One Nation» die Menge rockt. Die beiden sind fast seit Beginn ihrer DJ-Karriere an der Streetparade vertreten. DJ Mr. Da-Nos feiert diesmal sein 25-jähriges Jubiläum und ist damit einer der Plattenleger, der am längsten dabei ist. «Die Streetparade begleitete mich meine ganze Karriere», so Mr. Da-Nos. «Ich durfte auch schon drei Mal die die offizielle Hymne produzieren. Dementsprechend ist für mich persönlich der Anlass fast schon gleichbedeutend wie der 1. August für die Schweiz.»

Kein vorbereitetes Set

«Das ist die grösste Dayparty der Schweiz», schwärmt Sam Madi. «Es gibt keinen Vergleich im elektronischen Bereich. Für mich ist es das Grösste, dort spielen zu dürfen.» Auch Mr. Da-Nos ist begeistert «Das ist jedes Jahr der wichtigste Termin in meinem DJ-Kalender». Beide sind bereit, um mit den Zuschauern zu rocken. Sam Madi erzählt, dass er seit dem Ende der Corona-Massnahmen die Gäste als «tanzhungrig und dankbar» erlebe. «Jeder sehnte sich nach Normalität. Dass die Parade wieder stattfinden kann, ist ein Symbol der Freiheit nach der Pandemie.» Neben den fahrenden Stages finden sich auch acht Bühnen entlang der Route des Partyumzugs. DJs und Live-Acts feiern dabei mit elektronischer Musik bis um Mitternacht unter dem Motto «Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz». Beide DJs bestätigen, dass sie nicht akribisch eine Playlist vorbereiten, sondern sich eher von den Massen und von der Energie inspirieren lassen. «Ich habe meine angesagten Songs und Bootlegs dabei, aber ich spiele frei aus dem Bauch heraus und habe kein vorbereitetes Set», erklärt Mr. Da-Nos. «Je nachdem wie die Stimmung ist, gehe ich auf die Leute ein.» Sam Madi geht sogar noch einen Schritt weiter: «Ich kann spielen, was mir gefällt. Techno wird derzeit so gefeiert wie noch nie.» Welche Tracks er auflegen wird, verrät DJ Sam Madi noch nicht. Aber eines ist für ihn klar: «An einer Parade, die unter dem Motto «Freiheit» steht, darf man den Gefühlen freien Lauf lassen. Es ist mir ein Anliegen, dass der Sound nicht nur mitreissend ist, sondern sie soll auch innovativ sein. Das internationale Techno-Publikum kommt gezielt wegen der Musik nach Zürich.»

Auflegen wichtiger als Party

Die zwei House-Urgesteine aus der Region Schaffhausen freuen sich enorm auf die Parade. Am Abend wird Sam Madi noch im «Ruby Mimi Hotel» in Zürich auflegen. Unter anderem mit Tom Novy, Mr. Mike und vielen mehr. Mr. Da-Nos und Sam Maid sind bereit, nach dem faktischen zweijährigen Berufsverbot wieder Vollgas zu geben. «Ich werde die Parade natürlich geniessen», so Sam Madi. «Aber das Auflegen ist mir wichtiger als die Party. Mein Kopf ist an der Parade im Set bei der Arbeit.» Scherzhaft fügt er an: «Ich würde extrem gerne einmal nur als Gast die Parade erleben. Aber wahrscheinlich kann ich das wohl erst als Rentner. Bis es so weit ist, werden Mr. Da-Nos und Sam Madi sicherlich noch einige Male die Tanzmeute rund um das Seebecken zum Ausflippen und Eskalieren bringen. Ganz Zürich wird feiern. Und mittendrin zwei DJs aus der Region Schaffhausen.

Hintergrund: Geschichte der Streetparade:

Die erste Streetparade fand 1992 statt und wurde vom Mathematikstudenten Marek Krynski initiiert. Offiziell bewilligt wurde sie als Demonstration für Liebe, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz. 1992 nahmen 1000 bis 2000 Personen teil, die hinter zwei Lovemobiles hinterhertanzten. Einem der Trucks ging unterwegs übrigens der Strom aus und die Polizei musste die Parade von einer Gegendemo der Hausbesetzerszene fernhalten. Sie waren verärgert, dass ihr Protestmarsch nicht bewilligt worden war. 1993 waren es schon 10 000 Raver. 1994 wollte scheiterte ein Versuch von Konservativen, die Parade zu verbieten. 1995 waren es 150 000 Raver und 2001 wurde die Besucher-Millionengrenze geknackt. Bis 2019 fand die Parade ohne Unterbruch statt. Nach der zweijährigen Coronapause möchten die Veranstalter und Gäste wieder Vollgas geben. Die Streetparade hat mittlerweile ein Budget von 3.5 Mio Franken und zählt als grösste Technoparade der Welt.

Bericht von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung "Schaffhauser Nachrichten" am  8. August 2022.

Freitag, 29. Mai 2020

DJ Sam Madi: «Ich geniesse diesen Zwangsurlaub»

Die Kulturbranche wurde durch den Corona-Lockdown hart getroffen. Der Weinländer DJ Sam Madi erzählt, wie er die Zeit erlebt hat und was ihm Angst macht.

Sam Madi (ehm. bekannt als DJ Sam), ist der wohl bekannteste House-DJ-Export aus Schaffhausen. Normalerweise führt er ein intensives Leben und wäre jetzt bis Oktober als DJ bereits ausgebucht, doch seine Agenda sieht untypisch leer aus. Die Zeitung "Schaffhauser Nachrichten" traf ihn zu einem Interview in Benken. Er berichtete dabei ausführlich über die Corona-Zeit und seine Zukunftsprognose für die Partybranche.



1. Hallo Sam, die erste Frage und die wohl wichtigste vom ganzen Interview, wie geht es Dir und bist Du gesund? 

Danke der Nachfrage, ja es geht mir sehr gut und ich glaub ich bin gesund oder dann habe ich es nicht gemerkt («grins»)

2. Was hast Du als erstes gedacht, als Du gehört hast, dass es einen Lockdown gibt und alle Clubs und Bars schliessen müssen? 

Das kam für mich nicht sehr überraschend, ich habe die Situation im Ausland beobachtet und arbeitete nebenbei noch bei der «Spool AG», einer Event Agentur in Zürich. Wir hatten dort Aufträge für den Autosalon in Genf, als dieser abgesagt wurde, war mir klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es die Clubs trifft.

3. Wie sah dein DJ-Leben vor dem Lockdown aus? Wie viele Auftritte hattest Du pro Monat? Gab es freie Weekends? Warst Du „nur“ in der Schweiz unterwegs oder auch international? 

Das Jahr startete hervorragend respektive schloss ich das Jahr 2019 bereits sehr erfolgreich ab. Ich hatte rund 16 Gigs alleine im Dezember und die Prognosen für das Jahr 2020 sahen sehr gut aus, ich hatte viele Anfragen und auch Ibiza war geplant. Ich bin voller Elan ins neue Jahr gestartet!

