Montag, 12. August 2019

Stars in Town - Samstag 10. August 2019 Rückblick

Fünf Tage voll mit Musik aus den verschiedensten Genres fanden am Samstag mit Amy Macdonald ihren krönenden Abschluss. Zuvor standen Kammgarnstars-Gewinnerin Femi Luna, Dabu Fantastic und Bastian Baker auf der Stars in Town Bühne.
Dabu Fantastic am Stars in Town Festival 2019 auf dem Herrenacker in Schaffhausen - Foto: Patrick Casutt

FEMI LUNA: VON DER KAMMGARN AUF DIE STARTRAMPE AUF DIE HAUPTBÜHNE
Für Femi Luna sind es aufregende Zeiten. Der Sieg beim Kammgarnstars-Finale am 11. Mai war folgenschwer für die junge Künstlerin. Gestern stand sie mit ihrer Band auf der Startrampen-Bühne, inmitten des sehr gut gefüllten Fronwagplatzes. Doch das war erst das Warm-Up für den Abschlussabend. Die Show auf dem Herrenacker vor 6000 Menschen ist eine grosse Sache für die junge Band. Nervosität mischt sich mit Euphorie. Stimmlich lässt sich die junge Singer-Songwriterin nichts anmerken. Wie ein Profi beweist sie sich auf der grossen Bühne.

DABU FANTASTIC: ER HEISST BAKER UND HET KEN ZOPF
Die Zürcher Jungs von Dabu Fantastic gehören mittlerweile zur obersten Liga der Mundartmusik. Zwischen witzigen und gefühlvollen Texten bewegen sich die Musiker mit Leichtigkeit. Frisch Usem Ei kommen Dabu Fantastic getreu ihrem Songtitel vor einem sommerlichen Backdrop auf die Bühne. Doch schon bald perlt ihnen der Schweiss von der Stirn. Sie verausgaben sich und nehmen das Publikum mit. Am textsichersten sind die Besucher natürlich bei Angelina. Ufenand gahts aber nebenand nöd geht den Schaffhausern leicht von den Lippen, auch wenn es in unserem Dialekt etwas anders klingt. Mit dem neuen Mach Der En Name haben Dabu Fantastic einen Track voller Wortspiele zu Schweizer Nachnamen geschrieben. So zum Beispiel: Er isch Jäger und heisst Bär oder sie heisst Amacher und isch Single. Am Nachmittag vor dem Konzert haben sie auf ihren Social-Media-Kanälen extra einen Aufruf gestartet und um lokale Nachnamen gebeten. Daraus haben die Musiker eine neue zweite Strophe kreiert. Diesem Aufruf ist auch Bastian Baker gefolgt. Deswegen kriegt er in jener Strophe die Line: Er heisst Baker und het ken Zopf. Ihre Liebe zu älteren Schweizer Künstlern ist offensichtlich. So zum Beispiel als sie ihr Medley, bestehend aus Memphis, Sunne und Berlin Rumpelstilz und Polo Hofer widmen.

BASTIAN BAKER: EIN HAUCH BRADLEY COOPER VOM STAMMGAST
Der Lausanner Singer-Songwriter ist zusammen mit Pegasus Rekordhalter in Sachen Auftritten am Stars in Town. Bereits in den Jahren 2012 und 2015 war er zu Gast auf dem Herrenacker. Wenn man sich alte Fotos von seinem ersten Gastspiel ansieht, merkt man, dass seither doch einige Jahre vergangen sind. Der Sänger ist reifer geworden und ist gefühlt mehrfach um die Welt gereist. Als Tour-Support von Shania Twain hat er vor riesigen Zuschauermengen gespielt. Das hat Baker noch mehr Sicherheit gegeben. Mit einer natürlichen Lockerheit wickelt er die Schaffhauser bei seinem dritten Besuch um den Finger. Nach dem Dauerregen beim letzten Auftritt am Stars in Town kann er nun bei angenehmen Temperaturen und in schönster Abendstimmung performen. Wie auch bei Pegasus spürt man, durch die wiederkehrenden Auftritte, die Verbindung zwischen Künstler und Publikum. Das gilt für eigene Songs wie Lucky oder I’d Sing for You genauso wie für Shallow, einem Cover aus dem Oscar-prämierten Film A Star Is Born mit Bradley Cooper und Lady Gaga.

