Montag, 25. Mai 2015

10 Thesen zum Ausgang in Schaffhausen

Man hört es überall, der Ausgang in Schaffhausen sei nicht mehr das, was er mal war. Es kämen weniger Leute in den Ausgang, die Umsätze würden zurückgehen etc. Tatsächlich scheint im Schaffhauser Ausgang weniger los zu sein als noch vor ein paar Jahren. Doch wo sind all die Leute hin, wo sind sie geblieben? Wir haben uns in der Munotstadt umgehört und möchten hier ein paar mögliche Gründe aufzeigen, die uns von verschiedensten Seiten genannt wurden. Vermutlich gibt es nicht den einen Grund, sondern es spielen verschiedenste Faktoren zusammen. Was meint ihr dazu? Eure Inputs gerne per Email oder Kommentar.
1. Man geht nicht mehr in Schaffhausen in den Ausgang, sondern nach Zürich
Für die Richtigkeit dieser These spricht, dass die SBB ihr Angebot an Nachtzügen extrem erweitert hat. Früher etwa gab es am Wochenende um 4:00 Uhr in der Nacht gar keinen Zug von Zürich nach Schaffhausen. Dies wäre aber häufig genau die richtige Zeit gewesen. 3:00 Uhr ist zu früh, schliesslich muss man auch erstmal von der Ausgangs-Location an den Bahnhof kommen und diese somit bereits so um 2:30 Uhr verlassen. 5:00 Uhr war vielen hingegen schon wieder zu spät. Es fehlte der genau richtige Zug, hier hat die SBB nachgebessert. Dafür spricht weiter, dass die Züge sehr gut gebucht sind, es scheint also tatsächlich viele Schaffhauser zu geben, welche das grössere Angebot in Zürich schätzen und nutzen. Dagegen spricht hingegen, dass die Gastronomen in Zürich ebenfalls sagen, es sei heute weniger los als früher. Trotzdem scheint der Besucherfluss von Schaffhausen nach Zürich zugenommen zu haben, was den Schaffhauser Lokalitäten natürlich Publikum entzieht.

2. Für eine Party mit DJ sind die Leute heute nicht mehr bereit Eintritt zu bezahlen
Dafür spricht, dass Bars mit DJ und Gratiseintritt heute am Wochenende sehr gut laufen. Als Beispiel sei der Cuba Club genannt. Seit dem Umbau ist hier grundsätzlich volles Haus. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren etwa das Domino und das Tabaco - hier kann man gratis rein, drin legt ein DJ auf. Vielen Ausgängern reicht das schon, dass ein DJ dort ist, Musik auflegt und sie etwas zu trinken an der Bar bestellen können. Sie sind nicht bereit, in den Clubs für bekanntere DJs einen Eintritt von z.B. 15 Fr. zu bezahlen. Da trinken sie für das Geld lieber zwei weitere Biere in den Bars mit Gratiseintritt. Selbstverständlich gibt es aber nach wie vor Partyreihen mit DJ und Eintritt, die sehr gut laufen, wie etwa die Bravo Hits Party im Kammgarn. Die Partyreihe gab es in der Kammgarn übrigens früher schon, damals hiess sie "Back to the Future" und war niemals so voll wie heute. Durch die Umbenennung in "Bravo Hits Party" und mehr Werbung kam ab der ersten Ausgabe der Neuauflage der Erfolg. Manchmal braucht es nur wenige Änderungen an einem Konzept, um es so richtig zum Laufen zu bringen.

3. Wer Facebook hat, kann zu Hause bleiben und ist trotzdem dabei
Über die Sozialen Medien wie Facebook, Instagram und co. kann man von Zuhause aus verfolgen, was die Freunde machen, ohne vor Ort dabei zu sein. Früher hat man zum Feierabend-Bier abgemacht, um sich zu erzählen, was unter der Woche so gelaufen ist - heute weiss man es schon von Facebook her. Das mag vielleicht ein paar Leute betreffen, aber so wirklich überzeugt mich dieses Argument nicht. Gamer, die nie in den Ausgang kommen und den Abend lieber mit dem Computer verbringen, gab es auch früher schon. Wenn man das Ausgangs-Gen besitzt, geht man auch in den Ausgang, ob man nun Facebook hat oder nicht.

4. Früher ging man in die Disco, um neue Musik zu entdecken, heute gibt es Spotify
Dank Internet-Radios und co. kann jedermann zu Hause genau die Musikrichtung hören, die er mag und bekommt ständig neues Musikstücke genau nach seinem Geschmack zugespielt. Früher ging man noch in den Ausgang, um neue Musikstücke zu entdecken, da die analogen Radiosender primär Mainstream spielten. Mag etwas Wahres dran sein, aber wahrscheinlich gibt es dann doch nicht so viele, welche den Freitag- und Samstagabend zu Hause mit Internetradio und co. verbringen.

5. Fitnessstudios und Körperkults sind in - durch Bier gefährde ich meinen Waschbrettbauch
Eine weitere Theorie, die mir zu Ohren gekommen ist. Fitnessstudios boomen wir nie zu vor und wer sich mühsam schöne Bauchmuskeln antrainiert hat, möchte diese nicht durch Bierkonsum aufs Spiel setzen. Nüchterner Ausgang macht auch keinen Spass, also bleibt man lieber gleich ganz zu Hause.

6. Demographische Entwicklung - Es gibt weniger junge Leute in Schaffhausen
Schaffhausen wird immer älter, es gibt seit Längerem weniger Kinder und somit auch weniger junge Leute in der Stadt. In den Ausgang gehen aber prinzipiell jüngere Leute. Weil es weniger Junge gibt, gehen auch weniger in den Ausgang.

7. Das Angebot hat stark zugenommen
Auch dieser Grund wird häufig genannt. Den Güterhof gab es früher beispielweise gar nicht, heute finden dort an den Wochenenden regelmässig grosse Partys statt. Im Oberhof gibt es nach dem Restaurant-Betrieb Partys mit DJs, Bruno Meier ruft zur Poolparty in seiner Hafenbar und so weiter. Also kleiner ist das Angebot bestimmt nicht geworden - und mehr Ausgänger hat es auch nicht, bestenfalls gleich viele wie früher.