4. Wie viele Auftritte wurden Dir durch den Lockdown abgesagt? Welches wären die spannendsten gewesen? 

Ich zähle bis und mit August knapp 60 Auftritte, die mir aufgrund von Covid-19 abgesagt wurden, inkl. Ibiza, der Street Parade und weiteren grossen Festivals. Dazu kommen noch meine eigenen Events wie z.B. die Dayparty «Style am Rhein». Jeder Auftritt ist besonders, aber die Absage des grössten Techno Events der Welt: die Street Parade, das ist schon ein historischer Moment, da kamen mir fast kurz die Tränen.

5. Wann ist Deine „Hauptsaison“? Wann trifft es Dich am härtesten? 

Emotional gesehen tun mir die abgesagten Sommer-Gigs am meisten weh, diesen Sommer hatte ich viele Outdoor Anfragen, sogenannte «Daypartys». Für den Club-Betrieb wäre aktuell die Hochsaison von ca. Oktober bis Mai, wir sind also mitten drin.

6. März bis September werden wohl keine Partys stattfinden. Trifft Dich das auch finanziell? Wie lange kannst Du „durchhalten“? 

Ich hatte zum Glück ein sehr erfolgreiches Jahr 2019, wohl eines der besten meiner Karriere. Dazu noch eigene Veranstaltungen und Nebenjobs unteranderem als Event-Manager bei der «SV-Group» für den «Güterhof» in Schaffhausen und als Projektleiter bei der «Spool AG» in Zürich, somit werde ich diese Auszeit finanziell gesehen gut stemmen können. Ich persönlich habe das Jahr 2020 bereits abgeschrieben .Ich glaube nicht, dass dieses Jahr noch viel bewegt werden kann, diese Durststreckte heisst es nun zu überbrücken und auf das Jahr 2021 zu hoffen.

7. Hattest Du oder hast Du zwischendurch Angst, dass Dich das Ganze in den Ruin treibt und Dein bisheriges Leben ruiniert? 

Ja, ehrlich gesagt bekommt man automatisch diese Gedanken, also nach wie vor ist die Zukunft ungewiss. Zum Glück habe ich keine Angestellte oder gemietete Lokalitäten, da wäre ich womöglich weniger entspannt.

8. Wie hast Du die Zeit während Corona verbracht? Was hast Du den ganzen Tag und an den freien Wochenenden gemacht? 

Es klingt vielleicht etwas komisch, aber ich geniesse diesen Zwangsurlaub, ich verbringe jede freie Minute, also sozusagen den ganzen Tag, in meinem Tonstudio, mein Kopf ist frei, ich kann mich voll auf das Musizieren im Studio konzentrieren ohne Auftritte und Events im Kopf. Ich arbeite gerade an einem sehr spannenden Projekt mit Musikern aus Senegal, Westafrika zusammen. Es ist einfach schön im Studio zu sitzen und Kulturen zu mischen.

9. Du hattest ja wahrscheinlich seit 20 Jahren kein freies Wochenende mehr? Ist das nicht entspannend und ein riesiger Genuss? Hast Du für gewisse Dinge mehr Zeit gehabt?

 Ja, es ist wirklich absurd, mein Schlafrhythmus hat sich komplett verändert ich konnte früher Sonntags- und Montagsnacht nie einschlafen, erst ab Dienstag ging es dann langsam wieder. Ich ernähre mich viel gesünder, an den Wochenenden ass ich früher praktisch nur Fastfood. Es geht mir den Umständen entsprechend wirklich sehr gut. Ich fühle mich in meinem Körper so wohl wie noch nie. Auch die Natur erholt sich vom ganzen Stress. Das ist die schöne Seite von Covid-19.

10. Was vermisst Du am meisten? Dass die Partymeute Dich feiert? Das Herumreisen? Einen vollen Terminkalender zu haben? 

Es ist ganz klar die Euphorie, die Fans und die Emotionen auf dem Dancefloor, einfach wieder Freunde zu umarmen, die Energie der Musik zu spüren, eigene Songs auf einer grossen Anlage auszuprobieren und auch der eine oder andere Gin Tonic vermisse ich sehr («grins»)

11. Kannst Du nach dem Ende von Corona einfach wieder von 0 auf 100 gehen oder gibt es „Langzeitschäden“ für Dein Business? 

Es wird eine Weile dauern, bis die «Normalität» wieder da ist, die Spätfolgen werden sicherlich in jeder Branche zu spüren sein. Dazu kommt noch das es vielen Gastro-Betrieben schon vor der Krise nicht gut ging, finanziell gesehen trifft es diese Branche besonders hart. Ich rechne auch mit einem Rücklauf meiner Anfragen, weil es immer weniger Veranstalter und Clubs gibt. Wir müssen uns womöglich wieder mit sehr kleinen Raves zufriedengeben, bevor wir wieder Grossanlässe feiern können. Das wäre finanziell gesehen aber nur eine Herzblut-Rechnung.

12. Wie sieht es bei Deinen DJ Kollegen aus? Können es alle so locker wegstecken wie Du oder gibt es auch Existenzen, die in Gefahr sind? 

Ich bin mit vielen im regen Austausch, es geht wirklich allen nicht gut, vielen hilft die Erwerbsausfallentschädigung vom Bund etwas unter die Armen, aber die meisten sind auf Jobsuche, ich vermutlich bald auch («grins»). Es ist eine sehr schwierige Zeit, aber es gab auch Zeiten da haben wir uns alle dumm und dämlich verdient und literweise Champagner und tonnenweise Konfettis durch die Luft geschleudert. Wer in dieser Zeit nicht etwas auf die Seite gelegt hat für «schlechtere» Zeiten, der erlebt nun eine etwas härtere Durststrecke. Ich habe zum Glück noch eine Flasche Champagner im Kühlschrank stehen.

13. Der Lockdown gibt ja eigentlich einen Vorgeschmack auf den Ruhestand und auf das Rentnerleben. Kannst Du Dir jetzt eher vorstellen, einmal aufzuhören oder hat Dich das Ganze erst richtig angestachelt? 

So in den ersten paar Wochen war es schon ganz nett einfach mal nichts zu tun. Doch so langsam fehlen mir meine Fans und die Euphorie und die Emotionen auf dem Dancefloor. Ich weiss nicht ob ich jemals damit aufhören kann ich liebe es zu sehr, Musik zu machen. Aber es öffnet einem auch etwas die Augen, dass es im Leben nicht nur immer um «Party» geht.

14. Was wünschst Du Dir von den Politikern bzw. wie müsste es nach dem Lockdown Deiner Meinung nach im Idealfall weitergehen?