Wenn er nicht Musiker geworden wäre, hätte Bastian Baker als Eishockeyspieler Karriere gemacht. Bei einer speziellen Verlosung von Meet & Greets mit dem Sänger kann er diese Ära wieder aufleben lassen. Mit einem Hockeyschläger bevördert er Bälle ins Publikum. Wer ihn fängt, gewinnt ein Treffen mit Bastian Baker. Das nach dem Konzert stattfindende Treffen muss aber etwas länger warten, denn Baker entscheidet sich spontan noch einen Song anzuhängen, der auf der Setlist nicht eingeplant gewesen wäre.

AMY MACDONALD: NEUER LOOK, GLEICHER CHARME
Vor fünf Jahren verzauberte Amy Macdonald Schaffhausen schon einmal. Die Vorzeichen sind dieses Jahr dieselben. Wiederum schliesst die Schottin das Festival ab und wieder hat sie ihren Abend ausverkauft. Verändert hat sich nur ihr Look. 2014 trat sie mit dunkeln Haaren und schwarzen Lederhosen auf, heute ist sie blond geworden und trägt schwarze Jeans. Aber der Akzent ist noch immer gleichzeitig schwer verständlich und wahnsinnig charmant.

Mit Woman Of The World eröffnet sie ihre Show. Dies ist auch der Titel ihres aktuellen Best-of-Albums. Seit 2007 ist Amy Macdonald in der Schweiz so erfolgreich, wie in keinem anderen Land – und das natürlich völlig zurecht. Songs wie Spark oder Mr. Rock & Roll muss man einfach lieben. Live ist die Stimme der 31-jährigen sogar noch beeindruckender als bei den Studioaufnahmen. Zu Poison Prince enzündet sich vom oberen Bühnenrand ein Funkenvorhang, der die Musiker in magisches Licht taucht. Macdonald spielt sich quer durch ihre Alben und greift dabei auch immer wieder auf das beliebte Debüt This is The Life zurück. So spielt sie sowohl das ruhige Run als auch das treibende Barrowland Ballroom. Natürlich fehlt ebenfalls der Titelsong des Debüts nicht. Bei This is the Life gibt es kein Halten mehr. Alle Besucher scheinen mit diesem Song eine Erinnerung zu verbinden, in welcher sie nun schwelgen. Nach Down By the Water vom aktuellen Album Under Stars gibt es zum Abschluss noch einmal einen Klassiker. Let’s Start A Band beschliesst das Stars in Town 2019 stimmungsvoll.

Text: Christian P. Meier / Stars in Town

Samstag, 10. August 2019

Interview mit Raphael Hunziker - Tickethändler

Raphael Hunziker ist Tickethändler - Im schaffhausen.net Interview mit Beat Hochheuser erklärt er, wie sein Business-Modell funktioniert und wie man sich vor nicht funktionierenden Tickets schützt:

Stars in Town - Freitag 9. August 2019 Rückblick

Mit einer vollen Ladung Hip-Hop wurde gestern das Wochenende eingeläutet. Wenn man die aktiven Jahre der drei Acts zusammenzählt kommt man locker über sechzig. Mit dieser Erfahrung und einer grossen Portion Beats feierten die Besucher auf dem Herrenacker eine Party mit den Beginnern, Fettes Brot und Stress.

Beginner am Stars in Town 2019 auf dem Herrenacker in Schaffhausen - Foto: Julis Hatt / sit

STRESS: NOCH IMMER DER HÖFLICHSTE RAPPER DER SCHWEIZ
Auch 16 Jahre nach seinem Debüt-Album spricht Andres Andrekson alias Stress mit einem wunderschönen französischen Akzent Deutsch. Und wie schon zu Beginn seiner Karriere siezt er seine Fans noch immer. Egal ob er fragt: Haben Sie Lust zu tanzen? oder fordert Kommen Sie ein bisschen näher, er tut es in der Höflichkeitsform. In den letzten Jahren ist es etwas ruhiger um den Lausanner Rapper geworden. Doch kaum ist er wieder auf der Bühne, spürt man seine Energie wie eh und je. Auch seine Crew ist dieselbe geblieben. Noch immer singt Karolyn wunderschöne Vocals und MAM unterstützt ihn beim Rappen. Ohne die beiden wäre Stress nicht er selbst. Titel wie Rester Soi-Même, Elle oder die Umwelt-Hymne On n’a Qu’Une Terre haben nichts an Kraft verloren. Noch immer ist Stress einer der vielseitigsten Schweizer Rapper in diesem Land. Als erster Act am diesjährigen Stars in Town bekommt er sogar einen Moshpit vor der Bühne. Als Kreis-Koordinator hat er Colin auserwählt. Auf das Kommando Colin, Kreis! wird dieser zum Zentrum des Pits. Auch wenn sich der Rapper eher Auftritte in Dunkelheit gewöhnt ist, so schafft er es auch im Tageslicht die Stimmung richtig aufzuheizen.