8. Kein Geld mehr um in den Ausgang zu gehen
Heute gibt es andere Ausgaben, die früher inexistent waren. Handyrechnung, ständig neue Kleidung, mehr Ferien. Da bleibt kein Geld für den Ausgang. Das Argument überzeugt mich nicht wirklich. Für Kleidung wurde schon früher massiv Geld ausgegeben und die Kohle für den Ausgang war speziell gegen Monatsende bei vielen schon immer sehr knapp.

9. Es finden mehr Homepartys statt und man geht deshalb weniger in den Ausgang
Ich habe eigentlich nicht das Gefühl, dass die Homepartys stark zugenommen haben. In den USA ist das gang und gäbe, hier bei uns viel weniger, so zumindest mein Eindruck.

10. Es gibt in Schaffhausen weniger interessante Angebote als früher
Eine Aussage, die man auch immer mal wieder hört. Es sei immer die gleiche Leier. Die selben Partyreihen mit der x-ten Ausgabe - irgendwann habe auch der letzte die Ohren voll. Ja selbst bei den Konzerten würden immer wieder die selben Acts gebucht, wenn sie ein Mal den Laden voll gebracht haben. Es gäbe keine Innovation mehr. Von den Jungen sei niemand mehr bereit, etwas Eigenes, Neues auf die Beine zu stellen.

Dies waren die 10 Punkte, welche am häufigsten genannt wurden. Die einen sind aus unserer Sicht überzeugender, die anderen etwas weniger. Wahrscheinlich ist es die Kombination aller Faktoren, welche dann wirklich fühlbare Auswirkungen zeigt. Bestimmt gibt es auch noch weitere Punkte, die wir jetzt hier noch nicht beachtet haben. Ich werde sie dann ggf. gerne noch nachführen.

Montag, 18. Mai 2015

Die 5 Finalisten-Bands für Kammgarnstars stehen fest

Soeben hat der Kammgarnstars Bandcontest die fünf Finalisten für den Event am Freitag, 29. Mai 2015 in der Kammgarn in Schaffhausen bekannt gegeben. Es werden folgende fünf Bands spielen:

The Daisies - Indie Elektro-Pop aus Schaffhausen (Bericht vom Gig im TapTab)
Cool Down - Alternative Rock/Pop aus dem Hegau
BluePearl - Pop mit Post-Grunge Einschlag aus dem Thurgau
So Wasted - Pop-Punk aus Thun (Jurynomination)
Tony Dynamite & the shootin' beavers - Surfrock aus Schaffhausen (Jurynomination)

Die ersten drei Bands wurden durch Abstimmung auf kammgarnstars.ch bestimmt, die übrigen zwei Bands wurden aus den weiteren Bewerbern von der Jury ausgewählt. Die fünf Finalisten messen sich am Freitagabend, 29. Mai 2015, ab 20:15 Uhr im grossen Finale in der Kammgarn Schaffhausen. Die Band mit den meisten Punkten gewinnt einen Auftritt auf dem Herrenacker am Stars in Town vor Carrousel, Pegasus und Sunrise Avenue am Samstag, 8. August 2015 auf der grossen Bühne.
Kammgarnstars Bandcontest - Das grosse Finale
Wir wünschen allen Bands viel Erfolg und hoffen, dass diejenigen, welche nicht nominiert wurden, trotzdem weitermachen. Es waren noch viele talentierte Bands dabei - keep on rocking!!!

Hier noch ein Video von The Daisies, welche am meisten Stimmen erhalten haben, von ihrem Auftritt im TapTab Schaffhausen am 19. September 2014:



Und hier der offizielle Trailer zum Event:

Mittwoch, 13. Mai 2015

Wettbewerb - Hitparaden Party Kammgarn 3x2 Tickets

Kommenden Samstag, 16. Mai 2015, steigt in der Kammgarn Schaffhausen ab 22:00 Uhr die zweite Ausgabe der Hitparaden Party mit den grössten Hits von früher bis heute. An den Plattentellern stehen die Floorfillers (Tanzbude) sowie das Knightrider Soundsystem. In Zusammenarbeit mit der Kammgarn verlosen wir 3x2 Tickets. Um mitzumachen, schreibe einfach ein Email mit dem Betreff: "Hitparaden Party Wettbewerb" und deinem vollständigen Namen an: Update: Der Wettbewerb ist beendet, die Gewinner wurden benachrichtigt.
Hitparaden Party - Sa. 16. Mai 2015 Kammgarn Schaffhausen
Chartbreaker von heute und Tophits von früher erwarten dich an der neu lancierten "Hitparaden-Party" im Kammgarn. Die DJs des Knight Rider Soundsystems und die Floorfillers lassen die Tophits der Hitparaden-Geschichte und die aktuellen Charthits durch die Boxen krachen. Eine tanzfreudige Partynacht ist garantiert! Die Party ist ab 18 Jahren und kostet regulär 15 Franken Eintritt. Bis 23:00 Uhr kommt man für 10 Franken rein.