Ich habe grossen Respekt vor den Entscheidungen des Bundes, ich unterstütze den Beschluss, jedoch kann man erst im Nachhinein sagen, was richtig oder besser gewesen wäre, es ist für uns alle eine neue Situation. Im Nachhinein wissen wir alle mehr. Ich bin froh, in der Schweiz zu leben. Die Kulturhilfen und die Erwerbsausfallentschädigungen vom Bund sind einzigartig. Ich kenne viele DJs aus anderen Ländern, denen geht es gar nicht gut, die bekommen gar keine Hilfe. Dafür möchte ich mich einfach mal bei der Schweiz bedanken.

15. Viele Deiner Fans vermissen Dich ebenfalls. Warum machst du eigentlich keinen Livestream wie andere Künstler? 

Wie Ihr sicher gemerkt habt, gab es von mir noch keinen Livestream. Ich hatte viele Livestream-Anfragen und eigentlich auch ein schönes Studio, aus dem ich streamen könnte. Aber ich bin da vielleicht noch etwas «old school»; wer mich hören will, muss warten, bis die Clubs wieder offen haben. Das ist für mich eine Ehrensache für die Clubs, die mich immer wieder buchen. Einmal im Monat gibt es auf «Radio Deep» einen Mix von mir, den lade ich auf meine Webseite hoch und den kann man hören, wann man will, ohne zu warten, bis ich «live» bin. Ich sammle die Energie lieber für meinen ersten Gig, bei dem ich wieder offiziell auftreten darf. Das wird ein richtig emotionaler Moment.

16. Noch eine Frage zum Schluss; Während des ganzen Interviews ist Dir trotz dieser schweren Zeit Dein bekanntes Lächeln nicht vergangen. Wie geht das? Was ist dein Glücksrezept? 

Es ist wichtig, dass man das beste aus der Situation macht. Es ist Zeit umzudenken. Es entstehen neue Ideen, es ist wichtig positive Energie daraus zu tanken. Ich wünsche der ganzen Branche viel Kraft und gemeinsam werden wir stark sein und auch bald wieder Erfolge feiern. Mein Appel geht an die sogenannte «Risikogruppe»: Ich bitte Sie, falls wir wiedermal etwas lauter an einer Party sind, dass Sie nicht gleich die Polizei rufen, sondern vielleicht auch mal ein Ohr zudrücken. Wir nehmen uns gerne zurück, würden uns aber über eine Revanche freuen.



Dienstag, 29. Mai 2018

Schaffhausen: Rasafari-Openair war ein Erfolg

Am Samstag tanzten die Besucher ausgelassen am Rasafari-Open- Air im Mosergarten.

Radio Rasa feierte am Samstag sein traditionelles Sommerfest mit viel Musik, aber auch mit einem breiten kulinarischen Angebot und einem grossen Kinderprogramm. Als um 16 Uhr der Startschuss fiel, waren bereits viele junge Familien mit ihrem Nachwuchs dort. Am Stand der Änderungsspielerei von Spielpädagogin Tania Lang konnte man Diabolo spielen, jonglieren, auf dem Holzpferd Felix reiten, aber auch Geschicklichkeitsspiele mit Wasser und Instrumenten unter Leitung des Teams in Angriff nehmen.
Am Nachmittag bot das Rasafari viele Aktivitäten für Kinder und Familien.
Ein bisschen weiter oben auf dem Kiesplatz konnte man die berühmten Cardinal-Burger kaufen. Es gab aber auch marokkanischen Gemüseeintopf, Kuchen von Restessbar, Würste und argentinische Süssspeisen sowie Bier und Caipirinhas. Radio Rasa feiert sein 20-Jahr-Jubiläum. Seit einigen Jahren hat sich der Event vom Konzertmarathon zum Familienfest gewandelt. Bis zum Sonnenuntergang sah man sehr viele Kinder. Zeitweise war der Spielplatz dichter bevölkert als die Tanzfläche. Ganz dezent begann um 17.30 Uhr der erste musikalische Act. Dub Davis aus Schaffhausen entlockte seinem Synthesizer Funky Elektro Beats und stimmte die Ohren der Besucher gemütlich auf den Abend ein. Die Bühne des Rasafari ist seit einigen Jahren nicht auf der Empore im Mosergarten, sondern beim Pingpongtisch auf der Wiese unter einem grossen Militärzelt. Das passt sehr gut zum Alternativradio. Die Bands sind somit keine abgehobenen Mainstreamstars, sondern nahe bei den Leuten. Was für eine faszinierende Interaktion dies bewirken kann, zeigte die zweite Band. Häxxan aus Israel zogen ihre Tanzstiefel an und fetzten deftig los. Das Trio spielte kräftigen Punk und zwischendurch druckvollen Garage-Rock. Ab und zu traten sie mitten in die Menge, spielten von dort aus. Als kurz vor 21 Uhr Tompaul aus dem Aargau loslegten, gab es kein Halten mehr. Die Sonne war untergegangen, und in der Abenddämmerung wurde getanzt, mitgesungen und gefeiert. Der Mosergarten war nun proppenvoll mit Konzertbesuchern. Tompaul bestanden aus einem Gitarristen, einem DJ und einem Posaunisten. Mit elektronischen Partyklängen begeisterten sie die Zuhörer. Als zum Schluss die vierte Band Duck Duck Grey Duck aus Genf mit Surfrock aufmarschierte, brodelte der Mosergarten. Die vier Bands zeigten wunderbar die Bandbreite des Radio-Rasa-Programms. Justin Bieber hat hier nichts verloren. Fernab von Mainstream wird gute und
vielfältige Musik gezeigt.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Jugendwort 2017: "I bims 1 Schaffhauser"

Mit etwas Verspätung und kurz vor Jahresschluss berichten wir auch dieses Jahr über die kreativen Entwicklungen in der deutschen Sprache. Der Langenscheidt-Verlag hat das «Jugendwort des Jahres» bekannt gegeben. In einer Umfrage lag der Ausdruck «Geht fit» vorne, die Jury entschied sich aber für den Ausdruck «I bims». «I bims» ist das «Jugendwort des Jahres». Es bedeutet «Ich bin», wie der Langenscheidt-Verlag am Freitag in München mitteilte. Es gilt aber auch als Synonym für «Ich bin's». «I bims» ist eine beliebte Wendung aus der sogenannten «vong»-Sprache, in der Internetnutzer in sozialen Netzwerken Sätze verkürzen und mit Worten spielen. Dabei werden oft Begriffe absichtlich falsch geschrieben.