FETTES BROT: FEIERN MIT DER FREITAGS-CROWD
Das wird keine wackelige Angelegenheit, bemerken Dokter Renz, König Boris und Björn Beton schon sehr schnell. Das Wochenende steht vor der Tür und entsprechend euphorisch ist das Schaffhauser Publikum. Seit 1992 hat das Hamburger Trio Hip-Hop-Klassiker geschrieben. Zwei der bekanntesten folgen direkt aufeinander. Emanuela und Jein sind ein starkes Doppel. Erfreulich ist zu sehen, dass bei Fettes Brot nicht, wie bei anderen Combos aus diesem Genre, die Bläser-Sounds aus der Konserve kommen, sondern von einer richtigen Band. Das klingt nicht nur besser, sondern sieht auch richtig gut aus. In witzige Songs verpacken Fettes Brot teilweise ernste Themen. Was nach Klamauk klingt, ist oft ein Appell an das gute Benehmen oder gegen Sexismus. Das neuste Beispiel ist jedoch direkter. Du driftest nach rechts ist eine klare Aussage gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft. Fettes Brot machen Partymusik mit Haltung.

Wie zahlreiche der anderen Acts aus dem Line-Up waren auch Fettes Brot am Nachmittag noch im Rhein schwimmen. Sie benutzen diesen Ausflug für kleine Sticheleien untereinander und gegen das Publikum. König Boris denunziert Dokter Renz: Er dachte, das sei die Elbe. Und der gibt ans Publikum weiter: Ich wusste gar nicht, dass der Rhein durch Österreich fliesst. Auch 27 Jahre nach der Gründung sind die Rapper im Kopf noch die Jungs geblieben, die sie damals waren. Zum Abschluss gibt es eine auf Schaffhausen umgemünzte Version von Frank Sinatra’s My Way, die fliessend in den 1996er-Hit Nordisch by Nature übergeht.

BEGINNER: RÜCKKEHR IN VOLLER STÄRKE
Vor fünf Jahren war Jan Delay mit seiner Band Disko No 1 bereits als Headliner am Stars in Town zu Gast und feierte mit seinen Solo-Songs wie Oh Johnny oder Klar eine wilde Party. Seine Beginner-Buddies Denyo und DJ Mad sorgten damals an der Afterparty in der Kammgarn für eine wilde Nacht. Doch zum Festival-Jubiläum kommen die drei in der Ur-Formation nach Schaffhausen und starten mit dem Comeback-Track Ahnma. Das war die erste Single vom Album Advanced Chemistry von 2016. Dies war die erste Beginner-Platte nach einer Pause von 13 Jahren. Doch auch Tracks aus den späten 90er-Jahren, als sie sich noch Absolute Beginner nannten, stehen auf dem Programm. Hammerhart sogar schon als zweites Stück im Set. Torch von der Heidelberger Hip-Hop-Formation Advanced Chemistry, namensgeber für das neuste Werk der Hamburger, rappt für mehrere Songs in die Reihen der Beginner. Die Baden-Württemberger waren 1987 einer der ersten deutschen Hip-Hop-Acts überhaupt, wodurch sie grossen Einfluss auf Jan Delay und seine Jungs hatten. Diese powern weiter mit Fäule und Füchse. Kaum zu glauben, dass diese Songs schon über 16 Jahre auf dem Buckel haben.

Bevor die Posse weiter in die Kammgarn zieht, geben sie noch ihr Liebeslied zum besten und verabschieden sich bei Danke vom Herrenacker. Für die drei Jungs ist die Nacht noch jung und es zieht sie nur ein paar Häuser weiter. Wieder geht es direkt im Anschluss in die Kammgarn zur Afterparty.