Sonntag, 10. Mai 2015

make SEVEN dance - Hauptbahnhof Zürich

Der Schweizer Musiker SEVEN war am 10. April 2015 mit einer coolen Aktion im Hauptbahnhof Zürich am Start. Unter dem Titel: "Make SEVEN dance" konnten Passanten ihm etwas vortanzen und SEVEN interagierte über einen grossen Screen mit ihnen. Das Video stellte er anschliessend auf YouTube, wo es innerhalb von nur 6 Tagen mehr als 200'000 Views erreichte.
make SEVEN dance - Züricher Hauptbahnhof (Quelle: SEVEN Facebook Page)
Zum Song "Nobody Wants to Dance" vom neuen SEVEN Album: BackFunkLoveSoul tanzen die Passanten im Züri HB mit SEVEN um die Wette. Sehr lustig etwa bei Zeitindex 02:10 wo der in Fahrt gekommene Tänzer seine Jacke nach hinten wirft und sie einem Zuschauer genau auf dem Kopf landet oder aber auch der kleine Junge mit der Bauchwelle bei 0:55, was SEVEN ziemlich zum Lachen bringt - und er hat Bauchwellen-Nevio dann sogar später noch zu Hause besucht. Die CD Taufe vom neuem Album ist am kommenden Samstag, 16. Mai 2015, im Volkshaus in Zürich und das Video von make SEVEN dance im Hauptbahnhof Zürich gibt's hier:


Mittwoch, 6. Mai 2015

Wenn Wissenschaftler slammen

Als glänzender Auftakt zum Tag der Naturwissenschaften findet am kommenden Freitagabend der erste Science Slam in Schaffhausen statt. Dort treten sechs Studenten und WissenschaftlerInnen auf witzige und Art und Weise in Kurzvorträgen aus ihrem Fachgebiet gegeneinander an. Dieses neue, unterhaltsame Format der Wissensvermittlung geht auf den Poetry Slam zurück.

Bestechen muss auch hier die Performance auf der Bühne; das Publikum entscheidet, wer harte Fakten knackig rüberbringen kann. Die Kunst beim Science Slam besteht darin, die richtige Balance zwischen ernster Wissenschaft einerseits und lockeren Sprüchen und Publikumsanimation andererseits zu finden.

Tokter Tanner führt als Moderator durch den Event. Zuerst sorgt der versierte Slam Poet Renato Kaiser dafür, dass die Lachmuskeln gelockert und die Gehirnwindungen auf Trab sind. Dann gibt es spannende Beiträge zu hören wie "Science, die Wissenschaft", "Dino-Leichen, wie habt ihr euch verändert!" oder "Gescheit, gescheiter, gescheitert – Die Zukunft von Gestern".

Eine geballte Ladung an Infos kommt auf das Schaffhauser Publikum zu!

Eintritt: Fr. 10.- Tür: 20 Uhr Beginn: 21 Uhr

 
Interview mit Renato Kaiser zum Science-Slam kurz vor seinem Auftritt:
„Der Auftritt vor acht Menschen braucht mehr Mut als vor 800“
Hermann-Luc Hardmeier:  Bist du eigentlich nervös, bevor du auf die Bühne gehst?
Renato Kaiser: Ja, ich bin immer ein wenig nervös. Aber mittlerweile bin ich ja gut geübt und es ist nicht mehr so schlimm wie damals, als ich das erste Mal auf einer Bühne stand.
Hermann-Luc Hardmeier: Lampenfieber ist ja wahrscheinlich einer der Hauptgründe, warum heute nicht mehr Slammer auf der Bühne sind?
Renato Kaiser: Wie meinst du das?
Hermann-Luc Hardmeier: Du hattest ja vor dem Slam einen Workshop an der Kanti gemacht. Wenn ich das richtig verstanden habe, war eines der Ziele dieses Workshops, dass die Teilnehmer danach am Science-Slam mitmachen. Nun ist keiner der Teilnehmer dabei.
Renato Kaiser: Das ist richtig. Von den sieben Teilnehmern des Workshops wollte niemand auf die Bühne. Trotzdem hat sich ein anderer Kantischüler gemeldet, der mitmacht.  Nervosität vor einem Publikum zu sprechen, war sicher ein Grund, warum die anderen nicht wollten.
Hermann-Luc Hardmeier:  Und der andere?
Renato Kaiser: Hmm, ja es stehen demnächst Maturaprüfungen an. Ich denke, die Teilnehmer hätten ihren Beitrag gut einproben wollen. Angesichts des Matur-Stresses haben sie wohl andere Prioritäten gesetzt.
Hermann-Luc Hardmeier: Bist du darüber enttäuscht?
Renato Kaiser: Nein. Mein Ziel war es nicht, alle auf die Bühne zu bringen. Ich finde es immer gut, wenn junge Menschen freiwillig Texte schreiben und das Vortragen üben. Ein Auftritt auf einer Bühne das schafft man nicht per Knopfdruck. So eine Einstellung muss sich entwickeln. Ich finde es ist schon ein Erfolg, dass diese Kantischüler am Workshop mitgemacht haben und sich mit der Sprache auseinandergesetzt haben. Wer weiss, vielleicht keimt beim einen oder anderen ja der Gedanke und sie slammen doch noch eines Tages vor Publikum.
Hermann-Luc Hardmeier: Du warst ja auch nicht gleich von Beginn an der Superstar der Szene.
Renato Kaiser: Nein. Es gibt viele Beispiele. Auch Lara Stoll gewann nicht gleich ihren ersten Slam. Man muss dranbleiben und sich weiterentwickeln. Ich nahm ein paar Mal teil. Irgendwann war ich genervt und schrieb einen Text darüber, dass ich noch nie einen Slam gewonnen habe und zog satirisch über die anderen Grössen der Szene her. Als ich diesen Text das erste Mal aufführte, gewann ich prompt.
Hermann-Luc Hardmeier: Der Chäller ist heute mit knapp 60 Besuchern ja nicht prall gefüllt. Ich frage mich immer noch, ob es heute wirklich so viel Mut gebraucht hätte, um auf der Bühne zu stehen.
Renato Kaiser: Es braucht immer Mut. An der Schweizermeisterschaft im Poetryslam im März standen die Teilnehmer vor 850 Menschen. Da profitiert man auch von gewissen Massenphänomenen. Ich finde es braucht bei wenig Menschen eigentlich viel mehr Überzeugungskraft. Vor acht Menschen aufzutreten braucht mehr Mut als vor 800.
Renato Kaiser: Und jetzt muss ich auf die Bühne.
Hermann-Luc Hardmeier: Ich bedanke mich vielmals für das Gespräch.
 