Zur Auswahl standen 30 Begriffe, die zeigen sollen, wie die Jugend von heute spricht. Eine 20-köpfige Jury hatte das Wort gewählt. In einer unverbindlichen Online-Abstimmung war «I bims» auf dem letzten Platz gelandet. Spitzenreiter war der Ausdruck «geht fit» als Bezeichnung für etwas, das klar geht. Dahinter lag «napflixen» für ein Nickerchen während eines Films. Mit rund einer Million Stimmen gab es laut Verlag diesmal so viele wie noch nie. «I bims» als Vertreter der «vong»-Sprache Der Liebling der User, «geht fit», war für Jury-Mitglied David Berger zu regional. Ausserhalb des Ruhrgebiets sei es nicht weit verbreitet, sagte der Jura-Student. Jungen Leuten in Berlin beispielsweise sage der Ausdruck gar nichts. «Jugendsprache ist auch oft sehr regional, es ist ein bisschen so wie ein Dialekt», sagte der 19-Jährige, der bereits zum dritten Mal in der Jury sass. «I bims» sei da deutlich bekannter. «I bims» darf man nicht ganz so eng sehen – es steht auch stellvertretend für die ganze «vong»-Sprache, die wir ja gerade in den sozialen Medien ganz viel haben.» Es werde von Jugendliche häufig verwendet – in Unterhaltungen, aber auch in Textnachrichten. «Die sagen das wirklich – das war uns auch wichtig.» Jury-Kollegin Livia Kerp sah das genauso: «Es ist sehr weit verbreitet und jeder sagt es», erklärte die 15 Jahre alte Bloggerin. «Fly sein» und «Smombie» waren frühere Gewinner Im vergangenen Jahr lag «isso» als Zustimmung oder Unterstreichung von etwas vorne. Die Jury entschied sich aber für «Fly sein», einen Begriff aus der Hip-Hop-Szene, der so viel heisst wie: Jemand oder etwas «geht besonders ab». 2015 lag in der Online-Abstimmung das Verb «merkeln» vorne, das soviel bedeuten soll wie «nichts tun, keine Entscheidung treffen». Die Jury kürte aber mit «Smombie» – ein Kunstwort aus Smartphone und Zombie. Es soll jemanden beschreiben, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt. Die Wahl ist eine Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags für sein Jugendsprache-Lexikon und fand in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. Oft wird dabei diskutiert, ob das Sieger-Wort wirklich dem Sprachgebrauch von Jugendlichen entspricht. «Wir haben ein Wort gefunden, das wirklich bereits gesprochen wird», sagte ein Sprecher. Dem Vorwurf, so spreche niemand, habe man dieses Jahr etwas entgegensetzen können.

Von Hermann-Luc Hardmeier

Montag, 10. April 2017

Schaffhausen: The Baseballs im Interview - "Wir würden gerne einmal mit Elvis abhängen."

Die Berliner Band "The Baseballs" war am vergangenen Samstagabend in Schaffhausen. Die drei Herren mit den Elvis-Frisuren sind derzeit auf Europatournee. Frontmann Sam und die Sänger Basti sowie Digger hatten vor ihrem Auftritt in der ausverkauften Kammgarn kurz Zeit für ein Interview. Wir sprachen mit ihnen über Musik, ihr Erfolgsrezept und natürlich über Elvis Presley. Das Interview wurde von Hermann-Luc Hardmeier geführt.

Bild: The Baseballs auf der Bühne in Schaffhausen. (Foto: Phillip Schmanau, Interview: Hermann-Luc Hardmeier)

Hermann-Luc Hardmeier: Hand aufs Herz - Wie lange braucht ihr am Morgen vor dem Spiegel für die perfekte Elvis-Locke?

Sam: Wir sind mittlerweile geübt und jeder hat seine eigene Taktik. Föhn, Haarspray und Gel heissen die Zauberworte. In 10 bis 15 Minuten ist alles fertig. Aber man findet immer ein Strähnchen, das nicht sitzt. Es kann auch mal eine halbe Stunde gehen. 

Hermann-Luc Hardmeier: Was verbindet ihr mit Schaffhausen?

Digger: Wir verbinden damit immer nur Positives, wir waren ja am Sommer schon am Stars in Town und sind generell sehr gerne in der Schweiz. Wir haben uns beim Essen noch unterhalten und gewundert, warum wir im schönen Club „Kammgarn" noch nie gewesen sind. Die Voraussetzungen für eine coole und entspannte Show heute Abend sind auf jeden Fall gegeben.

Hermann-Luc Hardmeier: Euer Markenzeichen ist der Rock’n’Roll und optisch die Nähe zu Elvis. Ist das echt oder ein Marketinggag?

Digger: Wir sind dem Style von damals verfallen und haben uns in Berlin anhand der Frisuren erkannt und gefunden. Wir hatten auch vor den Baseballs alle in Bands gespielt, die etwas mit der Zeit von damals zu tun hatten. Ich hatte vorher eine Bluesband. Sam spielte Elvis-Coversongs. Viele Leute stellen sich das wie so eine Wissenschaft vor, dass man im stillen Kämmerchen brütet, welche Marketingstrategie man fahren könnte, um Erfolg zu haben. Wir sind Elvis-Fans der ersten Stunde.

Hermann-Luc Hardmeier: Vor euch gab es ja bereits den Musiker Sascha, der als Dick Brave die Hitparade mit neu aufgenommenen Rock’n’Roll-Songs stürmte und den Stil von damals kopierte. War er ein Vorbild?

Digger: Klar. Das kann man auch nicht verschweigen. Wir fanden seine Musik eine tolle Sache und dachten, das Einzige, was ihm fehlte, war dieser Doo-Wop-Style aus den Sixties. Die Vocal-Arrangements mit Backings und Pi-Pa-Po. Das haben wir dann ausprobiert, haben gejammt und mit Fail und Trial etwas Eigenes kreiert. Erfreulicherweise konnten wir die Leute auf uns aufmerksam machen. Wir haben ironischerweise auch die neuen Medien extrem gut nutzen können und sind zu 95% für unseren Durchbruch selber verantwortlich. Das ist etwas, was man gerne vergisst, wenn man über uns berichtet. Wir sind nicht mit unserer Idee zu einer Plattenfirma gegangen und haben gesagt: Da sind wir, bringt uns mal gross raus.

Sam: Es war tatsächlich extrem viel Herzblut dabei. Wir wollten der Jugend diese Musik wieder näherbringen.

Hermann-Luc Hardmeier: Hat euch der Erfolg in dem Fall überrascht?

Sam: Ja, total. Die Leute haben sich europaweit vom Rock’n’Roll-Virus infizieren lassen. In den Charts von heutzutage, da ist ja nicht mehr viel Handgemachtes dabei und es ist schön zu sehen, dass die Radiostationen über ihren Tellerrand hinausgeschaut haben und uns spielten.  Etwas, was ehrlich und echt klingt.

Basti: Als wir uns 2007 vor 10 Jahren gründeten, haben wir niemals landesweit geschweige denn europaweit gedacht. Wir wären schon zufrieden gewesen, wenn wir nicht immer in den klassischen Rock’n’Roll-Clubs gespielt hätten. Wir haben dann 2009 den Umbrella-Song aufgegriffen, weil der einfach auf der Hand lag als weltweite Nummer 1. Er eignete sich einfach perfekt dazu, um ihn als Rock’n’Roll-Version zu spielen.  Das war der erste Song überhaupt, den wir probiert hatten und wir hatten Timing-mässig einfach ein riesiges Glück gehabt. Dass das dann so einschlägt, damit war nicht zu rechnen. Das kann man nicht planen.