Text: Christian P. Meier / Stars in Town

Stars in Town - Donnerstag 8. August 2019 Rückblick

Schon sehr früh war der Festival-Donnerstag ausverkauft. Die Publikumslieblinge Rea Garvey, Alvaro Soler und Max Giesinger trafen sichtlich den Nerv des geneigten Festivalbesuchers – und diese wurden nicht enttäuscht. Alle drei Acts boten auf ihre Weise eine aussergewöhnliche und mitreissende Show.
Rea Garvay live am Stars in Town 2019 auf dem Herrenacker in Schaffhausen - Foto: Julius Hatt / sit

MAX GIESINGER: NEUE BEKANNTSCHAFTEN AM HITZETAG
Max Giesinger ist kein typischer Opening-Act, längst ist er über diesen Punkt hinausgewachsen. Nachdem er in der ersten Staffel von The Voice of Germany den vierten Platz belegte, bog er in Eigenregie auf die Überholspur ab. So erfolgreich er mit seinen Liedern war, immer wieder wurde der Sänger für seine Pop-Songs belächelt. So auch bei der Parodie Menschen Leben Tanzen Welt vom deutschen Satiriker Jan Böhmermann. Darin liess Böhmermann mit zufälligen Worten auf Zetteln einen Songtext von Schimpansen aus dem Zoo zusammenstellen, der in etwa die Tiefe eines Giesinger-Tracks habe. Doch der Sänger nahm diesen Seitenhieb mit Humor und besuchte Böhmermann sogar auf dessen Tour für ein gemeinsames Duett. Damit konnte er die Aktion umdrehen und neue Fans gewinnen, die ihm diese Oberflächlichkeit ebenfalls unterstellt hatten.

Auch in Schaffhausen holt er Leute perfekt ab, die ihn noch nicht kennen. Als er durchs Publikum läuft, meint er entwaffnend: Ja, ich bin tatsächlich so klein. Falls ihr mich nicht seht, ich bin die Hand hier. Vor seinem Hit Wenn sie tanzt hat sich der Sänger noch eine ganz spezielle Aktion einfallen lassen. Eine Besucherin darf auf einem bequemen Sessel Platz nehmen und ein Gläschen Prosecco geniessen. Dabei kann sie Zettel aus einem Rucksack ziehen, auf dem verschiedene Songs stehen. Diese versucht Giesinger dann aus dem Stehgreif so gut wie möglich zu performen. Abwechslungsreicher könnte die Mischung wohl kaum ausfallen. Auf Coolio’s Gangsta’s Paradise, folgt die Schnulze If You Don’t Know Me By Now von Simply Red und als Sahnehäubchen Sonne von Rammstein. Dafür darf sogar noch sein Backliner oben ohne als Gitarrist einspringen.

ALVARO SOLER: SÜDLÄNDISCHES TEMPERAMENT TRIFFT SCHWEIZER APPLAUS
In Spanien und Italien ist Alvaro Soler längst ein Star. Mit seinen spanischen Songs erreichte er bei unseren südlichen Nachbarn mit seinem Debüt gar Platin-Status. In der Schweiz wurde er vor allem durch seinen Sommerhits La Cintura und Sofia bekannt, die er am Stars in Town natürlich auch präsentiert. Er meint, in Interviews werde er oft gefragt, was für ihn die grössten Unterschiede zwischen der Schweiz und Spanien oder Italien seien. Soler scheint dazu eine richtige Studie gemacht zu haben. Hierzulande hören die Leute aufmerksam zu und je nachdem ob ihnen ein Song gefallen hat, klatschen die Schweizer etwas euphorischer oder länger. In Italien hingegen klatschten die Leute drei mal in die Hände und werden ungeduldig, weil sie den nächsten Track hören möchten. Mit den Applausen, wie er sie nennt, bewertet er auch in Schaffhausen, wie seine einzelnen Songs ankommen.

Begleitet wird Alvaro Soler von einer stattlichen Band mit einer unglaublichen Spielfreude und einer Vielzahl an Instrumenten. Vielleicht haben die Musiker ihre unbändige Energie beim Besuch des Rheinfalls getankt, wo sie am Nachmittag eine Abkühlung genossen haben. Obwohl das Piano-Stück Nino Perdido nicht ins übliche Festival-Set gehört, bringt er es am Stars in Town dennoch auf die Bühne. Die Komposition wird wunderschön von einer Violinistin begleitet. Mit seiner südländischen Musik trägt Alvaro Soler ein Genre auf den Herrenacker, welches bisher nur im Jahr 2012 mit Rodrigo Y Gabriela vertreten war und setzt damit einen exotischen Farbtupfer im Festival-Line-Up.