Und hier ist der Bericht über den Anlass, welcher am Montag, 11. Mai in der Zeitung "Schaffhauser Nachrichten erschien und von Hermann-Luc Hardmeier geschrieben wurde:
 

Historiker slammt vier Studenten und einen  Kantischüler von der Bühne
Der Grösste war an diesem Abend der Grösste. Mit über zwei Metern Höhe war der Sieger des Abends Ben Meyer keine unauffällige Erscheinung und zeigte nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich den Mitstreitern, wo die Musik spielt. Der Historiker gewann den ersten Science-Slam im Chäller. Ein Wettkampf der Wissenschaftler mit einem einfachen Ziel: Fünf Studenten und ein Kantischüler erklärten den Zuhörern einen Teilbereich ihrer aktuellen Forschung auf äusserst unterhaltsame Weise. Der Anlass war der Auftakt zum Tag der Naturwissenschaften. „Seit 130 Jahren sind Geistes- und Naturwissenschaften voneinander getrennt“, erklärte Hauptorganisator Dani Leu. „Das ist schade. Wir wollen mit dem Science-Slam eine Brücke zwischen den Disziplinen schlagen.“ Die Eröffnung des Abends machte der Poetry-Slammer Renato, der zuvor für ausgewählte Kantischüler einen Poetry-Slam-Workshop durchgeführt hatte. Der Schweizermeister aus dem Jahr 2012 und Buchautor (z.B. Neutralala) stimmte das Publikum mit drei Texten ein. Im ersten erschien ihm Goethe im Traum und kritisierte: „Du bist der Dieter Bohlen der Poesie.“ Dass dem nicht so ist, bewies Kaiser mit seinen zwei weiteren Texten, die kleinen, absurden Soziologiestudien nahekamen. Zuerst beschrieb er herrlich die Leiden von SBB-Pendlern und ihren einzigen Lichtblick im Leben: Die Berglandschaften auf den SBB-Toiletten. Danach versuchte er einer Migros-Werbung nachzueifern und wildfremden Menschen ein Kompliment zu machen. Das ging aber gewaltig nach hinten los. Das Publikum war köstlich unterhalten und perfekt für die kommenden Wissenschaftler eingestimmt. Biologistudent Martin Jakob erklärte mit Hilfe eines Märchens und dem Ballergame GTA, wie eine Mücke übertragbare Krankheiten verbreitet. Medizinstudent Jonathan Weller sprach über zankende Zellen und Krebs mit PowerPoint und Smiley-Emoticons. Tanja Dallafior malte düstere Szenarien des Klimaeffekts an die Wand in Kombination mit Bildern einer knuffigen Babykatze. Der Kantischüler Damian Schmid stach mit seinem Text heraus, da er die Wissenschaft an sich kritisierte und in Frage stellte. Achim Reisdorf reizte die Lachmuskeln aufs Äusserste mit seinem Vortrag über Dino-Leichen und Ben Meyer erklärte unter anderem, warum sich radioaktive Zahnpasta nicht durchgesetzt hat. Geschliffen, frech und grossartig führte Tokter Tanner als Moderator durch den Abend. Fazit: Noch nie hat Naturwissenschaft so viel Spass gemacht.
Von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung "Schaffhauser Nachrichten" am Montag, 11. Mai 2015.

20 Tricks um Druckkosten zu sparen - Beat Hochheuser

Auch heute noch - im Zeitalter von Smartphones und Tablets - müssen gewisse Dinge einfach immer noch ausgedruckt werden. Auch gibt es heute Sachen zum Ausdrucken, die man früher gar nicht selbst gedruckt hat. Die Kreditkartenabrechnung und Bankkontounterlagen etwa kommen heute nicht mehr per Post ins Haus geflattert sondern nur noch digital als PDF - wer eine Buchhaltung führt, muss diese ausdrucken. Früher musste man zur Ticketcorner Filiale laufen - heute druckt man das Ticket mit print@home zu Hause aus. Flugtickets kamen früher per Post vom Reisebüro, heute bucht man online und druckt sie sich aus. Viele Menschen lesen selbst verfasste Texte lieber auf Papier durch, um die Druckfehler zu finden, als diese am Bildschirm zu suchen. Auch sind die Markierungs- und Notiz-Möglichkeiten auf ausgedruckten Texten erheblich vielfältiger. Beat Hochheuser vertreibt in der Schweiz Tintenpatronen und Tonermodule für Drucker in Shops wie www.peachpatronen.ch und www.tinte.ch und gibt 20 Tipps, wie man Druckkosten sparen kann.
Beat Hochheuser ist Experte für Druckerzubehör wie Tinte, Toner und Papier.
1. Tipp: Drucken im Entwurfsmodus
Vor dem Drucken kann im Druckfenster am PC die Qualität des Ausdrucks gewählt werden. Wenn nicht unbedingt eine sehr hochwertige Ausdrucksqualität von Nöten ist, sollte hier unbedingt eine niedrige Auflösung gewählt werden. Diese verbraucht spürbar weniger Druckertinte bzw. Tonerpulver und hat zudem den Vorteil, dass der Druckvorgang schneller vonstattengeht.

2. Tipp: Mehrere Seiten auf eine Seite ausdrucken
Mit der "mehrere Seiten pro Blatt" Funktion können beispielweise zwei oder auch vier A4 Seiten auf eine A4 Seite gedruckt werden. Hierzu werden die Seiten von der Software entsprechend verkleinert, so dass zum Beispiel zwei Seiten auf eine A4 Seite ausgedruckt werden können. Dies spart sowohl Druckertinte bzw. Toner als auch Druckerpapier.

3. Tipp: Unnütze Seiten beim Ausdrucken weglassen
Mit der Funktion "Seiten von bis" kann man einstellen, welche Seiten gedruckt werden sollen. Häufig besitzt das Dokument, welches man ausdrucken möchte, noch ein eigentlich unnötiges Titelblatt, welches zudem auch noch ein grosses Foto enthält und somit besonders viel Tinte bzw. Toner beim Ausdrucken verbraucht. Diese Frontseite sollte beim Ausdrucken nach Möglichkeit weggelassen werden, so dass man erst ab Seite 2 druckt. Zudem kann man häufig die letzte Seite weglassen, wenn diese z.B. nur noch nicht benötigte Fussnoten enthält. Das spart Tinte respektive Tonerpulver sowie Papier.

