Freitag, 19. Dezember 2014

Mojo Bandfestival Orient - Slobbers - Mr. Mojo - Malik - Stone Free

Heute, Freitag 19. Dezember 2014, findet im Orient in Schaffhausen das Mojo Band-Festival statt. Auftreten werden dabei die Bands Malik, Mr. Mojo, The Slobbers und Stone Free. Die Türöffnung ist um 20:30 Uhr und die Konzerte starten um 21:00 Uhr.
Mojo Band-Festival im Orient Musik Klub Schaffhausen
Das MOJO Bandfestival hat seine ursprüngliche Herkunft als Konzertreihe, welche von Sven Etan Binkert und Ronny Bien anlässlich zu deren Geburtstagen jeweils im August organisiert wurden. Im Jahr 2013 verschob sich dieses Fest aufgrund Biens Herzoperation in den Winter. Da es allerdings nicht üblich ist, dass man Geburtstagsfeste erst rund ein halbes Jahr später feiert, wollten sie in Kooperation mit Tom Albatros Luley vom Dolder 2 mit der Marke eine Plattform schaffen. Zugleich zeigte sich auch, dass die sich im Weihnachtsstress befindende Bevölkerung am Wochenende vor den Feiertagen nochmals ausbrechen und auf andere Gedanken kommen will.
The Slobbers aus Schaffhausen werden am Mojo Band-Festival auftreten
Bisher fand der Anlass in Tom Albatros Luleys Location Dolder2 in Feuerthalen statt. Doch da das Festival aufgrund seiner Beliebtheit immer grösser wurde, suchte das OK-Team eine neue Räumlichkeit und gewann mit Metin Demiral, Besitzer des Orient Musik Klubs in Schaffhausen, einen neuen Partner. Daher findet das MOJO Bandfestival heute erstmals im Herzen der Altstadt Schaffhausen statt. Das Team des Organisationskomitees hat sich nun mit Sven Etan Binkert, Tom Albatros Luley, Metin Demiral und Ronny Bien auf vier Personen erhöht. Primäres Ziel dieses Festivals ist es, aufstrebende Bands aus der Region einzuladen, die während des aktuellen Kalenderjahres auf sich aufmerksam gemacht haben. Als krönender Abschluss folgen nun noch die Konzerte im hoffentlich prall gefüllten Orient, welches mit einer hervorragende Akustik ein optimales Ambiente für Musiker und Publikum schafft. Der Eintritt kostet 28 Fr. Für Schüler, Studenten und Lehrlinge macht's 22 Fränkli. Wer auf die Galerie will, muss 48 Fr. investieren, dafür gibt's dann einen reservierten Sitzplatz, Begrüssungsdrink, Fingerfood sowie ein Meet & Greet mit den Bands.
Malik auf der Startrampe am Stars in Town 2014 und heute im Orient Klub
Wer sich schon mal ein bisschen auf das Mojo Bandfestival im Orient einstimmen möchte, der kann hier in die Auftritte von The Slobbers in der Kammgarn und von Malik auf dem Fronwagplatz am Stars in Town 2014 hineinschauen.

The Slobbers - Kammgarn 21. November 2014





Malik - Startrampe Fronwagplatz Stars in Town 2014




Donnerstag, 18. Dezember 2014

Florian Keller Rücktritt - Interview Tele Top Schaffhausen

10 Jahre im Schaffhauser Kantonsrat - Florian Keller von der Alternativen Liste Schaffhausen hat genug und räumt seinen Stuhl. Grund genug für Tele Top, mit ihm ein Interview über die Gründe zu führen. Florian Keller führt aus, dass er den Kantonsrat verlasse, um wieder mehr Zeit für die Politik zu haben und sich die Lust an derselbigen zu bewahren. Er habe zehn Jahre lang gerne mitbestimmt und sich an den Debatten beteiligt. Nun sollen aber andere die Erfahrung machen dürfen.
Florian Keller von der AL Schaffhausen - Foto: Tele Top
Mit 20 Jahren hatte er die Alternative Liste Schaffhausen gegründet. Die Gründung der Partei sei ursprünglich eine WG-Idee gewesen. Man wollte vor allem Lust ins Politisieren hineinbringen und von der Bierernstigkeit Abstand gewinnen. Nun möchte sich Florian Keller mehr Zeit für seine Familie nehmen - letztes Wochenende ist er Vater eines Sohnes geworden. Gleichwohl möchte der Schaffhauser Politiker weiterhin politisch aktiv bleiben. Das Interview von Tele Top gibt's hier.