REA GARVEY: GEFÜHLE ZWISCHEN STADION UND IRISH PUB
Er ist nicht nur Coach bei The Voice of Germany und bildet Entertainer aus, er ist auch selbst ein Naturtalent in diesem Bereich. Rea Garvey wirkt souverän und locker zugleich. Mit Reamonn feierte der Ire in den frühen 2000er-Jahren riesige Erfolge und sorgte für zahlreiche Ohrwürmer. Damals sprach er ausschliesslich Englisch. Mittlerweile ist er mit charmantem Akzent zu einwandfreiem Deutsch gewechselt. Nicht nur mit seinem Gesang wird Garvey an diesem Abend seinem Headliner-Status gerecht, auch die Ansagen sind auf höchstem Niveau. So meint er zum Beispiel, er habe sich sehr gefreut, als er erfahren habe, dass sein Abend am schnellsten ausverkauft gewesen sei und dass diese Tickets die beliebtesten waren. Dann habe er mitbekommen, dass auch Alvaro Soler und Max Giesinger spielen. Und kurz vor dem Konzert sei ihm im Korridor Soler aus der Dusche entgegen gekommen – halbnackt. Darauf meint der bärtige Sänger mit Schalk im Nacken: Mann, ich sage euch, da hätte ich auch ein Ticket gekauft.

Immer wieder betont er seine enge Beziehung zur Schweiz. So begrüsst er auch zwei wichtige Menschen, die hierzulande von Anfang an an ihn glaubten. Diese zwei, Susi und Carlo von Universal, haben ihm vor der Show am Stars in Town die goldene Schallplatte für sein neustes Album Neonüberreicht. Musikalisch wechselt Rea Garvey spielerisch von der Atmosphäre eines Stadion-Konzerts zum schummrigen Irish Pub. Mit dem Song Can’t Say No versetzt er die Zuhörer gefühlt in eine laute Bar mitten in Dublin, auch wenn Garvey selbst in einem kleinen Dorf aufgewachsen ist. Nach eigenen Worten ist es so winzig, dass wenn einer wegzieht, die Hälfte schon weg ist. Nach einem Ausschnitt der Rede von Greta Thunberg anlässlich der Klimakonferenz in Polen spielt er mit Through The Eyes Of A Child einen seiner grössten Reamonn-Hits, der im Hinblick auf die Fridays for Future-Bewegung aktueller ist denn je. Ebenfalls aus dieser Ära folgt eine Akustik-Version von Tonight – ein Lied für die LED-Lichter an den Smartphones.

Text: Christian P. Meier / Stars in Town

Donnerstag, 8. August 2019

Stars in Town - Mittwoch 7. August 2019 Rückblick

Wer sagt, dass Regen die Stimmung negativ beeinflusst? Der Mittwoch am Stars in Town bewies klar das Gegenteil. Bands und Publikum harmonierten vom ersten bis zum letzten Ton. Die Niederschlag erprobten Briten übertrugen ihre positive Energie auf das gesamte Festival.
Bastille live am Stars in Town 2019 auf dem Herrenacker in Schaffhausen - Foto: Julius Hatt / sit

LEWIS CAPALDI: DER SCHOTTE SPIELT SCHON JETZT IN DER CHAMPIONS LEAGUE

Der 22-jährige Lewis Capaldi befindet sich momentan auf dem steilen Weg nach oben. Wer seine Song im Radio hört, würde den Schotten jedoch vielleicht falsch einschätzen. Die gefühlvollen Kompositionen stehen im Kontrast zu seinem Auftreten. Capaldi ist mindestens genau so sehr ein Comedian, wie er Musiker ist. Vor allem ist er aber eins – unglaublich sympathisch. Statt sich zu ernst zu nehmen oder eitel zu zu sein, nimmt sich der Sänger lieber selbst auf die Schippe – so zum Beispiel wenn er sein kleines Bäuchlein anspricht. Mit einem Intro gemischt aus Champions-League-Melodie und dem Naughty By Nature-Song Here Comes The Money entert er mit Stil die Bühne und setzt mit dem ersten Ton des Openers Grace ein Ausrufezeichen. Diese Stimme ist einfach grandios. Zwischen seinen Stücken unterhält der Sänger die Zuschauer mit witzigen Sprüchen und seinem wunderbar schottischen Akzent.

Capaldi wird kurz zum Fanboy, als er ein James-Bay-Plektrum auf der Bühne findet. Dieser hatte vier Stunden zuvor bereits vor einigen Fans einen ausgiebigen Soundcheck abgehalten. Nach dem Klassiker-Abend übernimmt die junge Generation an Künstlern das Zepter und die Leichtigkeit ist spürbar. Leidenschaft ohne Allüren ist beim gesamten Line-Ups des Abends angesagt. Dazu erlebt das Stars in Town als Opener einen Lewis Capaldi, der völlig zurecht kurz vor dem Durchbruch steht.