Hermann-Luc Hardmeier: Der Song eignete sich perfekt. Was muss denn ein Song haben, damit ihr ihn mit dem Baseball-Twist verseht und ihn in euer Repertoire aufnehmt?

Basti: Wir probieren einfach alles aus. Der erste Antrieb ist natürlich, dass man Songs nimmt, die Erfolg haben und die Leute kennen. Derzeit schiessen überall die 90er-Jahre Partys wie Pilze aus dem Boden. Alle Leute hören Britney Spears und Everybody auf den Partys. Wir wollten auf dieser Welle mitreiten und die Energie jener Zeit mit dem Rock'n'Roll kombinieren. Deshalb haben wir für unser aktuelles Album „Hit me Baby..“ die 90er-Jahre-Songs ausgewählt, um sie zu „verrock’n’rollisieren“. Dann geht’s in den Proberaum und wir schauen, was geht und was nicht. Manchmal tüfteln wir auch lange an einem Lied und lassen es wieder fallen, wenn das gewisse Etwas fehlt. Es gibt nicht ein Grundgeheimnis für die Baseballs-Meganummer.

Hermann-Luc Hardmeier: Habt ihr es in dem Fall nie bereut, dass ihr euch auf „nur“ eine Musikrichtung spezialisiert habt?

Digger: Rock’n’Roll ist sehr vielseitig. Insofern haben wir nicht ein Problem, dass wir eingeschränkt sind. Wir lieben diesen Sound und stehen dazu. Man würde ja jetzt auch nicht Metallica fragen, ob sie HipHop machen wollen. Wir können uns schon ausleben und fühlten uns nie limitiert.

Basti: Wir sind seit Kindesbeinen Rock’n’Rollfans. Das kannst du gar nicht wegbringen.

Sam: Wir versuchen ja aus den unterschiedlichsten Sparten Songs zu nehmen und in Rock’n’Roll umzuwandeln. Von da her sind wir relativ vielseitig. Wir haben beispielsweise „Candy Shop“ von 50 Cent genommen. Da hätte wohl auch nie jemand gedacht, dass das funktionieren kann. Wir haben es geschafft und solche Dinge sind die grossen Herausforderungen für uns.

Hermann-Luc Hardmeier: Elvis ist euer Vorbild. Wenn es irgendwann via Zeitreise möglich wäre, ihn zu besuchen. Was würdet ihr ihn fragen?

Sam: Ich weiss gar nicht, ob ich ihn etwas fragen würde…
Basti: Du kennst seinen Lebenslauf eh auswendig.

Sam: Genau, ich würde ihn fragen, ob er Fragen hat. Wie die Zukunft so ist. (lacht).
Aber schlussendlich würde ich einfach gerne mit ihm abhängen, mit ihm jammen und mit ihm sein Erdnuss-Butter-Bananen-Sandwich essen. Das wäre mein Traum.

Hermann-Luc Hardmeier: Elvis war ja auch ein riesiger Frauenheld. Wie sieht das bei euch aus?

Digger: Wir haben uns kennen gelernt, als wir uns alle auf der Bühne schon ein wenig die Hörner abgestossen hatten. Wir alle haben das früher genossen, dass man auf der Bühne einen gewissen Status hat. Ich würde sagen, dass wir mittlerweile ein sehr erwachsenes Leben auf der Bühne führen. Klar gibt es einmal hier ein Flirt und da ein Flirt aber wir sind nicht auf der Bühne, um uns ein Mädel für die nächste Nacht zu suchen. Das schaffen wir auch rein körperlich gar nicht mehr.  (lacht)

Sam: Das ganze 50er-Jahre-Image, da spielt man natürlich ein wenig damit. Die Mädels im Publikum mit den Petticoats wissen, wie das damals bei Elvis war. Wenn man auf die Knie fällt, dann kreischen sie.  Auch wenn sie es selber nicht sehr erregend finden.

Digger: Vielleicht rufen sie auch nur einen Krankenwagen und wir missinterpretieren diese Rufe.

Hermann-Luc Hardmeier: Letzte Frage: Wie muss die Show heute sein, damit ihr zufrieden seid?

Sam: So lange wir ins Publikum schauen und lachende Gesichter sehen, sind wir glücklich. Da kannst du gar nicht anders, als zu feiern. Es ist ein Geben und Nehmen. Je mehr die Leute mitgeben, desto mehr fordern sie uns heraus mehr zu geben und wir freuen uns, wenn alle mit uns eine grosse Party feiern.

Digger: Wir messen den Erfolg der Show mehr an der Reaktion des Publikums als an unseren eigenen Leistungen. Das trägt uns seit 10 Jahren und wir denken, das merken die Zuschauer.
Von Hermann-Luc Hardmeier.

Samstag, 18. Februar 2017

Fünf Tage Spiel, Spass und Multikulti

Die erste Ausgabe der Projektwoche „Mir sind Schaffhuuse“ war ein voller Erfolg und begeisterte die Teilnehmer mit einem vielfältigen Programm.

„Ich bin sehr zufrieden. Es lief fast alles perfekt und es hatten alle Spass“, sagt Organisatorin Tania Lang von der Änderungs-Spielerei. Gestartet hat die Woche im Kulturraum B-45, wo sich die gut ein Dutzend Kinder und die Helfer auf eine geballte Ladung Abenteuer und Spass eingestimmt hatten. Das Projekt mit dem Titel „Mir sind Schaffhuuse“ hatte zum Hauptziel, die Kinder aus verschiedenen Kulturkreisen zu vereinen und die Stadt kennenzulernen.