Mittwoch, 17. Dezember 2014

Passenger - John Butler Trio - James Gruntz - Stars in Town Freitag

Das Stars in Town Festival hat soeben drei weitere Acts für die nächste Ausgabe bekannt gegeben. Am Freitag, 7. August 2015, werden Passenger (GB), John Butler Trio (Australien) und James Gruntz (CH) auftreten. Passenger bildet dabei den Haupt-Act des Abends und wird um 22:15 Uhr spielen.
Passenger ist Hauptact am Freitag, 7. August 2015 - Stars in Town Schaffhausen
Passenger tingelte jahrelang als einfacher Strassenmusiker durch die Welt. Sein Singer-Songwriter-Gitarrensound mit Folk und Indie-Pop-Einflüssen begeisterte eine kleine, aber laufend wachsende Fangemeinde. Dann veröffentlichte Passenger „Let Her Go“ – und startete durch. Der Superhit wurde auf Youtube beinahe eine halbe Milliarde Mal angeschaut (476 Millionen Mal), liegt in der Shazam Hall of Fame auf Platz vier und war unter anderen in der Schweiz und Deutschland auf dem ersten Hitparadenplatz. Passenger versteht es einzigartig, seinen leichtfüssigen Songs eine emotionale Tiefe zu verleihen und gleichzeitig dem Publikum mit einem ironischen Schalk zuzuzwinkern.



Vor Passenger wird um 20:15 Uhr das John Butler Trio aus Australien auftreten. John Butler ist eine lebende Legende und heute der wohl erfolgreichste Musiker Australiens. Sein Markenzeichen ist sein meisterhaft virtuoses Gitarrenspiel, egal ob akustische, Dobro, Banjo, Slide- oder Lapsteel-Gitarre.
John Butler Trio - Stars in Town Schaffhausen - Freitag 7. August 2015
Sehr eigenständig bewegen sich seine Songs zwischen Blues, Rock und Folk ohne Scheu vor Country-, Hip-Hop- sowie Reggae-Einflüssen und vermitteln immer wieder das typisch australische Surf-Feeling. Nun zeigt das John Butler Trio am Stars in Town in Schaffhausen seine Weltstarqualitäten.


 
Eröffnen wird den Freitag um 18:30 Uhr der Schweizer James Gruntz aus Basel. Der begnadete, stilsichere Songwriter James Gruntz verfügt auch über eine der markantesten und eindrücklichsten Stimmen der Schweiz.
James Gruntz eröffnet den Stars in Town Freitag, 7. August 2015 Schaffhausen
Sein neustes und erfolgversprechendstes Werk „Belvedere“ gewährt Einblick in sein vielseitiges musikalisches Spektrum: Eindringlich, tiefgründig bis hin zu leichtfüssig und fröhlich. Feinste Popmusik mit eingängigen Melodien und raffinierten Arrangements.



Somit wissen wir nun schon ein bisschen mehr über das Stars in Town 2015 Programm und sind gespannt, wer sich neben den ebenfalls schon bekannten Sunrise Avenue und Pegasus auch noch dazugesellen wird.
Das bis jetzt Bekannte Stars in Town 2015 Schaffhausen Programm
Die Tickets für den Freitag können ab sofort bei starticket.ch bezogen werden, wo auch noch 4-Tagespässe gekauft werden können. Quelle: Stars in Town Festival Schaffhausen.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Hobbit: Versicherungsschaden von 670 Millionen Euro

