Man hört es überall, der Ausgang in Schaffhausen sei nicht mehr das, was er mal war. Es kämen weniger Leute in den Ausgang, die Umsätze würden zurückgehen etc. Tatsächlich scheint im Schaffhauser Ausgang weniger los zu sein als noch vor ein paar Jahren. Doch wo sind all die Leute hin, wo sind sie geblieben? Wir haben uns in der Munotstadt umgehört und möchten hier ein paar mögliche Gründe aufzeigen, die uns von verschiedensten Seiten genannt wurden. Vermutlich gibt es nicht den einen Grund, sondern es spielen verschiedenste Faktoren zusammen. Was meint ihr dazu? Eure Inputs gerne per Email oder Kommentar.
1. Man geht nicht mehr in Schaffhausen in den Ausgang, sondern nach Zürich
Für die Richtigkeit dieser These spricht, dass die SBB ihr Angebot an Nachtzügen extrem erweitert hat. Früher etwa gab es am Wochenende um 4:00 Uhr in der Nacht gar keinen Zug von Zürich nach Schaffhausen. Dies wäre aber häufig genau die richtige Zeit gewesen. 3:00 Uhr ist zu früh, schliesslich muss man auch erstmal von der Ausgangs-Location an den Bahnhof kommen und diese somit bereits so um 2:30 Uhr verlassen. 5:00 Uhr war vielen hingegen schon wieder zu spät. Es fehlte der genau richtige Zug, hier hat die SBB nachgebessert. Dafür spricht weiter, dass die Züge sehr gut gebucht sind, es scheint also tatsächlich viele Schaffhauser zu geben, welche das grössere Angebot in Zürich schätzen und nutzen. Dagegen spricht hingegen, dass die Gastronomen in Zürich ebenfalls sagen, es sei heute weniger los als früher. Trotzdem scheint der Besucherfluss von Schaffhausen nach Zürich zugenommen zu haben, was den Schaffhauser Lokalitäten natürlich Publikum entzieht.
2. Für eine Party mit DJ sind die Leute heute nicht mehr bereit Eintritt zu bezahlen
Dafür spricht, dass Bars mit DJ und Gratiseintritt heute am Wochenende sehr gut laufen. Als Beispiel sei der Cuba Club genannt. Seit dem Umbau ist hier grundsätzlich volles Haus. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren etwa das Domino und das Tabaco - hier kann man gratis rein, drin legt ein DJ auf. Vielen Ausgängern reicht das schon, dass ein DJ dort ist, Musik auflegt und sie etwas zu trinken an der Bar bestellen können. Sie sind nicht bereit, in den Clubs für bekanntere DJs einen Eintritt von z.B. 15 Fr. zu bezahlen. Da trinken sie für das Geld lieber zwei weitere Biere in den Bars mit Gratiseintritt. Selbstverständlich gibt es aber nach wie vor Partyreihen mit DJ und Eintritt, die sehr gut laufen, wie etwa die Bravo Hits Party im Kammgarn. Die Partyreihe gab es in der Kammgarn übrigens früher schon, damals hiess sie "Back to the Future" und war niemals so voll wie heute. Durch die Umbenennung in "Bravo Hits Party" und mehr Werbung kam ab der ersten Ausgabe der Neuauflage der Erfolg. Manchmal braucht es nur wenige Änderungen an einem Konzept, um es so richtig zum Laufen zu bringen.
3. Wer Facebook hat, kann zu Hause bleiben und ist trotzdem dabei
Über die Sozialen Medien wie Facebook, Instagram und co. kann man von Zuhause aus verfolgen, was die Freunde machen, ohne vor Ort dabei zu sein. Früher hat man zum Feierabend-Bier abgemacht, um sich zu erzählen, was unter der Woche so gelaufen ist - heute weiss man es schon von Facebook her. Das mag vielleicht ein paar Leute betreffen, aber so wirklich überzeugt mich dieses Argument nicht. Gamer, die nie in den Ausgang kommen und den Abend lieber mit dem Computer verbringen, gab es auch früher schon. Wenn man das Ausgangs-Gen besitzt, geht man auch in den Ausgang, ob man nun Facebook hat oder nicht.
4. Früher ging man in die Disco, um neue Musik zu entdecken, heute gibt es Spotify
Dank Internet-Radios und co. kann jedermann zu Hause genau die Musikrichtung hören, die er mag und bekommt ständig neues Musikstücke genau nach seinem Geschmack zugespielt. Früher ging man noch in den Ausgang, um neue Musikstücke zu entdecken, da die analogen Radiosender primär Mainstream spielten. Mag etwas Wahres dran sein, aber wahrscheinlich gibt es dann doch nicht so viele, welche den Freitag- und Samstagabend zu Hause mit Internetradio und co. verbringen.
5. Fitnessstudios und Körperkults sind in - durch Bier gefährde ich meinen Waschbrettbauch
Eine weitere Theorie, die mir zu Ohren gekommen ist. Fitnessstudios boomen wir nie zu vor und wer sich mühsam schöne Bauchmuskeln antrainiert hat, möchte diese nicht durch Bierkonsum aufs Spiel setzen. Nüchterner Ausgang macht auch keinen Spass, also bleibt man lieber gleich ganz zu Hause.