Zu Beginn konnten viele Kinder beispielsweise den Fronwagplatz oder den Herrenacker nicht voneinander unterscheiden. Am Ende der Woche wussten sie genau, welches die Bachstrasse ist, wo die Polizei sich befindet oder in welche Richtung der Rhein fliesst. Spielerisch wurde die ganze Stadt entdeckt. Am Montag ging es zuerst an den Rhein. Dort gab es Quiz-Spiele, aus Naturmaterialien wurden Schiffe gebaut und es gab eine kleine Regatta für die Kinder. Die jungen Teilnehmer erfuhren sehr viel über den Rhein und wurden über seine schönen aber auch über seine gefährlichen Seiten informiert. Am zweiten Tag stand Kunst auf dem Programm. Zuerst durften die Kinder selber entscheiden, was für sie Kunst sei und was sie besichtigen wollten. Erstaunlicherweise waren auch auf den ersten Blick ganz gewöhnliche Sitzbänke als Kunstobjekte identifizierbar. Man besichtigte Strassenkunst wie die Strickereien in der Webergasse, Erker an den Hauswänden und die Brunnen der Stadt. Als Highlight wurde beim Schulhaus Emmersberg die grosse Wand genutzt, um junge, legale Kunst zu erleben. Unter fachkundiger Anleitung von Matthias Leutenegger von der Jugendarbeit durften die kleinen nach Herzenslust sprayen und malen. Dabei entstand auch das eine oder andere neue Kunstwerk. Am Mittwoch zog die Truppe von Spielplatz zu Spielplatz und mit einer Schnitzeljagd durch die Stadt. Geendet hat die Tour beim Spielmobil in den ehemaligen „Hallen für Neue Kunst“. Am Donnerstag lautete das Thema „Glück“. Es gab passende Spiele dazu, wie man andere und sich selber glücklich machen konnte. Am Freitag schliesslich stand die Frage im Zentrum, wie viele Kulturen in Schaffhausen zu Hause sind. Ist Schaffhausen ein Multikulti-Schmelztopf? Man befragte Leute in Länden, auf der Strasse und in Verkaufsständen nach ihrer Nationalität und ihren Besonderheiten. Viele Kinder waren beispielsweise fasziniert davon, dass die Maroni-Verkäuferin aus Afrika kommt und in einem Kebabladen eine Russin tätig war. Ein schöner Nebeneffekt dabei war nicht nur, dass die Hemmschwelle gefallen ist, unbekannte Läden zu betreten, sondern auch mit fremden Menschen einen Dialog zu führen. Insgesamt kamen 24 Nationalitäten zusammen.


Zum Abschluss gab es einen grossen Zvieri, Fotos und Flyer der Woche wurde angeschaut und natürlich wurde gesungen. Ein spezieller Projektwoche-Song ist dabei entstanden. Die Kinder waren begeistert und eines der grössten Komplimente für Tania Lang war, als ein kleiner Junge fragte, wann man sich denn morgen wieder treffen würde. Die Projektwoche „Mir sind Schaffhuuse“ ist auf ein sehr gutes Echo gestossen und wird sicherlich wiederholt werden. Interessierte Unterstützer dürfen sich selbstverständlich bereits jetzt bei der Änderungs-Spielerei melden.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Projektwoche „Mir sind Schaffhuuse“ – Noch wenige Plätze offen

Ein frischer Wind weht in Schaffhausen: Das erste Kinderprojekt steht vor der Tür, welches Migrationskindern und Schweizern unsere Stadt näherbringt und gleichzeitig ein schöner Beitrag für die Integration darstellt. In drei Worten: «Mir sind Schaffhuuse».



Viel zu oft gehen Schaffhauser Kinder und Migranten-Kinder getrennte Wege, anstatt gemeinsam etwas zu unternehmen. Zudem haben sehr viele Kinder wenig Ahnung davon, was sie in unserer schönen Stadt alles erleben können. Deshalb findet in den Sportferien in Schaffhausen ein integratives Projekt mit dem Thema «Mir sind Schaffhuuse» statt.

Organisiert wird es von Tania Lang und dem Team der Änderungs-Spielerei. Das ist brandneu und eine grosse Bereicherung für die Stadt!

Und folgendes steht auf dem Programm: Kinder aus Flüchtlingsfamilien und Kinder aus der Schweiz erleben gemeinsam fünf Nachmittage (6.2.17 – 10.2.17). Sie erkunden die Stadt, den Rhein, Spielplätze und lernen auf spielerische Art viele Dinge über die „andere Seite“. Und ganz nebenbei tun sie auch etwas für das Allgemeinwohl. Das Projekt wird gesponsert von privaten Unternehmen und Einzelpersonen, aber auch vom Lotterifonds der Stadt, der Schaffhauser Kantonalbank, der IVF, und, und, und.

Die Anmeldungen für Kinder aus Flüchtlingsfamilien waren innert kurzer Zeit vollständig ausgebucht. Die Vorfreude ist gross. Um das Team zu vervollständigen, ist die Änderungsspielerei nun auf der Suche nach 6 Schulkindern (8 – 12 Jahre alt), die nicht aus Flüchtlingsfamilien stammen und gerne am Projekt mitwirken möchten.

Anmeldungen auf: info@aenderungs-spielerei.ch
Tel. 079 831 77 99

Auch Sachspenden z.B. zum Zvieri oder Basteln sind herzlich willkommen!

Im Vordergrund steht ganz klar der Spass für die Kinder. Und ganz nebenbei wird das Bewusstsein für die Stadt und das Miteinander gestärkt. Schaffhausen besteht aus allen Kulturen, die hier leben – und das soll die Projektwoche aufzeigen.

Montag, 22. August 2016

Partyboot mitten in Schaffhausen – Style am Rhein goes crazy

Style am Rhein – Die Dayparty verlagert sich auf hohe See. Nach fünf imposanten Events im Innenhof des Güterhofs findet am 3. September das grosse Summer-Closing statt: Zur Feier des Tages wartet Kapitän DJ Sam mit seiner Crew mit einem ganz besonderem Special auf: Ein Partyboot!
Style am Rhein im Güterhof hat sich im Schaffhauser Ausgangsleben zu einer festen Grösse entwickelt
Ein Partyboot, das seinesgleichen sucht. Die M.S. Kreuzlingen sticht mit Partypeople, DJs und allerlei Extras in See und düst umrahmt von dicken Bässen nach Stein am Rhein und wieder zurück. An Board sind einige Matrosen, die deftigen Sound im Gepäck haben.

Mit DJ Tom Novy, ist kein unbeschriebenes Blatt an Bord, denn seit geraumer Zeit gehört er zu den erfolgreichsten Djs und Produzenten Deutschlands. Nebst diversen internationalen Erfolgen in den Charts und unzähligen Auftritte rund um den Globus, ist Tom Novy seit vier Jahren Veranstalter der Award prämierten Timeless Eventreihe im Lio in Ibiza. Mit seinem charismatischen Auftreten bereichert er aber nicht nur seine DJ-Karriere, sondern setzte sich auch im Entertainment Business durch und moderierte acht Jahre bei MTV und zwei Jahre bei Pro 7 diverse Shows.

 Neben ihm sorgen weitere namhafte Acts wie DJ Sam, Pedro Fernandez und Moonwash, für ausgelassene Stimmung auf dem Schiff und im Innenhof. Der zweite Floor auf dem Schiff und im Güterhof, wird von der Tanzschule Baila Conmingo gehostet und von Dj Panamasta mit Latino, Salsa und RnB bestückt. Der Boarding Pass kostet 35.- CHF p.P. und ist via Vorverkauf im Güterhof erhältlich. Der Eintritt zur Style am Rhein im Innenhof ist kostenlos.