Der neuste Kinofilm von Peter Jackson ist ein Kassenschlager. Der kleine Hobbit mit dem Untertitel „Die Schlacht der fünf Heere“ begeistert die Besucher restlos. Restlos? Nicht ganz. Zwei Besucher in Deutschland konnten den Film offenbar nicht geniessen. Schuld war ihr Job: Die zwei arbeiten bei der Allianz-Versicherung. Und was der Drache Smaug, die Orks und der Zwergenkönig für Verwüstungen verursachten, da stellt sich natürlich jedem braven Versicherungsfachmann das restliche Nackenhaar nicht nur auf, sondern es schlägt gleich Purzelbäume. Die zwei konnten nicht ruhen und ermittelten einen Gesamtschaden von 333 384 040 Euro. Nach aktuellem Wechselkurs gut 400 Millionen Franken.
Screenshot: www.kinepolis.ch
Die zwei Experten haben minutiös die einzelnen Schadensfälle zusammengerechnet. Überraschend dabei ist, dass die Sachschäden mit knapp 98 Millionen Euro eher gering ausfallen. Haupttäter für diese Zerstörungen ist der Drache Smaug, der 1200 Einfamilienhäuser in einer Feuersbrunst vernichtet. Die Häuser sind zwar nur in einer einfachen Holzausführung erstellt worden, dennoch veranschlagt Schadensexperte Andreas Hufgard einen Katalogpreis pro Fertighaus mit 74 000 Euro. In der Summe kommt da doch ein ordentlicher Betrag zusammen. Auf Smaug kann man leider keinen Regress nehmen, da der Urheber des Schadens im Kampfe verstorben ist. Auch auf sein Vermögen können die Gläubiger nicht zugreifen, denn Smaug ist pleite. Sein einziger Besitz war der Zwergenschatz, den er sich allerdings widerrechtlich unter den Nagel gerissen hat und nun wieder an den rechtmässigen Besitzer zurückging.

Glück gehabt beim Goldschatz
Beim Goldschatz, welchen der Bürgermeister heimlich aus der Stadt schmuggeln will, kommen die Versicherungen mit einem blauen Auge davon. Versicherungstechnisch ist dies ein Sonderfall, obwohl das Boot mit den Wertgegenständen untergeht. Es geht hier nicht um Schadensersatz, da das Gold ja nicht zerstört wird, sondern am Meeresgrund schlummert. 98 000 Euro würden die Bergungsarbeiten mitsamt Tauchmannschaft und Kran kosten, um den Schatz aus der Tiefe zu heben.

Problem: Elbin Galadriel
Nicht einfach liegt der Fall beim Kleid der Elbin Galadriel. Im Kampf mit neun Ringgeistern wird die edle Robe zerrissen. Der Kampf ist als versuchter Raub mit Körperverletzung anzusehen. So sieht es zumindest der Allianz-Experte. Das Kleid wird daher im Zuge der Hausratsversicherung ersetzt, was ein Problem darstellt. Da das Kleid nicht im Handel erwerbbar ist, muss es als unersetzbar taxiert werden. Man müsste daher mit der Elbin einen Vergleich aushandeln. Als Angebot der Versicherung werden 85 000 Euro vorgeschlagen. Ob sich Galadriel darauf einlässt, ist unklar.

Kostenintensiv: Tote Elben
Viel heftiger als die Sachschäden schlagen hingegen die Personenschäden zu Buche. Theoretisch ist es so, dass Personenschäden im Zuge von kriegerischen Handlungen nicht gedeckt sind. Nils Möckelmann, der zweite Experte, hat sich dennoch an die Frage gemacht, wie der Tod von 2000 Elben abgegolten werden könnte. (Obwohl die Verluste der anderen Heere nicht minder schlimm sind. Man denke beispielsweise an die Zwerge, die ihren König Thorin Eichenschild verlieren – unbezahlbar für eine Versicherung). Zurück zu den Elben: Sie sind per Definition unsterblich. Man kann daher nicht mit den üblichen Bestattungskosten rechnen. Möckelmann rechnet daher mit Beerdigungskosten von 100 000 Euro pro Elbe. Das macht dann in der Summer 200 Millionen Bestattungskosten. Rechnet man weitere Aufwendungen der Hinterbliebenen und Materialschäden dazu, erreicht man eine Summe von knapp 400 Millionen Schweizer Franken. Nils Möckelmann und Andreas Hufgard haben auch für die anderen zwei Filme der Hobbit-Triologie die Schäden zusammengezählt. Insgesamt sind sie bei einer Summe von 670 Millionen Euro angelangt. Da wird die Jahresfranchise von Peter Jackson ordentlich in die Höhe schnellen und die Allianz muss (falls sie das ähnlich handhabt wie die Mobiliar-Versicherung) sicherlich mehr als nur eine Schadensskizze vom Kultregisseur einfordern. Die Allianz-Experten kommen zum Schluss, dass sie der Familie Eichenschild bzw. ihrem Schöpfer Peter Jackson kein weiteres Versicherungspaket anbieten werden. Angesichts der hohen Kosten, ist dieser Schritt nicht völlig überraschend.