4. Tipp: Vorder- und Rückseite bedrucken
Tinte und Toner spart man hiermit zwar nicht, wohl aber Druckerpapier, welches bei entsprechender Menge ja auch ins Geld geht und die Umwelt belastet. Wenn man Vorder- und Rückseite bedruckt anstatt nur die Vorderseite, braucht man nur etwa halb so viel Druckerpapier. Bei dieser Funktion wendet der Drucker die Papier entweder automatisch oder er druckt zuerst die ungeraden Seiten und nach dem Wiedereinlegen des bereits einseitig bedrucken Papieres die geraden Seiten.

5. Tipp: Nur eine bestimmte Auswahl ausdrucken
Wenn man von einer A4 Seite oder von einer Homepage nur einen kleineren Teil des Textes ausdrucken möchte, so kann man diesen mit dem Mauszeiger markieren und nachher im Drucken-Dialogfenster bei den Einstellungen festlegen, dass nur die betreffende Auswahl gedruckt wird. Auf diese Weise kann man Druckertinte bzw. Tonerpulver sparen.

6. Tipp: Text aus unnötiger Kulisse vor dem Druck ins Word kopieren
Wenn man beispielsweise einen Text von einer Homepage ausdrucken möchte und diesen direkt aus dem Browser druckt, wird in der Regel noch viel unnützes Beigemüse vom Design mit ausgedruckt, was unnötiger weise viel Druckertinte bzw. Tonerpulver verbraucht. Wenn man den Text aber vor dem Ausdrucken in einen Texteditor kopiert und dort auch noch eine kleinere Schriftgrösse wählt, benötigt man viel weniger Tinte bzw. Toner.

7. Tipp: Schriftgrösse vor dem Ausdrucken reduzieren
Damit man die Schrift auf dem Monitor gut lesen kann, wird häufig in Word und co. eine grosse Schriftgrösse gewählt. Diese Schriftgrösse sollte man vor dem Ausdrucken in der Textverarbeitung reduzieren. Auf diese Weise kann viel Tinte bzw. Tonerpulver gespart werden. Nach dem Ausdrucken kann sie wieder auf die grössere Schriftgrösse umgestellt werden.

8. Tipp: Andere Schriftart verwenden - zumindest für den Druck
Durch die Wahl einer anderen Schriftart kann man schnell 30% Druckkosten sparen. Schriftarten mit breiten Buchstaben oder viel Schnörkel brauchen besonders viel Druckertinte bzw. Toner. Wählt man statt "Arial" beispielsweise die Schriftart "Century Gothic", welche sehr wenig Tinte respektive Tonerpulver verwendet, kann man die Druckkosten um 31% reduzieren.

9. Tipp: Statt Originalpatronen und Originaltoner Alternativen verwenden
Durch den Gebrauch von Alternativpatronen und Ersatztonern von Drittherstellern an Stelle des original Verbrauchsmaterials der Druckerhersteller kann man gut und gerne 50% der Druckkosten einsparen. Die Alternativprodukte können bei Onlineshops wie www.peach.ch und www.tinte.ch bequem im Internet bestellt werden. Die Qualität dieser hochwertigen Alternativen liegt auf dem Niveau der Originalpatronen, wie viele unabhängige Tests bestätigt haben. Auch die Garantie des Druckerherstellers auf Mängel am Drucker bleibt bei deren Verwendung bestehen (siehe juristische Ausführungen dazu hier). Die Druckerhersteller verkaufen ihre Drucker billig, um nachher ihre Patronen teuer verkaufen zu können. Durch den Kauf von Ersatzpatronen und Alternativtonern von Drittherstellern kann man dieser Kostenfalle clever und mühelos entgehen.

10. Tipp: Nach Möglichkeit auf eine App für's Smartphone ausweichen
Häufig bieten die Ticketanbieter auch die Möglichkeit, neben dem Ausdrucken der Eintrittskarten diese auf eine App im Smartphone zu laden, so dass dieses dann bei der Eintrittskontrolle vorgewiesen werden kann und der Smartphone-Bildschirm mit einem Scanner abgelesen wird. Ist jedoch der Handy-Akku leer oder gibt es einen Softwarefehler, guckt man dumm aus der Wäsche. Bei ausverkauften Konzerten etc. sollte man also vielleicht besser zumindest noch einen Ausdruck als Backup in der Tasche haben. Hier reicht dann aber ein Ausdruck im Entwurfsmodus oder in der verkleinerten Version, da neben dem Strichcode immer auch die eindeutige Identifikationsnummer der Eintrittskarte als Zahlenkombination aufgedruckt ist.

11. Tipp: Drucker mit Einzel-Farbpatronen verwenden
Bei den Tintenstrahldruckern gibt es solche, welche neben der Schwarzpatrone als Farbpatrone eine einzelne Kombipatrone verwenden, die alle drei Farben (Cyan, Magenta und Yellow) in sich vereint. Wird nun zum Beispiel besonders viel blau (cyan) gedruckt, weil etwa das Firmenlogo blau ist, so wird diese Farbe viel früher leer sein als rot (magenta) und gelb (yellow). Trotzdem muss bei der Kombipatrone eine neue Patrone eingesetzt werden, sobald eine der Farben leer ist. Sinnvoller ist es, Drucker zu verwenden, welche für jede Farbe eine einzelne Patrone benutzen. Ist dann z.B. die blaue Tinte aufgebraucht, muss auch nur diese Einzelfarbpatrone ausgetauscht werden.

12. Tipp: Beim Druckerkauf auf Folgekosten achten
Die Grundregel lautet: Je günstiger der Drucker, desto kleiner die Patronen und desto teurer die Seitenpreise. Die Druckerhersteller verkaufen ihre Drucker eigentlich zu günstig und holen nachher das Geld mit dem teuren Verbrauchsmaterial wieder rein. Die teureren Drucker haben grössere Patronen und niedrigere Verbrauchskosten. Man sollte also schon beim Druckerkauf darauf achten, wie hoch die Seitenpreise sind und nicht einfach zum günstigsten Drucker greifen.