6. Demographische Entwicklung - Es gibt weniger junge Leute in Schaffhausen
Schaffhausen wird immer älter, es gibt seit Längerem weniger Kinder und somit auch weniger junge Leute in der Stadt. In den Ausgang gehen aber prinzipiell jüngere Leute. Weil es weniger Junge gibt, gehen auch weniger in den Ausgang.
7. Das Angebot hat stark zugenommen
Auch dieser Grund wird häufig genannt. Den Güterhof gab es früher beispielsweise gar nicht, heute finden dort an den Wochenenden regelmässig grosse Partys statt. Im Oberhof gibt es nach dem Restaurant-Betrieb Partys mit DJs, Bruno Meier ruft zur Poolparty in seiner Hafenbar und so weiter. Also kleiner ist das Angebot bestimmt nicht geworden - und mehr Ausgänger hat es auch nicht, bestenfalls gleich viele wie früher.
8. Kein Geld mehr um in den Ausgang zu gehen
Heute gibt es andere Ausgaben, die früher inexistent waren. Handyrechnung, ständig neue Kleidung, mehr Ferien. Da bleibt kein Geld für den Ausgang. Das Argument überzeugt mich nicht wirklich. Für Kleidung wurde schon früher massiv Geld ausgegeben und die Kohle für den Ausgang war speziell gegen Monatsende bei vielen schon immer sehr knapp.
9. Es finden mehr Homepartys statt und man geht deshalb weniger in den Ausgang
Ich habe eigentlich nicht das Gefühl, dass die Homepartys stark zugenommen haben. In den USA ist das gang und gäbe, hier bei uns viel weniger, so zumindest mein Eindruck.
10. Es gibt in Schaffhausen weniger interessante Angebote als früher
Eine Aussage, die man auch immer mal wieder hört. Es sei immer die gleiche Leier. Die selben Partyreihen mit der x-ten Ausgabe - irgendwann habe auch der letzte die Ohren voll. Ja selbst bei den Konzerten würden immer wieder die selben Acts gebucht, wenn sie ein Mal den Laden voll gebracht haben. Es gäbe keine Innovation mehr. Von den Jungen sei niemand mehr bereit, etwas Eigenes, Neues auf die Beine zu stellen.
Dies waren die 10 Punkte, welche am häufigsten genannt wurden. Die einen sind aus unserer Sicht überzeugender, die anderen etwas weniger. Wahrscheinlich ist es die Kombination aller Faktoren, welche dann wirklich fühlbare Auswirkungen zeigt. Bestimmt gibt es auch noch weitere Punkte, die wir jetzt hier noch nicht beachtet haben. Ich werde sie dann ggf. gerne noch nachführen.
Text und Foto: Beat Hochheuser für Schaffhausen.net
1. Man geht nicht mehr in Schaffhausen in den Ausgang, sondern nach Zürich
Für die Richtigkeit dieser These spricht, dass die SBB ihr Angebot an Nachtzügen extrem erweitert hat. Früher etwa gab es am Wochenende um 4:00 Uhr in der Nacht gar keinen Zug von Zürich nach Schaffhausen. Dies wäre aber häufig genau die richtige Zeit gewesen. 3:00 Uhr ist zu früh, schliesslich muss man auch erstmal von der Ausgangs-Location an den Bahnhof kommen und diese somit bereits so um 2:30 Uhr verlassen. 5:00 Uhr war vielen hingegen schon wieder zu spät. Es fehlte der genau richtige Zug, hier hat die SBB nachgebessert. Dafür spricht weiter, dass die Züge sehr gut gebucht sind, es scheint also tatsächlich viele Schaffhauser zu geben, welche das grössere Angebot in Zürich schätzen und nutzen. Dagegen spricht hingegen, dass die Gastronomen in Zürich ebenfalls sagen, es sei heute weniger los als früher. Trotzdem scheint der Besucherfluss von Schaffhausen nach Zürich zugenommen zu haben, was den Schaffhauser Lokalitäten natürlich Publikum entzieht.
2. Für eine Party mit DJ sind die Leute heute nicht mehr bereit Eintritt zu bezahlen
Dafür spricht, dass Bars mit DJ und Gratiseintritt heute am Wochenende sehr gut laufen. Als Beispiel sei der Cuba Club genannt. Seit dem Umbau ist hier grundsätzlich volles Haus. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren etwa das Domino und das Tabaco - hier kann man gratis rein, drin legt ein DJ auf. Vielen Ausgängern reicht das schon, dass ein DJ dort ist, Musik auflegt und sie etwas zu trinken an der Bar bestellen können. Sie sind nicht bereit, in den Clubs für bekanntere DJs einen Eintritt von z.B. 15 Fr. zu bezahlen. Da trinken sie für das Geld lieber zwei weitere Biere in den Bars mit Gratiseintritt. Selbstverständlich gibt es aber nach wie vor Partyreihen mit DJ und Eintritt, die sehr gut laufen, wie etwa die Bravo Hits Party im Kammgarn. Die Partyreihe gab es in der Kammgarn übrigens früher schon, damals hiess sie "Back to the Future" und war niemals so voll wie heute. Durch die Umbenennung in "Bravo Hits Party" und mehr Werbung kam ab der ersten Ausgabe der Neuauflage der Erfolg. Manchmal braucht es nur wenige Änderungen an einem Konzept, um es so richtig zum Laufen zu bringen.