Von Hermann-Luc Hardmeier

Dienstag, 9. Dezember 2014

Fotograf oder Auftraggeber - wem gehört das Foto?

So, heute gibt's mal wieder Recht und Unrecht - diesmal aus dem Bereich Fotografie. In unserer Reihe werden rechtliche Fragen unserer Leser von einem Schaffhauser Rechtsanwalt beantwortet. Die Frage lautet heute:

Wem steht das Urheberrecht an den geschossenen Fotos eigentlich zu, dem Fotografen, der das Foto erstellt hat oder der Person, für die er die Fotos macht?

Diese Frage wird durch das Urheberrecht beantwortet, welches in der Schweiz durch das URG - das Urheberrechtsgesetz – geregelt ist. Hier ist vor allem Art. 6 URG wichtig: “Urheber ist die natürliche Person, die das Werk geschaffen hat.”

Daraus geht gleich schon mal hervor, dass der Urheber immer ein Mensch ist – also eine natürliche Person und somit keine juristische Person, keine Firma, kein Unternehmen oder dergleichen. Das Werk stellt bei einem Fotografen die erzeugte Fotografie dar. Laut Art. 2 Abs. 1 URG sind Werke, unabhängig von ihrem Wert oder Zweck, geistige Schöpfungen der Literatur und Kunst, die einen individuellen Charakter haben. In Art. 2 Abs. 2 lit. g URG sind dann auch noch explizit fotografische, filmische und andere visuelle oder audiovisuelle Werke als Beispiele aufgeführt. Das Urheberrecht entsteht automatisch beim Erstellen des Werkes, es ist also keine vorherige Anmeldung bei einem Amt oder dergleichen nötig, wie es etwa beim Markenrecht der Fall wäre. Die Voraussetzungen des individuellen Charakters und der geistigen Schöpfung der Kunst sind vor allem bei lang vorbereiteten Aufnahmen mit speziellen Objektiven, Filtern und dergleichen klar gegeben, können aber auch bei einer Serie von Schnappschüssen etwa in der wohlüberlegten Auswahl und ggf. Nachbearbeitung der einen auserwählten Fotografie bestehen.

Mehrere Personen als Urheber
Grundsätzlich wird also der Fotograf zum alleinigen Urheber. Nach Art. 7 URG ist aber auch eine Miturheberschaft von mehreren Personen möglich. Hier ist z.B. daran zu denken, dass bei einer Porträtaufnahme der Porträtierte bei der Gestaltung des Fotos wesentliche und originelle Bestandteile beitragen kann. In diesem Fall ist die Fotografie als Gemeinschaftswerk zu klassifizieren und beiden Personen steht das Urheberrecht gemeinschaftlich zu (Art. 7 Abs. 1 URG). Wurde nichts anderes unter ihnen vereinbart, so kann das Werk – und somit das Foto – nur unter Zustimmung beider für einen bestimmten Zweck verwendet werden, wobei diese Zustimmung nicht wider Treu und Glauben verweigert werden darf (Art. 7 Abs. 2 URG).

Übertragbarkeit des Urheberrechts an einem Foto
Selbstverständlich kann das Urheberrecht vom ursprünglichen Rechteinhaber auch auf eine andere Person übertragen werden. Dies ergibt sich aus Art. 16 Abs. 1 URG, der besagt, dass das Urheberrecht sowohl übertragbar als auch vererblich ist. Eine Übertragung kann nicht nur an natürliche Personen, sondern auch an juristische Personen, also eine Unternehmung, erfolgen. Da durch das Urheberrechtsgesetz keine weiteren Voraussetzungen festgelegt werden, kann die Übertragung formlos erfolgen, also auch mündlich oder durch konkludentes Handeln (siehe Art. 11 Abs. 1 OR). Insbesondere ist keine schriftliche Abmachung erforderlich.