JAMES BAY: IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT
Bei der Tour zu seinem Debütalbum kannte jeder James Bay nur mit Hut. Hold Back The River war omnipräsent und irgendwie brachte man das Bild von Johnny Depp und Jack White nicht aus dem Kopf, wenn man den Engländer sah. Mit seinem zweiten Album Electric Light hat er 2018 den Hut abgelegt und sieht jetzt sogar noch mehr wie seine berühmten Doppelgänger aus. Am Stars in Town beweist er, dass auch ruhige Musik auf dem Herrenacker funktioniert. Die hohe Publikumsbeteiligung zaubert Bay ein Strahlen ins Gesicht. Der Gesang der Fans klingt so harmonisch, wie die Stimme des Sängers selbst und ist vorwiegend in weiblicher Tonlage.

Wie eingangs erwähnt, hat sich James Bay mit seiner Band am Nachmittag lange Zeit für den Soundcheck genommen und den Applaus der glücklichen, kleinen Fanschar vor der Bühne sichtlich genossen. Optisch wirkt der Künstler selbst wie seine Musik. Auf den ersten Blick bescheiden, gefühlvoll und zerbrechlich, aber jederzeit bereit, um diese Mischung in eine Welle der Energie umzuwandeln. Mit jener Rezeptur knackt Bay den bisherigen Applausrekord am Stars in Town 2019.

BASTILLE: KEINE SCHÖNWETTER-TOURISTEN
Nach Mando Diao im Jahr 2012 sind Bastille der zweite Headliner aus dem Indie-Segment. Dass die sympathischen Engländer den Regen gewöhnt sind, bewiesen sie bereits bei ihrem Nachmittags-Ausflug auf den Rheinfall-Felsen. Mit Pelerinen trotzten sie den widrigen Umständen und liessen ihre Stimmung vom Dauerregen nicht im geringsten trüben. Von der frischen Luft energetisiert, treten sie vor ihre Fans. Sänger Dan Smith steigt schon nach dem Opener Quarter Past Midnight auf eine grosse Drehschreibe und lässt sich im Kreis schwingen, wie ein Uhrzeiger auf dem Ziffernblatt. Überhaupt spielt das Thema Zeit im Bühnendesign, wie auch auf in Teilen der Songs eine wichtige Rolle.

Nach dem Einsatz einer Konfetti-Kanone zu Happier, sucht sich Dan Smith bei Flaws seinen Weg ins Publikum – wohl gesagt im Pullover in den strömenden Regen. Und er läuft nicht nur kurz zur ersten Reihe, er wandert während des gesamten Songs quer über den Platz. Zwar ist der Sänger auch schon früher nicht vor Regen zurückgeschreckt, doch als er 2014 am Openair St. Gallen einen ähnlichen Ausflug gewagt hat, hat er sich immerhin vorher einen Regenmantel und Stiefel angezogen.

Text: Christian P. Meier / Stars in Town

Stars in Town - Dienstag 6. August 2019 Rückblick

Die Aussichten auf Tag 1 des Jubiläumsfestivals sahen nicht wirklich rosig aus. Gewitter- und Sturmwarnungen waren im Vorfeld ein mindestens so grosses Gesprächsthema wie die Bands selbst. Zum Glück zog das Unwetter jedoch wie so oft einen Kreis um Schaffhausen und die Stromgitarren konnten ohne nennenswerten Niederschlag von der Bühne heulen.
Die Scorpions am Stars in Town 2019 - Foto: Julius Hatt / Stars in Town

CRYSTAL BALL: EIN LEBEN FÜR DIE MUSIK
Die Luzerner Band Crystal Ball lebt für, aber noch nicht komplett von der Musik. Ihren Traum haben sie aber seit 20 Jahren nicht aus den Augen verloren. Gestern konnten sie sich am Eröffnungsabend des 10. Stars in Town mit den Scorpions und Europe die Hauptbühne teilen, wobei vor allem der Headliner schon immer eine grosse Inspirationsquelle für die Schweizer Band war. Das erste, was man von Crystal Ball in Schaffhausen sieht, ist ein breit grinsender Schlagzeuger mit wunderbarer goldener Mähne. Ihm folgen die restlichen Musiker, allen voran Sänger Steven Mageney. 2013 stiess der Wuppertaler zur Formation. Mit rotem Sakko und Sonnenbrille gibt er das Tempo vor. Beim Auftritt von Crystal Ball ist auf dem bereits sehr gut gefüllten Platz alles dabei. Wehende Mähnen treffen auf zweistimmige Gitarrensoli und einen Entertainer in schwarzen Lederhosen am Mikrofon.