13. Tipp: Drucker kaufen, für die es schon Alternativpatronen gibt
Beim Druckerkauf greift man am besten zu Tintenstrahldruckern bzw. Laserdruckern, für deren Verbrauchsmaterial es schon alternative Tintenpatronen und Toner gibt. Wenn eine neue Patronengeneration oder Tonergeneration erscheint, brauchen die Alternativhersteller immer eine gewisse Zeit, bis sie preiswerte Ersatzprodukte anbieten können. Deshalb greift man am besten zu Druckern, welche Patronen respektive Tonermodule verwenden, die schon längere Zeit am Markt erhältlich sind und für die es eine breite Auswahl an Alternativprodukten gibt.

14. Tipp: Patronen erst austauschen, wenn sie wirklich nicht mehr drucken
Die Drucker geben sehr früh die Warnung heraus, dass die Druckerpatrone bald einmal leer sein wird. Man kann aber in aller Regel noch viele weitere Seiten ausdrucken, bis die Patrone dann wirklich leer ist. Bei älteren Druckern ist dieser Zeitpunkt erreicht, wenn das Druckbild schlechter bzw. schwächer wird. Bei neueren Druckern verfügen die Patronen häufig über einen Chip, welcher dem Drucker irgendwann meldet, dass die Patrone leer ist, obwohl sich meistens noch Tinte bzw. Toner in der Patrone befindet. Je nach Druckermodell kann man die Meldung wegklicken, durch einen Code überspringen oder mit einem Chip-Resetter die Leermeldung bei der Patrone abschalten. Bei Google findet man für fast alle Druckermodelle hilfreiche Tipps.

15. Tipp: Patronen richtig lagern
In den Kühlschrank muss man sie nicht gleich legen, aber man sollte die Patronen im Schatten bei Raumtemperatur lagern. Wenn sie etwa an der prallen Sonne gelagert werden, verdunstet die Druckertinte in den Patronen und die Druckerpatrone kann nachher nicht so viele Seiten drucken, bis sie leer ist. Zudem sollte man die Tintenpatronen bis zum Gebrauch in der Originalfolie verpackt lassen. Dabei handelt es sich um eine Klarsichtfolie oder einen lichtundurchlässige Alu-Beutel. Nicht selten sind die Patronen ausserdem vakuumverpackt. Die Verpackungen sorgen dafür, dass die Tinte in den Druckerpatronen nicht verdunstet und austrocknet.

16. Tipp: Druckt man in schwarz, schont man die teuren Farbpatronen
Häufig sind die Farbpatronen teurer als die Schwarzpatronen. Zudem beinhalten sich auch noch meistens weniger Druckertinte bzw. Tonerpulver als die schwarze Patrone. Aus diesem Grund sollte man nach Möglichkeit für den Ausdruck den Schwarzweiss-Modus wählen.

17. Tipp: Verbrauchsmaterial online im Internet kaufen
Online ist alles günstiger. Selbst wenn man statt zu den Alternativprodukten weiterhin zu Originalpatronen und Originaltonern greifen möchte, gibt es diese im Internet spürbar günstiger zu kaufen als im Ladengeschäft in der Stadt. Dort fallen nämlich Kosten wie etwa teure Ladenlokalmieten an, welche Onlineshops nicht bezahlen müssen und deshalb die Produkte zu niedrigeren Preisen feilbieten können.

18. Tipp: Patronen mit grossen Füllmengen kaufen
Häufig gibt es die Patronen und Tonermodule für einen Drucker als normale Version und als Ausführung mit einer XL-Füllmenge an Druckertinte bzw. Tonerpulver. Hier sollte man auf jeden Fall zu den Patronen mit grosser Tintenfüllmenge respektive Tonerfüllmenge greifen, da diese einen niedrigeren Seitenpreis aufweisen und man somit mit weniger Geld eine Seite ausdrucken kann.

19. Tipp: Patronen und Toner im Multipack kaufen
Bei Farbdruckern gibt es beinahe bei allen Modellen Mulitpacks, welche dann etwa alle vier Patronen (cyan, magenta, yellow, black) enthalten. Da man beim Multipack gleich mehrere Patronen bzw. Toner auf einmal kauft, erhält man einen Mengenrabatt und die Tintenpatronen respektive Tonermodule sind bedeutend billiger, als wenn man alle einzeln kaufen würden. Bei der Schwarzpatrone, welche in aller Regel am meisten benutzt wird, gibt es häufig auch Doppelpacks bei denen man gleich zwei schwarze Patronen erhält und welche dann im Doppelpack ebenfalls günstiger sind, als wenn man sie einzeln kaufen würde.

20. Tipp: Am günstigsten ist es, etwas gar nicht zu drucken
Man sollte sich vor jedem Ausdruck überlegen, ob es auch wirklich nötig ist, das betreffende Dokument auszudrucken. Wenn man nur eine kurze Passage benötigt, reicht es vielleicht auch, vom entsprechenden Bereich auf dem Bildschirm mit dem Smartphone ein Foto zu machen, so dass man die nötige Information anschliessend griffbereit in der Hosentasche hat. Oder man kann das Dokument per Email verschicken und braucht es dann nicht noch ausgedruckt mitzunehmen. Es gibt viele Wege, die Druckkosten zu senken. Viel Erfolg dabei...