Fotografen als Angestellte einer Firma
Auch bei in einem Arbeitsverhältnis erstellten Fotografien verbleiben die Urheberrechte grundsätzlich beim angestellten Fotografen. Wenn ein Fotograf als Festangestellter für eine Firma arbeitet, wird die Übertragung der Nutzungsrechte an den Fotos, die er während der Arbeitszeit für seine Firma erstellt, in aller Regel im Arbeitsvertrag festgehalten. Aber auch wenn ein solch expliziter Passus im Arbeitsvertrag fehlt, können Nutzungsrechte auf die Firma übergehen. Der Arbeitgeber hat einen obligatorischen Anspruch auf die Übertragung der Nutzungsrechte im Umfang des Zweckes des Arbeitsverhältnisses, ein Anspruch, der bei einem fest angestellten Fotografen sicher gegeben sein wird. Macht der angestellte Fotograf aber beispielsweise in seinen Ferien private Landschaftsaufnahmen, welche die Firma nachher für ihre Homepage verwenden möchte, so gehen die Nutzungsrechte an diesen Fotos nicht auf die Firma über, da die Erstellung der Fotografien nicht in Erfüllung der Arbeitspflicht erfolgte.

Fotograf im Einzelauftrag für ein bestimmtes Ereignis
Häufig kommt es auch vor, dass der Fotograf nicht fest in einem Arbeitnehmerverhältnis bei einer Firma angestellt ist, sondern als Externer nur einen einzelnen Auftrag erhält, beispielsweise an einem bestimmten Event Fotos zu machen. In diesem Fall liegt juristisch kein Auftrag, sondern ein Werkvertrag vor, da ja Werke erstellt werden (nämlich die Fotos). Innerhalb dieses Werkvertrags sollte auf jeden Fall auch die Übertragung der Nutzungsrechte geregelt werden. Falls keine explizite Regelung erfolgte, muss durch Auslegung ermittelt werden, was der übereinstimmende Parteiwille diesbezüglich gewesen ist.

Verträge mit Fotografen für Einzelaufträge
Die Verträge mit externen Fotografen für einzelne Foto-Aufträge sollten die Nutzungsrechte beider Parteien, also des Auftraggebers und des Fotografen, regeln. Da der Fotograf Fotos und somit Werke erstellt, ist von einem Werkvertrag (Art. 363 ff. OR) auszugehen. Bei diesem verpflichtet sich der Fotograf als Unternehmer zur Herstellung eines Werkes, während der Besteller sich zur Leistung einer Vergütung verpflichtet. Im Vertrag sollten auf jeden Fall die Nutzungsrechte beider Seiten festgelegt werden. Denkbar ist etwa, dass das Nutzungsrecht an den Fotos vertraglich vollständig vom Fotografen an den Besteller übergeht. Das Nutzungsrecht des Bestellers kann aber auch eingeschränkt werden, so dass er ein Foto nur zum im Vertrag beschriebenen Zweck verwenden kann, beispielsweise zur Publikation in einer bestimmten Ausgabe eines Kataloges.

Zudem sollte festgehalten werden, ob Optionen zu weiteren Verwendungszwecken seitens des Bestellers bestehen. Wenn ja, regelt man am besten auch gleich daraus entstehende zusätzliche Honorare des Fotografen. Des Weiteren sollte auf das Änderungsrecht an den Fotos eingegangen werden – also ob der Besteller das Foto vor dem Abdrucken selbst verändern darf, oder ob solche Änderungen beispielsweise allein dem Fotografen vorbehalten bleiben. Auch können gewisse Nutzungen vertraglich explizit ausgeschlossen werden, beispielsweise eine digitale Veröffentlichung im Internet, wenn nur das Abdrucken (in einer bestimmten Auflösung) erlaubt werden soll.