EUROPE: HIER FLIESST DER ROCK DURCH DIE ADERN
Diese Bühnenpräsenz kann man sich nur durch jahrelange Erfahrung erspielen. Europe-Sänger Joey Tempest tritt hinters Mikrofon und es umweht ihn sofort die Aura eines Rockstars. Der Schwede trifft noch immer jeden Ton und sprüht vor Energie. Für Schaffhausen hat er sich sogar noch einige Insider-Sprüche angeeignet. So lobt er mit den Worten Bloss e chlini Stadt – what a great festival das Stars in Town.

Die Line-Up-Abfolge des Eröffnungsabends ist clever gewählt. Bei Europe stehen Crystal Ball inmitten des Publikums und singen deren Texte mit, Europe wiederum erzählen, dass sie mit Bands wie Thin Lizzy, Deep Purple und den Scorpions aufgewachsen sind. Der Herrenacker vereint die verschiedenen Rock-Generationen harmonisch miteinander. Nicht nur Hits wie Rock The Night oder Carrie kommen beim Schaffhauser Publikum gut an, auch die schnellen Songs mit hohem Keyboard-Anteil sorgen für ein Meer an Händen in der Luft. Aber einen besseren Abschluss für ein Konzert, als den Überhit The Final Countdown gibt es wohl kaum.

SCORPIONS: MELODIEN FÜR DIE EWIGKEIT
Seit 2010 haben schon viele Bands ihre Hymnen auf den Herrenacker gebracht. Immer wieder ist es ein spezielles Gefühl, diese unsterblichen Songs zwischen den hohen Gebäuden zu hören. Sei es Lady in Black von Uriah Heep, Insomnia von Faithless, Sommer of ’69 von Bryan Adams oder Wind of Change von den Scorpions. Die Formation um Klaus Meine gehört noch heute zu den ganz Grossen im Geschäft. Wer schon die selbst zu Legenden gewordenen Iron Maiden als Vorband im Programm hatte, der hat schon alles erreicht. Die unverkennbare Stimme von Meine kommt vor allem bei der Akustik-Version von Send Me An Angel besonders zu tragen. Beim anschliessenden Wind of Change steht das Schlagzeug passenderweise auf einer Nachbildung der Berliner Mauer. Diese Komposition wird unwiderruflich mit der Wiedervereinigung Deutschlands in den Köpfen der Menschen bleiben und beim ersten Pfeifen erkennt sie jeder.

Doch nach zwei Balladen wollen die Headliner zeigen, dass die ruhigen Songs im Set eher Ausnahmen sind. Mit einem wilden Medley und einem ausufernden Schlagzeug-Solo befeuern die Scorpions den vollgepackten Herrenacker. Zum Abschluss gibt es als Zugabe mit Rock You Like A Hurricane den Sturm, wie er sein soll – nämlich von der Bühne und nicht vom Himmel. Der Eröffnungsabend der Jubiläumsausgabe ist mit Wetterglück und grossen Hymnen zu Ende gegangen.

Quelle Text: Christian P. Meier / Stars in Town

Stars in Town erfolgreich in neue Ausgabe gestartet

Das Stars in Town Festival in Schaffhausen auf dem Herrenacker ist erfolgreich in die Jubiläumsausgabe gestartet. Die zehnte Ausgabe wurde durch die Bands Cristal Ball, Europe und Scorpions eingeläutet. Die Scorpions waren die teuerste Band, welche von Stars in Town je gebucht worden ist. Mit zahlreichen Hits sorgten sie für erstklassige Stimmung auf dem Herrenacker und liessen das etwas feuchte Wetter schnell vergessen. Über 500 freiwillige Helfer machen das Festival jedes Jahr überhaupt erst möglich. Ohne sie wäre eine Durchführung undenkbar.
Über 500 Helfer stehen am Stars in Town 2019 im Einsatz
Am Mittwoch ging es weiter mit Bastille, James Bay und Lewis Capaldi. Bastille aus Grossbritanien überzeugten mit einer perfekt inszenierten Pop Show und heizten dem Publikum ordentlich ein. Von einem grossen Display mit Animationen unterstützt zeigte Sänger Daniel Campbell Smith auf der Bühne auch regelmässig starken Körpereinsatz. James Bay präsentierte sich vielfältig mit Rock, Pop, Folk und Blues. Den Startschuss am Mittwoch gab Lewis Capaldi aus Glasgow. Mit Balladen sowie Rock und Soulsongs zog der regenerprobte Sänger das Publikum schnell in seinen Bann.