Ort: Güterhof, Freier Platz 10, 8200 Schaffhausen
Schiff: M.S. Kreuzlingen (15:00 - 19:00 Uhr), anschliessend Party im Güho
Datum: Samstag 03. September
Alter: ab 21 Jahren
Eintritt: Innenhof frei - Boarding Pass 35.- CHF p.P. (Limited Capacity)
Vorverkauf: Güterhof, Freier Platz 10, 8200 Schaffhausen

Boarding: Pass 35.- CHF p.P inkl.:

● Boarding Pass
● Welcome On Board Drink
● Cruise bis Stein am Rhein (und zrugg)
● Styling Corner by QUU Quality
● 2 ND Floor (Latino, Salsa, RnB)
● Garant. Einlass Innenhof (Afterparty)

Acts:
TOM NOVY (Timeless, Lio Ibiza)
DJ SAM (Style am Rhein)
PEDRO FERNANDEZ (B-Day Set)
MOONWASH (Style am Rhein)
DATT`STYLE (Dance Animation)

2ND Floor hosted by Baila Conmigo

Dj PANAMASTA (Musica Latina)

Mittwoch, 16. September 2015

Schaffhausen: Tabaco eröffnet kommenden Freitag nach Umbau

Nach drei Monaten Pause und ungeplanten Verzögerungen eröffnet das Tabaco diesen Freitag in neuem Glanz. Von Hermann-Luc Hardmeier.
Am Montag liefen die Vorbereitungen noch auf Hochtouren – das Barteam freut sich auf die Wiedereröffnung am Freitag (von links): Simon Schürch, Christoph Speichinger-Juddat, Patrik Gisi und Nynke Groenhhof. (Foto: Hermann-Luc Hardmeier, Bericht: Hermann-Luc Hardmeier)
«Mir vermissed Dich, Tabaco!» stand nun während dreier Monate mit Filzstift geschrieben am Fensterrahmen der Kultbar. Die Liebeserklärung hatte dem Schriftbild nach ein weiblicher Stammgast hinterlassen, und nun endlich wurde der Hilferuf erhört. An der Repfergasse wurde gehämmert, geschweisst und geschuftet. Das Ausgangsleben musste an dieser Stelle des berüchtigten Bermudadreiecks ein Päuschen einlegen. «Nach elf Jahren war unser Laden einfach runtergerockt», erklärt Inhaber Patrik Gisi den Grund für den Umbau. Die Gäste hätten je länger, je mehr nach einer Trennung des «Tabaco» in Raucherlokal und Nichtraucherbereich geschrien, und in der Gastroszene gelte nun einmal der Grundsatz:«Man muss sich weiterentwickeln,sonst bleibt man nicht trendy», weiss der 44-jährige Barbesitzer.

Abrissbirne geschwungen

«Ein Umbau bringt viel Stress, Verpflichtungen und Geldsorgen», erzählt der Gastronom und verzieht das Gesicht zu einer ernsten Miene. Am 1. Juni schloss das Lokal, und der Umbau startete. Eine tragende Wand wurde herausgemeisselt, die WC in den Keller verfrachtet und das DJ-Häuschen aus Backstein in Grund und Boden gespitzt. «Es schmerzte schon ein wenig, das ‹Tabaco› plötzlich leer und ausgeschlachtet zu sehen», beschreibt der Besitzer seine Eindrücke. Doch danach ging es an die Neugestaltung. Das «Tabaco» hat den Haupteingang nun am Rosengässchen und besteht aus einer rauchfreien Tanzfläche mit Club und einem Fumoir, das als Lounge konzipiert ist. Bequeme Sessel finden sich in beiden Lokalhälften, insgesamt mit Sitzplätzen für 60 Personen. Optisch wird das Lokal einen Touch der 1920er-Jahre aufweisen. Eine Mischung aus New Yorker Loft und Handwerker-Vintage-Bude. Zudem gibt es nicht nur einen Nachtbetrieb, sondern mittags ab 12 Uhr werden Café, Cocktails, gute Weine und kleine Häppchen angeboten. Was der Umbau gekostet hat, will der Bauherr nicht verraten, doch er gibt einen verklausulierten Hinweis: «Wir machten es wie Che Guevara. Alles, was wir in den letzten elf Jahren gespart hatten, wurde für den Umbau ausgegeben.»

Probleme mit der Stadt

Ursprünglich hätte das «Tabaco» bereits im August wieder aufmachen sollen, doch es gab einige Probleme beim Bau. «Das Haus ist ein Altbau, und es tauchte vieles auf, womit wir nicht gerechnet hatten», so Gisi. Die Behörden verhängten die Auflage, dass der Stromverteilerkasten komplett erneuert werden müsse. Vor zwei Jahren war er offenbar noch problemlos abgenommen worden. Und auch die Gasleitungen mussten ersetzt werden. Gewisse Bauteile hatten mehrwöchige Lieferfristen, und so ging das Ganze nicht nur länger, sondern kostete auch deutlich mehr Geld. Doch die Wunden sind offenbar verheilt: «Schliesslich war die Zusammenarbeit mit der Stadt gut», will Patrik Gisi vermerkt haben.

Ein geheimer Drink

Am Freitag nun ist die grosse Wiedereröffnung. Vieles ist noch geheim. Doch immerhin lässt sich Patrik Gisi entlocken, dass das Personal mit Fliege und Zeitungsverträger-Mütze servieren wird und dass ein legendärer Drink namens "AMF" den berühmten Long-Island-Ice-Tea im Weizenglas ablösen wird. Wofür der Name steht, wird erst bei der Eröffnung am kommenden Freitag ab 20 Uhr gelüftet. Der stolze Besitzer des Lokals freut sich darauf: «Ich und mein Team sind überzeugt, dass sich neue Kunden sowie alte Stammgäste im umgebauten ‹Tabaco› pudelwohl fühlen werden.»

von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung "Schaffhauser Nachrichten" am 16. September 2015.

Montag, 24. November 2014

„Läuft bei dir“ ist das deutsche Jugendwort 2014

Von Hermann-Luc Hardmeier: Der Langenscheidt-Verlag hat den Nachfolger von Babo (Jugendslang für „Chef“) und Yolo (Jugendslang für „Ergreife die Gelegenheit“, sozusagen das neue „Carpe Diem“) gewählt.

Das neue Jugendwort gefällt auch den Jüngsten. (Bild: Google.ch, Bericht: Hermann-Luc Hardmeier)

In Deutschland wird das Jugendwort seit 2008 von einer Jury erkoren und hat sich in den letzten drei Jahren mit freakigen fremdsprachlichen Ausdrücken begnügt. Da gab etwa kreative Wortkreationen wie „Swag“, Yolo“ oder auch „Babo“. Nun also back to the Roots: Eine deutsche Wortkreation. Und angesichts dieser Euphorie vergisst man schnell einmal, dass „Läuft bei dir“ streng genommen gar kein Wort, sondern ein ganzer Satz ist. Der Jugendsatz des Jahres halt.

