Montag, 1. April 2013

Schaffhausen besucht K.I.T.T. Auto aus Knight Rider

Das Originalauto K.I.T.T. (Knight Industries Two Thousand) von der Fernsehserie Knight Rider aus den 80er Jahren mit David Hasselhoff befindet sich mittlerweile in der Schweiz. Nic Megert aus Ostermundigen bei Bern hat das original Film-Auto erworben, welches damals für Nahaufnahmen in der ersten und zweiten Staffel von Knight Rider verwendet wurde. Immerhin 150'000 US Dollar hat sich der Knight Rider Fan den für die Serie modifizierten "Pontiac Firebird Trans Am", Baujahr 1982, kosten lassen. Grund genug für Schaffhausen.net dem guten K.I.T.T. und seinem neuen Eigentümer Nic mal einen Besuch abzustatten.


Auf grosse Fahrt im öffentlichen Strassenverkehr kann Nic mit K.I.T.T. leider nicht gehen, da dem Wunderauto die Schweizer Strassenzulassung fehlt. Zunächst wäre da mal das Lenkrad. Ja genau, wie der Name schon sagt, muss es sich um ein "Rad" handeln. Hier haben wir bereits das erste Problem, denn K.I.T.T. hat dort, wo ein normales Auto ein Lenkrad hat, einen sog. "Gullwing". Der Gullwing hat leider nur entfernt etwas mit einem Rad zu tun und ist somit für den Strassenverkehr nicht zugelassen. Weitere Probleme sind die fehlenden Sicherheitsgurte des Filmautos sowie die nicht vorhandene Sonnenblende für den Fahrer. Zudem ist die modifizierte Moterhaube auch nicht zugelassen, geschweige denn der hin- und herpegelnden Lichtpunkt, aber den sog. "Scanner" könnte man zur Not ja beim Fahren auch abschalten.


Dafür, dass K.I.T.T. bereits über 30 Jahre auf dem Buckel hat, ist er überaus gut im Schuss. Für unseren Besuch hat ihn Nic liebevoll herausgeputzt und hochglanzpoliert, so dass man ihn auch problemlos als Rasierspiegel verwenden könnte. Dies war eine besondere Herausforderung, da es derzeit direkt bei K.I.T.T.s Unterschlupf eine grosse Baustelle gibt, die ordentlich Dreck und Staub produziert. Doch dank Nic funkelte und blitze K.I.T.T. von allen Seiten.


In der Serie wurden mehrere Autos für die Filmaufnahmen verwendet. Das Auto hier wurde vor allem für Aufnahmen des Fahrers (in aller Regel David Hassehoff in seiner Rolle als Michael Knight) genutzt. Dazu wurde K.I.T.T. hinter ein anderes Gefährt mit Filmkameras an Bord gespannt. Die Kameras waren direkt auf die Frontscheibe gerichtet, so dass die Schauspieler nicht selbst fahren, sonder nur noch das Lenkrad ein bisschen hin und her bewegen mussten und sich vollends auf das Schauspielern konzentrieren konnten.


Mittlerweile hat Nic dem K.I.T.T. doch wahrhaftig das Sprechen und Antworten beigebracht. Möglich macht dies alles eine entsprechende Software. Zunächst wurden hierfür alle Szenen, in denen K.I.T.T. in der Serie Knight Rider irgend etwas von sich gab, als Audiofile abgespeichert. Zudem wurden auch die Videosequenzen, die K.I.T.T. in der Serie auf seinen Bildschirmen abspielt, auf einen PC überspielt. Danach wurden alle Files mit einer Spracherkennungs-Software verknüpft. Allerdings funktioniert diese noch ein bisschen schlechter als Apple's Siri, von dem her ging es eine Weile, um K.I.T.T. die gewünschten Antworten zu entlocken. Wie K.I.T.T. zu uns spricht, kann man sich in folgendem YouTube Video anschauen.



Nic konnte übrigens mit umfangreichem Knight Rider Hintergrundwissen aufwarten. Die Szene, in welcher K.I.T.T. in der Serie vom Knight Foundation LKW auf die Strasse fährt bzw. umgekehrt wurde nur ganz wenige Male gedreht und dann in den verschiedenen Folgen immer wieder verwendet. Zudem sieht man beim Hineinfahren, dass der Knight Trailer Truck nur unwesentlich breiter ist als K.I.T.T. In der Serie hingegen finden sich im Lastwagen unendliche Weiten vor. So kann David Hasselhoff immer die Türe weit aufmachen und bequem ein- uns Aussteigen. Ausserdem finden auch noch Devon Miles sowie Dr. Bonnie Barstow und ihre zahlreichen Computer im Lastwagenanhänger Platz.


Wenn K.I.T.T. in der Serie Knight Rider alleine ohne Fahrer gefahren ist, musste ein versteckter Fahrer auf dem Rücksitz hinter dem Fahrersitz platz nehmen. Durch ein kleines Loch konnte er nach vorne blicken und seine Beine streckte er unter dem Fahrersitz hindurch zum Gas- und Bremspedal. Das Lenkrad wurde zu diesem Zweck über eine Stange nach hinten zum versteckten Fahrer verlängert.

Als David Hasselhoff seinen alten K.I.T.T. bei einem Event dann einmal wieder sah, hat er ihn sogleich auf dem Armaturenbrett signiert. Seine Wiedersehensfreude war offensichtlich ziemlich gross, denn für ein lustiges Smilie auf der rechten Seite hat es auch noch gereicht.


Immerhin zeigte die Serie Knight Rider in den frühen 1980er Jahren Technik, welche heute tatsächlich Realität geworden ist. So gibt es heute von selbst fahrende Autos von Google und einen sprechenden Computer, der auf Fragen antworten kann, wie beispielsweise die Siri von Apple. Auch verfügte K.I.T.T über ein Navigationssystem, welches es heute ja bekanntlich ebenfalls gibt und das sogar auch noch sprechen kann. Auch ein Autotelefon hatte K.I.T.T. in der Serie bereits - es handelte sich gar um ein Videotelefon wie heute Face-Time von Apple oder Skype von Microsoft.

Schlussendlich verfügt der Schweizer K.I.T.T. auch über das obligatorische "California Knight" Nummernschild, welches wohl ein weitere Grund dafür sein dürfte, weshalb er für den öffentlichen Strassenverkehr nicht zugelassen ist.


Schaffhausen.net bedankt sich bei Nic Megert für die spannende Präsentation seines Wunderautos und die vielen Knight Rider Anekdoten, die er uns in den doch beinahe zwei Stunden zu berichten wusste.

Kommentare:

Gerald hat gesagt…

Bei uns In Österreich darf man
das Lenkrad von Kitt benützen
man muss nur das Lenkrad sicher halten können& nicht damit
spielen.

Anonym hat gesagt…

Ich wüsste nicht was an der Motorhaube nicht original ist. Das ist die Standard "Trans Am" Motorhaube von 1982 - 1984. Die Front ist für KITT angepasst, klar. Aber solange das Lauflicht nicht an ist bzw. die rote Blende verdeckt ist darf man damit sehr wohl auf schweizer Strassen fahren. Es gibt zahlreiche Nachbauten, auch in der Schweiz, meiner eingeschlossen - das ist gar kein Problem. Sonnenblende, Sicherheitsgurte und Lenkrad kann man ja noch nachrüsten. Das ist ja schliesslich ein Fahrzeug, nicht ein Stehzeug. :-)

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