Wer noch kurz einen Blick hinter die Kulissen des Stars in Towns werfen möchte, kann das hier tun:



Heute, Donnerstag, geht es hochkarätig weiter mit Rea Garvey, Alvero Soler und Max Giesinger. Wir sehen uns am Stars in Town :-)

Montag, 5. August 2019

Stars in Town 2019 - morgen geht's loooos

Morgen, Dienstag 6. August 2019, startet die zehnte hochkarätige Ausgabe des Stars in Town Festivals in Schaffhausen. Jeweils um 17:30 Uhr und am Samstag bereits um 16:30 Uhr öffnet das Festival die Türen zum Herrenacker.
Die zehnte Ausgabe des Stars in Town Festivals auf dem Herrenacker in Schaffhausen
Auch Street Food wird dieses Jahr am Stars in Town wieder grossgeschrieben. Auf den Eventplätzen Fronwagplatz und Herrenacker wird abermals nicht nur Genuss für Augen und Ohren, sondern auch für den Gaumen geboten.
Stars in Town 2019 bietet wiederum ein grosses Food Festival

Programm auf der grossen Bühne (Herrenacker):

Dienstag 6. August 2019:
SCORPIONS
EUROPE
CRYSTAL BALL


Mittwoch 7. August 2019:
BASTILLE
JAMES BAY 
LEWIS CAPALDI 

Donnerstag 8. August 2019:
REA GARVEY
ALVARO SOLER
MAX GIESINGER


Freitag 9. August 2019:
BEGINNER
FETTES BROT
STRESS


Samstag 10. August 2019:
AMY MACDONALD
BASTIAN BAKER
DABU FANTASTIC
FEMI LUNA

Selbstverständlich hat auch die Startrampe auf dem Fronwagplatz wieder einiges zu bieten. Diese Konzerte können kostenfrei angeschaut werden.
Die Stars in Town Startrampe auf dem Fronwagplatz in Schaffhausen

Programm Startrampe Stars in Town 2019:

Dienstag 6. August 2019:
MIDCRISE LIARS - 16.00 bis 16.30 Uhr
TOO MAD - 16.50 bis 17.30 Uhr
OBACHT OBACHT - 17.50 bis 18.30 Uhr
THE RULE - 18.50 bis 19.30 Uhr
ELIO RICCA - 19.50 bis 20.40 Uhr
ANDREA BIGNASCA - 21.00 bis 22.00 Uhr


Mittwoch 7. August 2019:
DAENS - 16.25 bis 17.05 Uhr
AVA - 17.25 bis 18.05 Uhr 

MESSINA - 18.25 bis 19.05 Uhr 
BENJAMIN AMARU - 19.25 bis 20.25 Uhr
BLACK SEA DAHU - 20.45 bis 22.00 Uhr

Donnerstag 8. August 2019:
MEL - 16.00 bis 16.40 Uhr
FEMI LUNA - 17.00 bis 17.40 Uhr

JEFFREY ABREGO - 18.00 bis 18.40 Uhr
 BLACK CAT’S SMOKING - 19.00 bis 19.40 Uhr
DELIRIOUS MOB CREW - 20.00 bis 20.40 Uhr
JULDEM - 21.00 bis 22.00 Uhr

Freitag 9. August 2019:
NORDIK CHILI - 16.15 bis 16.55 Uhr
RIANA - 17.15 bis 17.55 Uhr
KUPUS - 18.15 bis 18.55 Uhr
STREET CORNER TALKING - 19.15 bis 19.55 Uhr 
PRINCE JELLEH - 20.15 bis 20.55 Uhr
MEGAN - 21.15 bis 22.00 Uhr

Samstag 10. August 2019:
GHOST LAGOON - 16.00 bis 16.40 Uhr
SPECIFIC OCEAN - 17.00 bis 17.40 Uhr
FLORIAN SUMMER - 18.00 bis 18.40 Uhr
GINA ÉTÉ - 19.00 bis 19.40 Uhr
DENNIS KISS & THE SLEEPERS - 20.00 bis 20.40 Uhr
COLD READING - 21.00 bis 22.00 Uhr



Es ist also wieder einiges los in der Munotstadt. Lasst euch dieses Ereignis auf keinen Fall durch die Lappen gehen. Wir sehen uns am Stars in Town :-)
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