3. Wer Facebook hat, kann zu Hause bleiben und ist trotzdem dabei
Über die Sozialen Medien wie Facebook, Instagram und co. kann man von Zuhause aus verfolgen, was die Freunde machen, ohne vor Ort dabei zu sein. Früher hat man zum Feierabend-Bier abgemacht, um sich zu erzählen, was unter der Woche so gelaufen ist - heute weiss man es schon von Facebook her. Das mag vielleicht ein paar Leute betreffen, aber so wirklich überzeugt mich dieses Argument nicht. Gamer, die nie in den Ausgang kommen und den Abend lieber mit dem Computer verbringen, gab es auch früher schon. Wenn man das Ausgangs-Gen besitzt, geht man auch in den Ausgang, ob man nun Facebook hat oder nicht.
4. Früher ging man in die Disco, um neue Musik zu entdecken, heute gibt es Spotify
Dank Internet-Radios und co. kann jedermann zu Hause genau die Musikrichtung hören, die er mag und bekommt ständig neues Musikstücke genau nach seinem Geschmack zugespielt. Früher ging man noch in den Ausgang, um neue Musikstücke zu entdecken, da die analogen Radiosender primär Mainstream spielten. Mag etwas Wahres dran sein, aber wahrscheinlich gibt es dann doch nicht so viele, welche den Freitag- und Samstagabend zu Hause mit Internetradio und co. verbringen.
5. Fitnessstudios und Körperkults sind in - durch Bier gefährde ich meinen Waschbrettbauch
Eine weitere Theorie, die mir zu Ohren gekommen ist. Fitnessstudios boomen wir nie zu vor und wer sich mühsam schöne Bauchmuskeln antrainiert hat, möchte diese nicht durch Bierkonsum aufs Spiel setzen. Nüchterner Ausgang macht auch keinen Spass, also bleibt man lieber gleich ganz zu Hause.
6. Demographische Entwicklung - Es gibt weniger junge Leute in Schaffhausen
Schaffhausen wird immer älter, es gibt seit Längerem weniger Kinder und somit auch weniger junge Leute in der Stadt. In den Ausgang gehen aber prinzipiell jüngere Leute. Weil es weniger Junge gibt, gehen auch weniger in den Ausgang.
7. Das Angebot hat stark zugenommen
Auch dieser Grund wird häufig genannt. Den Güterhof gab es früher beispielsweise gar nicht, heute finden dort an den Wochenenden regelmässig grosse Partys statt. Im Oberhof gibt es nach dem Restaurant-Betrieb Partys mit DJs, Bruno Meier ruft zur Poolparty in seiner Hafenbar und so weiter. Also kleiner ist das Angebot bestimmt nicht geworden - und mehr Ausgänger hat es auch nicht, bestenfalls gleich viele wie früher.
8. Kein Geld mehr um in den Ausgang zu gehen
Heute gibt es andere Ausgaben, die früher inexistent waren. Handyrechnung, ständig neue Kleidung, mehr Ferien. Da bleibt kein Geld für den Ausgang. Das Argument überzeugt mich nicht wirklich. Für Kleidung wurde schon früher massiv Geld ausgegeben und die Kohle für den Ausgang war speziell gegen Monatsende bei vielen schon immer sehr knapp.
9. Es finden mehr Homepartys statt und man geht deshalb weniger in den Ausgang
Ich habe eigentlich nicht das Gefühl, dass die Homepartys stark zugenommen haben. In den USA ist das gang und gäbe, hier bei uns viel weniger, so zumindest mein Eindruck.
10. Es gibt in Schaffhausen weniger interessante Angebote als früher
Eine Aussage, die man auch immer mal wieder hört. Es sei immer die gleiche Leier. Die selben Partyreihen mit der x-ten Ausgabe - irgendwann habe auch der letzte die Ohren voll. Ja selbst bei den Konzerten würden immer wieder die selben Acts gebucht, wenn sie ein Mal den Laden voll gebracht haben. Es gäbe keine Innovation mehr. Von den Jungen sei niemand mehr bereit, etwas Eigenes, Neues auf die Beine zu stellen.
Dies waren die 10 Punkte, welche am häufigsten genannt wurden. Die einen sind aus unserer Sicht überzeugender, die anderen etwas weniger. Wahrscheinlich ist es die Kombination aller Faktoren, welche dann wirklich fühlbare Auswirkungen zeigt. Bestimmt gibt es auch noch weitere Punkte, die wir jetzt hier noch nicht beachtet haben. Ich werde sie dann ggf. gerne noch nachführen.
Text und Foto: Beat Hochheuser für Schaffhausen.net