Montag, 4. Mai 2015

Müslüm Interview - Schaffhauser Fernsehen SHF

Am letzten Donnerstag, 30. April 2015, hat Müslüm mit seiner neuen CD auch in der Kammgarn halt gemacht und das zahlreich angereiste Publikum begeistert. Im Rahmen seines Besuches in der Munotstadt hat Müslüm im Schaffhauser Fernsehenn SHF ein interessantes Interview gegeben.
Müslüm im Schaffhauser Fernsehen SHF (Foto: SHF)
Im Interview geht es um Kleidung, Streicheln, sein neues Album Apochalüpt, die Oberflächlichkeit der Menschen und wie einfach man sie manipulieren kann und und und. Das SHF Interview mit Müslüm gibt's hier:


Sonntag, 3. Mai 2015

Teleclub - Hinter den Kulissen - Produktion Volketswil

Mit über 1'200 Spielfilmen und rund 5'000 live Sportereignissen pro Jahr ist Teleclub der führende PayTV Anbieter in der Schweiz. Teleclub unterhält drei Standorte - in Zürich befindet sich der Hauptsitz inkl. Geschäftsleitung und Organisation. Dort ist auch die Grafikabteilung domiziliert, welche unter anderem das Programmheft "Teleclub Magazin" erstellt und die Homepage unterhält. In Volketswil befindet sich die Produktion inkl. Fernsehstudios und Sendezentrum. Im Sendezentrum laufen alle Signale für die verschiedenen Teleclub Fernsehkanäle zusammen und werden von dort aus fertig aufbereitet dem Kunden zugeführt. Ausserdem gibt es für die Romandie noch den dritten Standort, ein Studio in Fribourg für Sportsendungen in französischer Sprache. Dieses Studio ist jedoch ebenfalls eng mit dem Standort Volketswil verknüpft und verfügt namentlich über keine eigenen Videoserver, sondern alles Material wird von Volketswil her verwaltet und zugespielt. Schaffhausen.net durfte im Teleclub Produktions- und Sendezentrum in Volketswil einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen werfen, den wir hier gerne mit euch teilen.
Teleclub Sport Studio Volketswil - kurz vor einer Eishockey Übertragung mit Reto Müller
Fernsehkameras im Teleclub Studio Volketswil
Bei der Studioproduktion in Volketswil nehmen Sportereignisse eine zentrale Rolle ein - an unserem Besuchstag ging es gerade um Eishockey. Direkt neben dem eigentlichen Fernsehstudio befindet sich die Studioregie. Hier wird entschieden, was nachher beim Zuschauer auf dem Fernseher zu sehen ist, welche Kamera gerade auf Sendung ist oder welcher vorproduzierte Einspieler gerade läuft. Auch im Studio selbst sehen der Moderator und seine Gäste das in die Wohnzimmer gesendete Bild auf einem Display hinter den Kameras, welches beim Foto mit den Kameras noch halb zu sehen ist.
Studioregie Teleclub Studio Volketswil - bestimmt was wann auf dem TV zu sehen ist
Die fertig produzierten Sendungen werden nach Hause ins Wohnzimmer ausgestrahlt und landen zudem aufgezeichnet auch im Sendearchiv des Teleclubs, wo sie für eine spätere Verwendung digital gespeichert werden. Grundsätzlich wird beim Teleclub alles archiviert, nachher wird teilweise Unnützes gelöscht. Die Files und die Metadaten werden mit einem sog. Content Management System verwaltet, so dass sie später leicht aufgefunden werden können. Falls also für eine neue Sendung ein Match aus dem Jahr 2012 benötigt wird, so kann dieses Spiel problemlos im Archiv aufgefunden werden. Daneben werden auch gleichzeitig noch die Goals und andere Highlights ausgeschnitten und wieder zurück auf den Speicher der Produktionsserver geschrieben. Diese Snippets können dann in der Spielpause beim Talk im Studio abgespielt werden. Zudem werden sie in einem separaten Produktionsarchiv abgelegt, um sie dann später für Beiträge und Reportagen benutzen zu können.
Teleclub Highlight Cut - Goals etc. werden fürs Produktionsarchiv herausgeschnitten
In der Schweiz sind die grossen Sportstadien mit dem sog. Starnet via Glasfaserkabel untereinander und mit dem Teleclub Produktions- und Sendezentum in Volketswil verknüpft. Bei jedem grossen Stadion gibt es Glasfaseranschlüsse, an denen die Übertragungswagen angeschlossen werden können. Dank den Glasfaserverbindungen haben die nationalen live Feeds in der Schweiz eine sehr hohe Qualität (ca. 270 Megabit/s pro Kanal). Live Feeds aus dem Ausland kommen hingegen über Satellit. Dafür müssen Satteliten-Transponder gebucht werden, welche teuer sind. Damit nicht so viel teure Bandbreite benötigt wird, werden die Feeds komprimiert und auch möglichst erst relativ kurz vor Spielbeginn gebucht, was dazu führt, dass nicht lange im Vorfeld alles getestet werden kann, was natürlich suboptimal ist. Zudem ist die Qualität der live Feeds über Satellit deutlich niedriger (ca. 25 Megabit/s pro Kanal) als bei den nationalen Glasfaserübertragen.
Daniel Meyer, Technischer Leiter der Teleclub AG, erklärt uns den Aufbau der Sendetechnik
Ein Stromausfall kann dem Teleclub Sende- und Produktionszentrum in Volketswil nichts anhaben. Auf dem Dach des Standortes befindet sich ein Diesel-Generator, welcher auch lange Stromunterbrüche überbrücken kann.
Stromgenerator mit Diesel betrieben auf dem Dach von Teleclub Volketswil
Des Weiteren finden sich auf dem Dach auch noch die Klimaanlage - ein sehr wichtiges Feature, nicht nur für schwitzende Mitarbeiter, sondern vor allem auch zum Kühlen der ganzen Computeranlagen, die wir nachher noch sehen werden - sowie ein paar Satellitenschüsseln zum Empfang von Drittprogrammen.
Klimaanlage sowie Satellitenschüsseln für Drittprogramme auf dem Teleclub-Dach