Die 14-köpfige Jury bestand aus Jugendlichen, Journalisten und Sprachwissenschaftlern. Der Jugendsatz des Jahres beschreibt ihrer Meinung nach perfekt eine typische Situation, in welche Jugendliche geraten können. Übersetzt heisst es so viel wie „Du hast es drauf!“, kann aber auch einfach eine anerkennende Feststellung wie „cool“ oder „krass“ sein. Und natürlich kann der Ausdruck auch ironisch verstanden werden. Gute Note in der Schule kassiert? – „Läuft bei dir.“ Erfolgreich in der Disco geflirtet? –„Läuft bei dir.“ Das neue iPhone schon am ersten Tag aus Versehen auf den Boden fallen lassen? „Läuft bei dir ;-)“

Bushido als Wortschöpfer?

Wo der Ausdruck seine Wurzeln hat, ist nicht so ganz klar. Einen starken Einfluss hat aber sicherlich der öffentlich ausgetragene Streit zwischen den zwei Rappern Bushido und Kay One, in welchem sich auch Eko Fresh zu Worte meldet. Bushido hat einen Disstrack gegen seinen einstigen Freund und Zögling Kay One („Leben und Tod des Kenneth Glöckler“) gemacht. Im Videoclip ist eine alte Aufnahme zu sehen, in welcher sich Kay eine Hantel gegen den Schädel hämmert. Bushidos Kommentar: „Läuft bei dir, Kay.“ Eko Fresh reanimierte den Ausdruck, als ein Strafverfahren gegen Bushido eingeleitet wurde. Bushido hatte in einem Song mehr oder weniger direkte Drohungen gegen deutsche Politiker ausgesprochen. Eko Fresh twitterte darauf das Foto von der Titelseite der Bild-Zeitung. „Strafverfahren gegen Bushido“ und fügte an: „Läuft bei dir dicka.“ Das kann noch lange so weiter gehen.

Den Ausdruck „Läuft bei dir“ kann man übrigens auch zu „Bei dir läuft“ umdrehen und auch Versionen wie #läuft wurden bereits in freier Wildbahn gesichtet.

Ist das Jugendwort repräsentativ? Und wie kommt die Jury eigentlich zu ihren Begriffen? Diese Frage wird wohl nie vollständig geklärt werden. Die Suche nach dem Ausdruck mit dem meisten Style passiert online. Jugendliche können Vorschläge einschicken und dafür voten. 2014 wurde die Wahl angeblich manipuliert und deshalb hat Langenscheidt das unanständige Wort „fappieren“ (ein Ausdruck für masturbieren) von der Wahl ausgeschlossen. Ob gelungen oder nicht; für Gesprächsstoff sorgt der Ausdruck allemal.

Und um das Ganze abzurunden, hier noch die Top-5 aus der Wahl des deutschen Jugendwortes:

Die Top 5 Jugendwörter 2014 im Überblick:

1. Läuft bei dir
2. Gönn dir! (Viel Spass dabei! Gönn es dir! Oder auch: Ironischer Wunsch)
3. Hayvan (spielt auf die positiven oder negativen Eigenschaften von Tieren an, zum Beispiel Muskelpaket, treuer Freund oder aber: triebgesteuert, ohne Denkvermögen)
4. Selfie (Dieses Jugendwort kennen ausnahmsweise sogar Erwachsene)
5. Senfautomat (Klugscheisser bzw. jemand, der alles kommentiert)

Von Hermann-Luc Hardmeier

Samstag, 22. November 2014

Schaffhauser Sommertheater spielt ohne Dialoge und ohne Drehbuch

Von Hermann-Luc Hardmeier: Beim Sommertheater 2015 wird alles anders. Ein Drehbuch beispielsweise wird es nicht geben. Am Donnerstagabend präsentierte das Team im Cardinal ihr faszinierendes Konzept.

Das Team des Sommertheaters 2015
Vordere Reihe von links: Sängerin Kornelia Bruggmann, Choreografin Ursula Lips, Regisseur Walter Millns.
Hintere Reihe von links: Musikverantwortlicher Thomas Silvestri sowie Kathrin Lang, Marina Wettstein und Katharina Furrer. (Foto: Hermann-Luc Hardmeier)

„Die gute Nachricht ist, ihr müsst keinen Text lernen“, erklärte Regisseur Walter Millns den Anwesenden. Gut 30 Interessierte waren in den Proberaum des Cardinals gekommen, um vom Sommertheater-Team die wichtigsten Details des Stückes zu erfahren. Walter Millns liess gleich zu Beginn die Bombe platzen: Das Theater wird vollständig ohne Dialoge auskommen. Das Stück mit dem Namen „Das Parkett“ inszeniert er in Co-Regie mit der Choreografin Ursula Lips. Es ist ein Tanztheater, das im vergangenen Jahrhundert spielt und in einem Tanzsaal zu Gast ist. „Eines ist klar: Ich will keine Geschichtsstunde halten“, sagte Walter Millns. Vielmehr soll die Zeit von 1920 bis heute als Episodentheater mit Zeitsprüngen erzählt werden. Vielleicht sieht man zunächst eine Familie in den 50er Jahren. Die Kinder tanzen Rock’n’Roll, die Eltern rümpfen die Nase. Zeitsprung. Die gleiche Familie in den 60ern. Die Eltern „kiffen“, der Sohn lehnt den Joint des Vaters ab und verhält sich spiessig. Zeitsprung. Die gleiche Familie streitet sich um das Thema Atomkraft, weil die Mutter die Heizung aufdreht. Zeitsprung: Das erste Handy verändert das Familienleben, während im Hintergrund am TV ein Flugzeug in ein Hochhaus rast. Was genau passieren wird, ist noch völlig offen.

Im Proberaum des Cardinals präsentierte das Sommertheater-Team ihr Konzept. (Foto: Hermann-Luc Hardmeier)

Die Produktionsleiterin des Sommertheaters Katharina Furrer verteilte ein Personalblatt, auf welchem die interessierten SpielerInnen angeben konnten, ob sie ein Instrument spielen, tanzen oder singen wollen. Das Theater wird um die Schauspieler herum gezimmert. Es gibt kein fixes Drehbuch. Einzig der Ort ist immer derselbe. Und: Im Zentrum der Geschichte steht ein WC. Die Sängerin Kornelia Bruggmann spielt die WC-Putzfrau und ist gleichzeitig der einzige Profi inmitten des Amateurensembles. Die gelernte Sängerin wird neben dem Unterhalt des stillen Örtchens auch um gute Songs bemüht sein. „Ich bin wahnsinnig gespannt“, sagte Katharina Furrer. Auch Walter Millns war voller Vorfreude: „Nein, die Ungewissheit über den Inhalt des Stücks bereitet mir keine schlaflosen Nächte. Für mich ist es ein kalkulierbares Risiko, dass so viel Kreativität freisetzt, die mich sicherlich nicht enttäuscht.“ Die Premiere des Stücks ist am 22. Juli 2015 im Hinterhof der Musikschule. Man darf sich immer noch bewerben: Tanzerfahrung ist keine Vorbedingung. Eine grosse Portion Neugier hingegen schon.