Rechte und Möglichkeiten des Urhebers sich zu wehren
Wird der Urheber in seinen Rechten verletzt, gibt ihm das Urheberrecht die Möglichkeit, gegen die Verletzung vorzugehen. Die entsprechenden Rechtsmittel finden sich in Art. 61 ff. URG. Zunächst hat der Urheber die Möglichkeit, bei bewiesenem bestehendem Interesse durch ein Gericht feststellen zu lassen, dass eine Verletzung seines Urheberrechtes überhaupt besteht (Art. 61 URG). Zudem kann, wer in seinem Urheberrecht gefährdet oder verletzt ist, gerichtlich verlangen, die drohende Verletzung zu verbieten oder eine bestehende Verletzung zu beseitigen (Art. 62 Abs. 1 lit. a und b URG). Der Beklagte kann vom Gericht verpflichtet werden, Herkunft und Menge sowie Abnehmer der widerrechtlich hergestellten oder in Verkehr gebrachten Fotos zu nennen (Art. 62 Abs. 1 lit. c URG). Des Weiteren kann man natürlich auch noch nach Obligationenrecht auf Schadenersatz, Genugtuung sowie Herausgabe des Gewinnes klagen und zwar nach den Regeln über die Geschäftsführung ohne Auftrag (Art. 62 Abs. 2 URG i.V.m. Art. 419 ff. OR). Im Weiteren kann das Gericht die Einziehung und Verwertung oder Vernichtung der widerrechtlich hergestellten Gegenstände oder der vorwiegend zu ihrer Herstellung dienenden Einrichtungen, Geräte und sonstigen Mittel anordnen (Art. 63 Abs. 1 URG). Nach Art. 65 URG sind auch vorsorgliche Massnahmen etwa zur Beweissicherung oder vorläufigen Vollstreckung von Unterlassungsansprüchen beantragbar. Schliesslich kann auch noch verlangt werden, dass das Urteil auf Kosten der unterliegenden Partei publiziert wird (Art. 66 URG).

Auf Antrag der in ihrem Urheberrecht verletzten Person sind neben den oben ausgeführten Zivilforderungen auch noch die Verhängung einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe möglich (Art. 67 URG). Diese Strafen können zur Anwendung gelangen, wenn der Verletzer des Urheberrechtes vorsätzlich, also mit Wissen und Willen handelt und unrechtmässig beispielsweise ein Foto veröffentlicht oder ändert. 

Rechtsanwalt Beat Hochheuser, Schaffhausen,
 zum Thema Urheberrecht bei Fotos
In der Schaffhausen.net Serie "Recht und Unrecht" werden in regelmässigen Abständen Rechtsfragen von allgemeinem Interesse behandelt, die uns unserer Blogleser einsenden.

Die aktuelle Frage zum Urheberrecht an von Fotografen erstellten Fotografien wurde vom Schaffhauser Rechtsanwalt Beat Hochheuser beantwortet. Weitere Fälle und Lösungen finden sich auch im Recht-Blog. Die Ausführungen sind auch für eine juristisch ungeschulte Leserschaft zugeschnitten und loten aus diesem Grund natürlich nicht alle sich stellen Problemfelder aus. Auf Hinweise zu unterschiedlichen Meinungen in Lehre und Rechtsprechung wird deshalb mit Absicht verzichtet.

Vielen Dank für die ganzen neuen Fragen und Themenvorschläge, die eingereicht wurden. Wir werden viele davon nach und nach hier behandeln. Wunschthemen für künftige Ausgaben können wie immer per Email an uns übermittelt werden. Fragen von möglichst allgemeinem Interesse haben die besten Chancen.