Da der Dieselgenerator eine gewisse Zeit braucht, bis er angesprungen ist und Strom liefert, übernimmt zuerst ein USV-Einheit (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) die Energieversorgung. Diese sieht aus wie ein Schrank voller Autobatterien, die miteinander verbunden sind. Die USV-Anlagen findet man in zahlreichen Räumen des Teleclub Gebäudes.
USV - Unterbrechungsfreie Stromversorgung - Teleclub Volketswil
Der Teleclub verfügt über beachtliche Computeranlagen, welche durch die USV-Einheiten vor Stromausfall geschützt werden. Ausserdem werden die Computer- und Technikräume durch die Klimaanlage gekühlt, da die ganzen Computersysteme enorme Abwärme produzieren, welche abgeführt werden muss.
Ein Computerraum bzw. Technikraum im Teleclub Zentrum Volketswil
Top Moderner Teleclub Technikraum mit Kalt-/Warmgang Trennung
Im neuen Technikraum wurde eine innovative Warmgang-Kaltgang-Kühlung realisiert. Vorne, wo bei den Computern die Luft angesaugt wird, strömt die kalte Klimaanlagenluft von unten aus dem Boden. Dies ist der Kaltgang. Hinten, wo die Computer die Luft ausströmen lassen, befindet sich der Warmgang. Durch diese Trennung kommt es zu weniger Luftverwirbelungen und es kann wesentlich effizienter gekühlt werden.
Klimaanlage - Kaltgang - kalte Luft von unten
Falls ein Feuer im Computerraum ausbrechen sollte, steht mit Novec 1230 ein innovatives Löschmittel bereit. Dieses strömt bei einem Feuer automatisch aus, wird dabei direkt verdampft und verteilt sich als gasförmiges Löschmittel im gesamten Raum. Den Flammen wird dann Wärme entzogen bis zu einem Punkt, bei dem keine Verbrennungsreaktionen mehr stattfinden können. Es gibt keine nennenswerte Sichtbehinderung beim Ausströmen von Novec 1230, zudem werden anwesende Personen durch das Gas nicht gefährdet. Ausserdem ist es ein nicht korrosives, elektrisch nichtleitendes Löschmittel und verursacht keine Schäden oder Rückstände an der empfindlichen Computer-Ausrüstung.
Löschmittel Novec 1230 in roter Flasche sowie goldene Löschdüse
In den Technikräumen von Volketswil finden sich auch die oben beschriebenen Video-Server. Auf diese wird auch vom Teleclub Studio in Fribourg aus zugegriffen, da die gesamte Technik in Volketswil zentralisiert wurde. Die Signale werden von Volketswil aus via Starnet Glasfaserverbindungen nach Fribourg transportiert, dort in der Senderegie verarbeitet und danach dem Sendezentrum über eine andere Verbindung wieder zurückgeschickt.
Teil der Teleclub Videoserver in Volketswil
Neue Filme für das Teleclub Angebot werden heute hauptsächlich digital über das Internet angeliefert, die Bearbeitung erfolgt in Volketswil. Wenn z.B. bei einem Film noch eine Altersfreigabe vorangestellt werden soll, so wird dies an einem solchen Arbeitsplatz vorgenommen. Am Arbeitsplatz befinden sich der Rechner, die Bildschirme, Eingabegeräte etc., alle Arbeitsplätze wurden letztes Jahr mit dem neuen Apple Mac Pro ausgerüstet. Er braucht wenig Platz und ist vor allem auch extrem leise, so dass er bei der Arbeit nicht stört.
Top moderner Arbeitsplatz bei Teleclub mit dem neuen Apple Mac Pro
Spiderman ist übrigens auch dort
Der Teleclub überwacht zur Qualitätssicherung seine verschiedenen Fernsehkanäle rund um die Uhr. Sollte einmal ein Fernsehbild nicht der gewohnten Qualität entsprechen, ergeht eine Meldung an das Technikerteam und die Fehler werden auch visuell dargestellt. Im folgenden Bild sieht man eine dieser Überwachungsinstallationen mit Set-Top-Boxen, welche auf verschiedene Kanäle eingestellt sind.
Qualitätstest der Teleclub Kanäle
Im Playout des Sendezentrums kann die Qualität der individuellen Kanäle eingesehen werden. Die einzelnen kleinen Kanaldarstellungen können jeweils auch vergrössert dargestellt werden, um eine genauere Prüfung durchzuführen.
Monitorwand im Teleclub Playout: Einzelnen Kanäle können vergrössert werden
Kanal "Junior SD" ist schwarz - dies ist aber um 20:33 Uhr normal, da Sendepause
Hier noch ein weiteres Studio im Teleclub Produktionszentrum Volketswil, in welchem die Talk Sendung "Persönlich" mit Claudia Lässer produziert wird. Ottmar Hitzfeld war offenbar auch schon dort, jedenfalls findet man ein hübsches kleines Foto von ihm im Studio.
Persönlich Studio bei Teleclub in Volketswil inkl. Ottmar Hitzfeld Foto
Und auch das gibt es bei Teleclub in Volketswil: Sprecherkabinen!
Sprecherkabinen Teleclub Schweiz - Produktions- und Sendezentrum Volketswil
Sprecherkabine Teleclub Schweiz - Produktions- und Sendezentrum Volketswil
Wie bereits erwähnt wird grundsätzlich alles archiviert, so auch zum Beispiel die ausgestrahlten Eishockeyspiele. Der Teleclub verfügt über ein Bandarchiv mit einem computergesteuerten Roboterarm. Falls ein spezifisches Eishockeyspiel erneut ausgestrahlt werden soll oder von der Produktion sonst wie verwendet werden muss, sucht das Archivsystem das gewünschte Material auf Anfrage heraus. Anschliessend wird das Material vom Band auf ein Serversystem zurückgespielt, wo es dann weiterverarbeitet werden kann.
Archiv Teleclub mit Roboterarm
Das freut die Teleclubbies ;-)
So, Darth Vader hat nichts mehr zu Naschen und deshalb verabschieden wir uns. Wir danken Daniel Meyer und dem Teleclub Team aus dem Produktions- und Sendezentrum Volketswil für die Führung und die ganzen Erklärungen - wir hoffen, wir haben den Sendeablauf nicht gestört ;-).
Darth Vader ist leider ausgebrannt und hat nichts mehr zu Naschen!
Text und Fotos: Beat Hochheuser für Schaffhausen.net
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