Bravo Hits Party Kammgarn - 3x2 Tickets gewinnen

Diesen Samstag, 13. Dezember 2014, steigt in der Kammgarn Schaffhausen ab 22:00 Uhr die sechste Ausgabe der Bravo Hits Party. Zusammen mit der Kammgarn verlosen wir 3x2 Tickets. Um zu gewinnen, schreibe einfach ein Email mit dem Betreff: "Wettbewerb Bravo Hits" und deinem vollständigen Namen an: Update: Der Wettbewerb ist beendet, die Gewinner wurden informiert.
Bravo Hits Party: Sa. 13 Dezember Kammgarn Schaffhausen
An der Flashback-Party dröhnt wie gewohnt 1-A-Sound aus den guten alten 90er- und 2000er-Jahren aus den Boxen, von Bloodhound Gang über Ace of Base oder Nirvana bis Lenny Kravitz ist alles mit dabei. Auch David Hasselhoff ist jeweils gut vertreten, Limbo Dance lässt grüssen. Lustigmachende Brause-Drinks und die passende Deko tun ihr Weiteres und machen die Bravo Hits Party in der Kammgarn sicher auch diesmal wieder zu einer Riesensause. Mit durchgeknalltem Outfit kommt man für 10 Fr. rein, sonst kostet's 15 Fr. Ab 20 Jahren wird einem der Einlass gewährt - noch jüngere kennen die Musik eh nicht mehr ;-).

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Microsoft schaltet Skype in Büsingen ab - Schaffhausen

Ab dem 1. Januar 2015 treten nicht nur die neuen Facebook AGB in Kraft, sondern auch die neuen Geschäftsbedingungen von Skype, das mittlerweile Microsoft gehört. Aus den neuen Geschäftsbedingungen ergibt sich explizit, dass Skype in unserer Deutschen Nachbargemeinde Büsingen nicht mehr angeboten wird.
In der Deutschen Exklave Büsingen gibt's bald kein Skype mehr
Der Grund für den Ausschluss der Exklave von Skype findet sich wieder einmal bei den vielen Spezialregelungen für die Deutsche Gemeinde Büsingen, die für die Schweiz eine Enklave darstellt. So gehört Büsingen zu Deutschland, jedoch bezahlt man im Dorfladen in Schweizerfranken. Die Deutsche Exklave gehört zum Schweizer Zollgebiet, so dass man von Büsingen aus in Richtung Schaffhausen keinen Zoll überqueren muss - ganz anders jedoch, wenn man vom Deutschen Büsingen ins übrige Deutschland fahren möchte. Zudem gibt es eine Deutsche sowie eine Schweizer Postleitzahl und auch beide Telefonzellen.

Der Ausschluss von Büsingen findet sich in den Microsoft Skype AGB unter Absatz 8.4: "Steuern". Der Hund liegt darin begraben, dass Büsingen nach der Richtlinie 2006/112/EG des Rates über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem von der Mehrwertsteuer befreit ist. Skype bietet jedoch seinen Nutzern die Inanspruchnahme einer derartigen Mehrwertsteuerbefreiung nicht an. Aus diesem Grund wird Büsingen explizit in den Skype AGB erwähnt und der Service dort nicht angeboten.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Die Schweiz wählt # zum Wort des Jahres

Gartenzaun, Gartenhag, Hashtag, vier gekreuzte Zündhölzli, oder wie man auch immer sagen möchte: Das Twitter-Zeichen # wurde zum Schweizer Wort des Jahres gewählt.

Begründung der Jury: Der Wunsch nach Verdichtung und Schlagwörter schlägt sich in unserer Sprache nieder.

Poetryslammerin Hazel Brugger war Teil der Radio-SRF-Jury, welche das Wort des Jahres wählte.


Im Vergleich zu den bisherigen Wörtern des Jahres sticht  # schon etwas heraus:

2013: Stellwerkstörung (SBB)
2012: Shitstorm
2011: Euro-Rabatt
2010: Ausschaffung
2009: Minarettverbot
2008: Rettungspaket
2007: Sterbetourismus
2006: Rauchverbot
2005: Aldisierung
2004: Meh Dräck
2003: Konkordanz

Zudem wird auch jedes Jahr das Unwort des Jahres und der Satz des Jahres gewählt.
Hier nur ein paar Outtakes:

Unwort des Jahres:
2014: Dichtestress
2013: Bio
2010: FIFA-Ethikkommission

Satz des Jahres:
2014: Es bleibt unbeständig (Wetter)
2012: Vada a bordo, cazzo!
2011: Das Leben ist kein Bonihof.
2009: Ich bin nicht gut integriert in der Schweiz - ich bin Schweizer (Granit Xhaka)
2004: Switzerland - zero Points.

Von Hermann-Luc Hardmeier

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